Fassaden-Projektion „Unsere Nachbarn – Verfolgungsgeschichten 1933 bis 1945“

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Datum/Zeit
Date(s) – 28.01.2023
19:30 – 23:00

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Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus projezieren Studierende des Studiengangs Kommunikationsdesign an der HTWG am Abend des 28. Januar 2023 zwischen 19.30 und 23.00 Uhr kurze Filme über das Leben von in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten Menschen an Konstanzer Häuserfassaden.

Rosgartenstraße 12:
Werner Halpern konnte der Verfolgung mit einem Kindertransport entkommen und überlebte so den Holocaust. Seine Eltern wurden in Auschwitz ermordet.

Tägermoosstraße 23:
Rosemarie Banholzer berichtet über das Schicksal ihrer Mutter Berta Amann, die aufgrund einer psychischen Erkrankung im Rahmen des T4-Programms ermordet wurde.

Tägermoosstraße 33:
Ruth Schwarzhaupt konnte der Verfolgung mit einem Kindertransport entkommen und überlebte so den Holocaust. Ihre Eltern konnten sich nicht retten.

Rheingutstraße 1:
Paula Goldlust wurde am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, konnte 1942 durch mutige HelferInnen aus einem Lager geschmuggelt werden und überlebte so den Holocaust. Ihre Eltern konnten sich nicht retten.

Suso-Gymnasium in der Neuhauser Straße 1:
Der Lehramtsassessor Hermann Venedey weigerte sich im März 1933, unter der Hakenkreuzfahne seinen Dienst zu tun. Um der drohenden Verhaftung zu entgehen, musste er fliehen.

Wie kann dem begangenen Unrecht gedacht werden? Den erlittenen und in kommende Generationen übertragenen Traumata? Dass es getan werden muss, steht außer Frage. Doch Erinnerungen verändern sich über die Generationen und damit ändert sich das Gedenken mit. Es müssen neue Formen gefunden werden, wie die Erinnerung lebendig gehalten werden kann. Auch weil es immer weniger Zeitzeugen gibt, die aus unmittelbarer Anschauung und Betroffenheit berichten können.

Diesen Fragen haben sich Studierende des Studiengangs Kommunikationsdesign an der HTWG Konstanz gestellt. Charlotte English, Nomi Schaffrath, Helena Teichmann und Prof. Andreas P. Bechtold haben sich die Aufgabe gestellt, neue Ausdrucksformen des Gedenkens zu gestalten. Sie führten dafür Interviews in Konstanz und den USA (New York, Rochester und Chicago) und befragten Überlebende, beziehungsweise deren Nachfahren. Die fünf exemplarischen Lebensläufe von in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten Menschen werden an diesem Abend an Konstanzer Häuserfassaden projeziert und so auf filmische Weise erfahrbar gemacht.

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