Scala-Film kommt nach Konstanz zurück

(hr) Seit Monaten tourt Douglas Wolfsperger mit seinem vielbeachteten Film „Scala Adieu – Von Windeln verweht“ durchs Land. Nun, da die Nachfrage weiterhin groß ist, gibt es am 18.10. im Konstanzer Stadttheater eine weitere Aufführung. Bundesweit stößt Wolfspergers Dokumentation auf viel Zuspruch. Nachfolgend einige Pressestimmen, die man im Konstanzer Rathaus sicher nicht gerne gelesen hat.

„Entstanden ist eine facettenreiche filmische Kombi aus melancholischem Abgesang auf eine bedrohte Kulturgattung und leidenschaftlicher Liebeserklärung ans Kino, aber auch eine kritische Fallanalyse zum städtebaulichen Verdrängungswettbewerb sowie ein engagiertes Plädoyer für mehr Zivilcourage und eine offensivere Kulturpolitik.“
Filmecho

„Wahrscheinlich wäre die Schliessung des „Scala“ nicht zu verhindern gewesen. Ein ganz normaler wirtschaftlicher Vorgang, auch baurechtlich alles in trockenen Tüchern.
Aber das wirklich Bedrückende an diesem Film ist die kulturpolitische Ignoranz der Konstanzer Politiker, angefangen vom CDU-Oberbürgermeister Uli Burchardt bis hin zum Kulturbürgermeister Andreas Osner, der sogar die Proteste verteufelt. Da gibt es kein Wort des Verständnisses, keinen Hauch eines Bedauerns. Da kann der OB von der »schönsten Stadt der Welt« und nachhaltiger Entwicklung daher reden – man hat aber den Eindruck, dass er und seine Kollegen den Ausverkauf ihrer Stadt betreiben.“
Epd-Film

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„Eine Anklage nicht gegen den Tod eines einzelnen Kinos, sondern gegen die Gleichgültigkeit oder gar Geringschätzung, die der Kultur allgemein entgegenschlägt.
Der OB, süffisant und gönnerhaft, lobt die Stadt in höchsten Stadtmarketingtönen. Und er hat ja auch durchaus ein Argument auf seiner Seite, wenn er den zunehmenden, nostalgisch getönten und grundsätzlichen Unwillen zur Veränderung in großen Teilen der Bevölkerung beklagt. Macht dies aber fest am Beispiel eines Radweges über eine Wiese, für deren Erhalt sich lachhafterweise gleich Bürgerinitiativen bilden würden – und offenbart so seine vollkommene Blindheit gegen die Sorge und das Unbehagen an der zunehmenden Flächenversiegelung. Über Wolfspergers Frage nach dem kulturellen Wert der Filmkunst, die im „Scala“ gezeigt wird, mokiert er sich nur und zeigt damit die Fratze der Verachtung.
Wenn selbst die oberen Fünfhundert sich nicht einmal mehr den Anschein geben, sich für Kultur zu interessieren, wenn sie nur noch nach dem Preis schauen und nicht mehr nach dem Wert – wie soll dann überhaupt jemand an Kino, Theater, Musik jenseits kommerzieller Mainstreamware herangeführt werden?“
Kino-Zeit

„Eine muntere Lektion in bürgerlichem Ungehorsam.“
Programmkino.de

„Scala Adieu“ ist ein nachdenklicher, auch polemischer Dokumentarfilm.
Ein sehr persönlicher Abschied, mit Wehmut im Herzen, aber auch mit geballter Faust.“
BR KinoKino

(Foto: dw)