Kohleausstiegsgesetz: „Unsere Zukunft wird beerdigt“

Der Bundestag stimmt heute über das Kohleausstiegsgesetz ab. Das von KlimaschützerInnen heftig kritisierte Regierungsvorhaben hatte in Konstanz bereits tags zuvor die lokale Fridays-for-Future-Gruppe auf den Plan gerufen. Vor dem Büro des CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Jung begruben jugendliche AktivistInnen symbolisch ihre Zukunft unter einem Haufen Kohle. …weiterlesen »

Unterbrechung der Gäubahn verhindern

Die geplante mindestens fünfjährige Unter­brechung der internationalen Bahn­ver­bin­dung Stuttgart – Zürich (Gäubahn) betrachten die Fahrgastverbände und -beiräte als unverhältnismäßig. Sie beklagen erheblich verlängerte Reisezeiten im internationalen, nationalen und regionalen Bahnverkehr, negative Rückwirkungen auf die Stuttgarter S-Bahn und im Endeffekt mehr Verkehr auf der Straße und weniger auf der Schiene. Sie fordern daher, diese Strecke auch während der Bauarbeiten offenzuhalten. …weiterlesen »

Trübes Licht für viel Geld

Bei der heutigen Sitzung des Kultur­aus­schusses soll über einen Antrag der CDU-Fraktion debattiert werden, der wohl eher zur Unzeit kommt. Die Christdemokraten wünschen sich ab Anfang 2021 ein Licht­festival und fordern die Verwaltung auf, dessen Durchführung zumindest zu prüfen. Da stellt sich die Frage: Wer soll das bezahlen und was soll das in diesen Zeiten? …weiterlesen »

Die Provinz lebt (53): Weltladen Dettingen

Die Konsumgesellschaft nutzt bedenkenlos die menschlichen und ökologischen Ressourcen im globalen Süden, sie baut auf Ausbeutung und Naturvernichtung. Mit unserer imperialen Lebensweise zerstören wir den Planeten – als gäbe es keine Alternativen für den nächsten Einkauf. Dabei liegen manche recht nahe – beispielsweise in Dettingen. …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (22): Das KZ Hailfingen-Tailfingen

Um den vorher von Zwangsarbeitern errichteten Nachtjägerflugplatz Hailfingen weiter auszubauen und ihn gegen die zunehmenden Angriffe der Alliierten zu schützen, wurde dort im November 1944 ein nur bis Mitte Februar 1945 bestehendes Konzentrationslager errichtet. Herbeigeschafft wurden die 601 jüdischen Häftlinge aus dem KZ Stutthoff bei Danzig. Nur etwa die Hälfte, möglicherweise sogar bloß ein Viertel überlebte die mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen. …weiterlesen »

Lauf ohne Grenzen

Auch in Corona-Zeiten möchte die Konstanzer Initiative „Studieren ohne Grenzen“ dieses Jahr wieder einen „Lauf ohne Grenzen“ veranstalten. Dieser soll allerdings virtuell stattfinden und engagiert sich für Hochschulbildung in Afghanistan, unterstützt Studierende in Herat durch ein Stipendiatenprogramm und fördert so Hochschulbildung in Regionen, die von Krieg oder seinen Folgen betroffen sind. Gleichzeitig werden die Stipendiaten ermutigt, durch eigene Projekte zur weiteren Entwicklung in ihrer Region beizutragen. …weiterlesen »

Konstanz-T-Shirts – des Kaisers neue Kleider

Es ist eine coole Idee der Marketing und Tourismus Konstanz GmbH (MTK): Blaue T-Shirts mit dem Aufdruck „Wir für Konstanz. Eine Stadt ein Team. Herzenssache“. Sie schweißen uns in diesen schweren Zeiten zusammen und ermöglichen dem gebeutelten Einzelhandel ein Zubrot. Aber was sind das eigentlich für T-Shirts, die für die Stadt mit dem Klimanotstand und dem tollen sozialen Klima werben? Wenn Sie weiterhin zwanghaft an das Gute in der Welt glauben wollen, lesen Sie besser nicht weiter. …weiterlesen »

Linke Kreisrätin will in den Landtag

Zu den wichtigen Themen, die gegenwärtig im Corona-Loch verschütt zu drohen gehen, gehört die für den 14. März 2021 angesetzte Landtagswahl. Neuigkeiten gibt es dazu jetzt aber von der Linkspartei. Als Kandidatin im Wahlkeis Konstanz/Radolfzell bewirbt sich Antje Behler. Die 24-jährige Lehr­amts­studen­tin möchte sich für ein gerechteres Bildungs­system stark machen und setzt sich für eine mieterInnenfreundliche Wohnungs­politik ein. Der Linke-Kreisvorstand begrüßt ihre Kandidatur. …weiterlesen »

Singen: Antisemitismus und Verschwörungstheorien

In Singen gibt es in den nächsten Tagen zwei Veranstaltungen, die (leider höchst aktuelle) Themen beleuchten: In der Teestube geht es um Antisemitismus im Hip-Hop, der oft keine unbedachte genretypische Provokation ist, sondern auf tief verwurzelte Verschwö­rungs­theorie verweist. Und im Rathaus widmen sich nächste Woche Wissenschaft und Kabarett dem Komplex „Verschwö­rungs­theorien und Corona“. …weiterlesen »

Mehr Zeit für Stadelhofen

Der Gemeinderat hat am Donnerstag die Sanierung Stadelhofens in den zuständigen Ausschuss verwiesen. Auch andere Tages­ordnungspunkte wurden abgesetzt, so dass die Debatte über Sanierung oder gar Abriss der Lago-Brücke der augenfälligste – und unterhaltsamste – Sitzungspunkt wurde. Hat sich die damalige Stadtverwaltung von den Lago-Betreibern über den Tisch ziehen und eine Schrottbrücke liefern lassen? Darf Konstanz das Ding überhaupt abreißen oder gar sperren und als bröckelnden Garten begrünen? …weiterlesen »

„5 vor 12“ – aber Singens Karstadt-MitarbeiterInnen geben nicht auf

5 vor 12 – diese Uhrzeit war nicht zufällig gewählt, sondern Programm – hatten sich am vergangenen Freitag mehr als 200 Bürger­In­nen an der Großbaustelle vor dem Singener Karstadt-Gebäude zusammengefunden. Trotz gewittrig-schwülem und leicht regnerischem Wetter waren sie der Einladung des Betriebs­rates von Galeria Karstadt/Kaufhof und der zuständigen Gewerkschaft ver.di zur Protest­kundgebung gegen die eine Woche zuvor angekündigte Schließung der hiesigen Filiale Ende Oktober gefolgt. …weiterlesen »

Die Provinz lebt (52): „herzlich unverpackt“ Singen

Wer ärgert sich nicht über den Müll, den wir mit dem Einkauf nach Hause tragen? Der die Umwelt versaut, die Weltmeere plastifiziert, auf riesigen Deponien im globalen Süden landet, dort Menschen verseucht und die Klimakatastrophe beschleunigt? Doch es gibt eine Alternative zum Verpackungswahn – auch in Singen. In der seemoz-Reihe über nachhaltige, solidarische Projekte in der Region stellt sich heute die „herzlich unverpackt“-Genossen­schaft vor. …weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (11)

„Wenn man bedenkt, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben eigentlich erklärt.“ Mark Twain

Am vergangenen Freitag fragten wir nach dem US-amerikanischen Schriftsteller Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain (1835–1910). Bekannt wurde der Autor von Klassikern wie „Tom Sawyer“ und „Huckleberry Finn“ mit der Kurzgeschichte „Der berühmte Springfrosch von Calaveras“ (1865). In seinem wunderbar satirischen Reisebericht „Bummel durch Europa“ nahm er insbesondere die Schweiz aufs Korn; dieser Teil erschien 2019 separat bei Diogenes (Mark Twain: „In der Schweiz“). Von 1900 bis zu seinem Tod war er Vizepräsident der US-amerikanischen Antiimperialistischen Liga. Die weitgehend unbekannten Texte dieser Zeit – etwa das „Selbstgespräch des Zaren“, „Die Vereinigten Lynchstaaten von Amerika“ oder „Das Kriegsgebet“ – sind seit 2014 nachzulesen in: Peter Priskil (Hg.), „Der unbekannte Mark Twain. Schriften gegen den Imperialismus“, Ahriman Verlag, Freiburg. brm

CSD-Demo in Konstanz: „Ein Lebensraum für jeden“

Covid-19 zum Trotz: Die queere Community in Konstanz und Kreuzlingen will auch im Seuchenjahr 2020 nicht auf die CSD-Demo verzichten. Am kommenden Samstag, 27. 6., ruft der Verein CSD Konstanz dazu auf, für die Belange und Rechte von Menschen auf die Straße zu gehen, deren Sexualität nicht in bürgerliche Hetero-Schubladen passt. …weiterlesen »

Engagiert und widerständig: Wer wars? (11)

 Der unbekannte Antiimperialist

„Wie barmherzig sind Kleider, wie wohltätig, wie mächtig, wie unschätzbar wertvoll! Meine vermögen eine menschliche Null in einen schauerlichen Alpdruck für die ganze Welt zu verwandeln.“ Diese Worte legte der US-Schriftsteller dem russischen Zaren in den Mund, als er ihn darüber jubilieren ließ, dass die Monarchen dem Volk Gewaltlosigkeit predigten, während sie selbst sich nur mit „Mord, Verrat, Meineid, Folter, Verbannung und Gefängnis“ auf dem Thron hielten. …weiterlesen »

OB-Wahl: Und noch ein Kandidat

(red) Nun schickt vermutlich auch die SPD einen Kandidaten ins OB-Rennen. Auf seemoz-Anfrage erklärte der Jurist Andreas Hennemann, dass er sich „ernsthaft und gründlich“ überlege, seinen Hut in den Ring zu werfen. Derzeit führe er Gespräche mit „politisch und interessierten Menschen“ quer durch alle Lager. Somit muss der noch amtierende Rathauschef Uli Burchardt mit vier Gegenkandidaten rechnen. Luigi Pantisano, Felix Müller, Andreas Matt und eben Andreas Hennemann. Vorläufiges Fazit: Fünf Männer bewerben sich um einen Job. (Bild: Denise Claus Fotografie)

Lago-Brücke: LLK will Abriss prüfen lassen

Bei seiner Sitzung am heutigen Donnerstag soll der Konstanzer Gemeinderat einem Antrag der Stadtverwaltung zustimmen, die Fußgängerbrücke am Einkaufszentrum Lago von Grund auf zu sanieren. An der erst 2004 fertiggestellten Querung stellten Prüfer schon nach sechs Jahren gravierende Schäden fest. Sie haben mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das eine kostspielige Renovierung unumgänglich macht. Die Linke Liste Konstanz (LLK) hingegen will einen Abriss des Bauwerks, das vor allem mehr Kunden ins Lago locken soll, prüfen lassen. Dafür gibt es mehrere gute Gründe. …weiterlesen »