Ein Mensch, die Wellen und die Bücher

Christiane Hemmerich Thomas Bohnet Jürgen Geiger WG Gottfried-Keller-Straße cirka 1980 Foto PrivatbesitzWas bleibt einem, wenn ein Mensch stirbt, mit dem man mehr als 40 Jahre lang gut befreundet war und viele Jahre lang reibungslos beruflich zusammengearbeitet hat? Ein großes Loch, die Angst vor dem eigenen Tod – und viele Erinnerungen an Begegnungen, Gespräche und Bücher, die man miteinander teilte. Es erscheint heute irgendwie irreal, aber Anfang der achtziger Jahre saßen Jürgen Geiger und ich oft stundenlang im Bademantel in unserer WG und debattierten nicht zuletzt über Schöngeistiges.

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Danke, Jürgen …

Der allzu frühe Tod von Jürgen Geiger hat viele Menschen in dieser Stadt bewegt. Ohne sein jahrzehntelanges Engagement wären manche Initiativen in Konstanz nicht entstanden. Er war es auch, der dafür sorgte, dass  die Linke Liste Konstanz (LLK)  heute aus der kommunalpolitischen Landschaft kaum mehr wegzudenken ist. Von Anfang an war Jürgen Fraktionsmitarbeiter der LLK und setzte regelmäßig wichtige Impulse. Nun ist er nicht mehr unter uns. Ein immenser Verlust, der nur schwer zu kompensieren sein wird. …weiterlesen »

Georg Elser – Der Hitler-Attentäter

Vom Feind der Nationalsozialistischen Volksgemeinschaft zum Helden in 80 Jahren: Georg Elser (1903-1945) wollte Adolf Hitler 1939 mit einer Bombe töten und scheiterte nur knapp. Bis zum Ende der Bonner Republik stand der proletarische Widerstandskämpfer aus dem schwäbischen Königsbronn im Schatten der bürgerlichen Militärs des 20. Juli 1944 um Oberst Stauffenberg. Inzwischen scheint sich das Verhältnis umzukehren. Vortrag und Diskussionsveranstaltung mit Matheus Hagedomy am 27.9. in Singen.

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DIE LINKE fordert Aufstockung der Fördermittel zur Stärkung des ÖPNV

Baden-Württemberg wird beim Förderpro-gramm „Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV“ leer ausgehen. Das ist angesichts des erheblich verbesserungswürdigen Zustandes des ÖPNV auch im deutschen Südwesten natürlich bedauerlich. Bundestagskandidatin Sibylle Röth stellt in ihrer Pressemitteilung, die wir hier veröffentlichen, allerdings das gesamte Konzept der punktuellen Förderprogramme infrage und fordert stattdessen ein flächendeckendes bundesweites Investitionsprogramm. …weiterlesen »

Jürgen Geiger ist tot

Unser Freund, Genosse und Kollege Jürgen Geiger ist nach schwerer Krankheit gestorben. Er war seit seinen Studententagen an der Universität Konstanz über Jahrzehnte hinweg politisch höchst aktiv, und das weit über unsere Stadt hinaus. Er arbeitete in zahlreichen politischen und sozialen Bewegungen mit – zuletzt bewegte ihn als überzeugten Internationalisten etwa Rojava ganz besonders – und leistete als Fraktionsmitarbeiter der Linken Liste Konstanz auch lokalpolitisch wichtige Arbeit. Außerdem war er bei seemoz nicht nur als Autor aktiv, sondern sorgte in den letzten Jahren als unser Administrator Tag für Tag für pünktliches Erscheinen. Jürgen Geiger starb am 17.09.2021.

seemoz

Viele Vorbilder, zu wenige Nachahmer (2)

Die oft beschworene Klima- und Verkehrs-wende kommt in Deutschland nur schleppend voran, hier ist das Auto weiterhin  Maß aller Dinge. Ein Blick in die jüngere Geschichte macht deutlich: In der Bundesrepublik hatten es Reformen immer schwer, und oft kamen sie von „unten“, während Konservative Veränderungen mit aller Macht zu verhindern suchten. Projekte an der Basis zeigen, wie eine lebenswertere Umwelt gestaltet werden kann. Sie sind oft Vorbilder für morgen. …weiterlesen »

Viele Vorbilder, zu wenige Nachahmer (1)

Wo gibt es Vorbilder? Die heute bereits zeigen, wie wir leben, arbeiten, flanieren, produzieren, ohne die Natur (und uns) zu ruinieren? In vielen Städten ist dieser Wohlstands-Fortschritt schon zu erleben. Leider meist im Ausland, nicht bei uns. Ein Beispiel von vielen: Birmingham, zweitgrößte Stadt Großbritanniens, setzt derzeit einen radikalen Umbau der Mobilität um. Das ÖPNV-Netz soll verdreifacht, der Autoverkehr in der Innenstadt drastisch reduziert werden. …weiterlesen »

„Ohne gesellschaftlichen Druck ändert sich nichts“

Was wollen Schweizer Linke von einer linken deutschen Politikerin wissen? Welche Fragen stellen sie Janine Wissler, seit Februar eine der beiden Bundesvorsitzenden der Partei Die Linke und Spitzenkandidatin im aktuellen Wahlkampf? Offenbar die wichtigen: Wie es um die Linke steht, was sie vom Gegensatz Klassen- und Identitätspolitik hält – und ob der Partei nicht ein bisschen mehr Bewegung auf der Straße gut täte. Hier Auszüge aus einem Gespräch der Schweizer Wochenzeitung WOZ mit der hessischen Landtagsabgeordneten, die immer wieder Morddrohungen von Rechtsextremisten erhält. …weiterlesen »

Ein Leben für den Frieden im Menschenschlachthaus (III)

Nachdem der Beginn des Weltkrieges 1914 dem Pazifisten Alfred Hermann Fried alle Illusionen einer friedlichen Menschheitsentwicklung geraubt hatte, stemmt sich der Friedensnobel-preisträger von 1911 mit der Macht des Wortes gegen die Barbarei auf den Schlachtfeldern und den Gemetzeln an der Zivilbevölkerung. Trotz aller Widerstände der Zensur und der mehrheitlich kriegslüsternen deutschsprachi-gen Presse arbeitet Fried, als Hochverräter verdächtigt, weiter gegen die Kriegstreiber.

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60 Jahre Amnesty International in Konstanz

Am morgigen 27.8. wird die Amnesty Gruppe Konstanz aus Anlass des 60. Geburtstages der international tätigen Menschenrechtsorganisation über die Arbeit der vergangenen Jahrzehnte informieren. Zu diesem Zweck wird der Amnesty Truck zwischen 12 und 20 Uhr auf dem Augustinerplatz Station machen und in einer Outdoor-Ausstellung wichtige Schwerpunktthemen wie Flucht & Asyl, Diskriminierung, Frauenrechte, Rechte von LGBTI-Personen und die Todesstrafe vorstellen. …weiterlesen »

Ein Leben für den Frieden im Menschenschlachthaus (II)

Alfred Hermann Fried, der Friedensnobel-preisträger des Jahres 1911, hatte im späten 19. Jahrhundert darauf gesetzt, dass die zuneh-mende wirtschaftliche Verflechtung der Staaten sowie das Wachstum des Nachrichten- und Verkehrswesens zu einem besseren Verständnis der Völker beitragen und damit weitere Kriege immer unwahrscheinlicher machen würden. 1914 wurde deutlich, wie sehr er sich geirrt hatte, als er annahm, die Geschichte laufe zwangsläufig auf dauerhaften Frieden hinaus.

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Wachstum und Klima: An Wissen mangelt es nicht

Um was geht es bei den Dürre- und Hitzemonaten 2018, 2019, den Wassermassen von heute? Um besseren Katastrophenschutz, um die Rückkehr in die 1950er Jahre mit Sirenen? Nein, es geht um das, was die Politik mit keinem Satz konkret zu erwähnen wagt: Nach welch tiefen Einschnitten in den Alltag diese bis jetzt kleinen Katastrophen schreien. …weiterlesen »

Ein Leben für den Frieden im Menschenschlachthaus (I)

Verwechslungen kommen nicht von ungefähr. Als ich meinem Arzt sagte, ich wolle demnächst einen Artikel über Fried verfassen, war er höchst erfreut: „Bestens! Ich erinnere mich noch gut an sein Gedicht ‚Es ist, was es ist, sagt die Liebe‘“. Ich widersprach: „Nein, ich meine nicht Erich Fried, sondern den Friedensnobel-preisträger von 1911, Alfred Hermann Fried.“ – „Nie gehört“, entgegnete mein Gegenüber, „waren die denn verwandt?“ – „Nein, aber beide sind herausragende Persönlichkeiten.“ …weiterlesen »

Wer ist die tollste Alice Weidel?

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ – Auf diese Frage wird es demnächst eine Antwort geben, zumindest hinsichtlich Alice Weidels. Beim „Alice Weidel-Dubletten-Contest 2021“ werden die eindrucksvollsten Weidel-Darstellungen ausgezeichnet, aber auch die „VerliererInnen“ sollen nicht leer ausgehen und bekommen ihre Auftrittsgelegenheiten. Zum Mitmachen sind Bewerber*innen eingeladen, „die nicht rassistisch, sexistisch, homophob und menschenfeindlich sind“. …weiterlesen »

„Starkbier“, nicht „Starkregen“ im Duden der 90er Jahre (III)

So viel Schönfärberei war selten, meint Winfried Wolf in diesem bemerkenswerten Text, den wir in drei Teilen veröffentlichen. Der bekannte Verkehrsexperte und Autor geht darin den Ursachen und möglichen Konsequenzen der aktuellen Hochwasserkatastrophe auf den Grund. Er stößt dabei heute auf: Grüne HoffnungsträgerInnen, die auch nach der Bundestagswahl wenig Gutes erwarten lassen, und viele Beispiele dafür, dass die viel beschworene „Wende“ zur Rettung von Umwelt und Klima kaum ernst gemeint sein dürfte. …weiterlesen »

„Starkbier“, nicht „Starkregen“ im Duden der 90er Jahre (II)

So viel Schönfärberei war selten, meint Winfried Wolf in diesem bemerkenswerten Text, den wir in drei Teilen veröffentlichen. Der bekannte Verkehrsexperte und Autor geht darin den Ursachen und möglichen Konsequenzen der aktuellen Hochwasserkatastrophe auf den Grund. Er stößt heute auf: Eine verfehlte Verkehrspolitik, falsche Entwicklungen im Energiesektor und viel Augenwischerei. …weiterlesen »

„Starkbier“, nicht „Starkregen“ im Duden der 90er Jahre (I)

So viel Schönfärberei war selten, meint Winfried Wolf in diesem bemerkenswerten Text, den wir ab heute in drei Teilen veröffentlichen. Der bekannte Verkehrsexperte und Autor geht darin den Ursachen und möglichen Konsequenzen der aktuellen Hochwasserkatastrophe auf den Grund. Er stößt dabei auf: Das menschengemachte Hochwasser, die Heuchelei der Herren Laschet, Steinmeier & Söder und die unzureichende Klimapolitik der Grünen. …weiterlesen »