Die richtige Antwort: City-Maut

Nicht nur Skandinavien wählt sie als Ausweg aus der Verkehrsmisere, auch London hat sie, norwegische Städte – kaum größer als Konstanz – nutzen sie seit Jahren, in Bologna, Rom und Mailand gibt es sie, Stockholm hat sie trotz einiger Proteste eingeführt und fortschrittliche Kommunalpolitiker in Konstanz fordern sie: Die City-Maut. Die wahrscheinlich einzige Möglichkeit, dem Verkehrskollaps der Innenstädte im nächsten Jahrzehnt zu entkommen. …weiterlesen »

Arbeitskampf bei Maggi abgewendet

Ein solcher Tarifvertrag kann sich in diesen Zeiten sehen lassen – das meint nicht nur die Familie Sonnenschein (Markus ist Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG in Singen, Beatrix Betriebsratsvorsitzende bei Maggi Singen), das meinen vor allem die Gewerkschafter im Nestlé-Betrieb mit 900 Beschäftigten. Der neue Haustarif bei Maggi – morgens noch standen die Zeichen auf Arbeitskampf  – gilt für 12 Monate, bringt eine Tariferhöhung von drei Prozent (bei zwei „Leer“monaten) und, darauf sind die Sonnenscheins besonders stolz, die Übernahme aller Auszubildenden mit bestandener Prüfung. „Das ist ein wichtiges Signal gerade in Zeiten der Jugendarbeitslosigkeit“, vermerkt Markus Sonnenschein stolz. „Ein nachahmenswertes Beispiel für andere Arbeitgeber in der Region“.

„Sorgen Sie für Aufklärung, Herr Ministerpräsident“

Reger Briefverkehr mit Stuttgart. Doch dieses Mal erreicht den Ministerpräsidenten kein denunziatorischer Schmähbrief aus Konstanz, sondern ein „Offener Brief“ in eigener Sache. Jochen Kelter, Schriftsteller aus Ermatingen, erinnert an die Bespitzelungen aus gar nicht so fernen Zeiten der Berufsverbote und fordert Aufklärung von einer Regierung, die Offenheit und Bürgernähe verspricht. Wir veröffentlichen den Brief exklusiv und ohne redaktionelle Änderungen.
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August 1970: Der Mord an Martin Katschker

Martin Katschker

Am 27. August wird das Konstanzer Bodensee-Stadion aus allen Nähten platzen. So zumindest die inbrünstige Hoffnung der Veranstalter, die kürzlich mit dem Grönemeyer-Konzert viel Geld verloren. Seit rund 25 Jahren findet im Stadion das Musikfestival „Rock am See“ statt und mit der Reggae- und Dancehallband „Seeed“ steht auch schon der vermeintliche Headliner fest. Doch so viele Jugendliche waren nicht immer gern gesehen in dieser Stadt, wie unser Rückblick auf den „Konstanzer Gammlermord“ zeigt. …weiterlesen »

Christliche Heuchler und Denunzianten auf dem Vormarsch

Die Konstanzer Stadträte Wolfgang Müller-Fehrenbach und Roger Tscheulin von der CDU-Altherrenriege haben zur Zeit wenig zu tun. Um wieder mal auf sich aufmerksam zu machen, nehmen sie die Initiative „Freiburg ohne Papst“ (FoP) ins Visier. Nicht ohne Grund: Denn unter den prominenten Unterstützern haben sie den Konstanzer Grünen-MdB Till Seiler entdeckt. Es gilt, das nächste Sommerloch zu füllen. Diesmal mit Jauche aus dem Rückhaltebecken ewig Gestriger. …weiterlesen »

Wie der Steuerzahler die EADS-Werbung bezahlt

20110806-003013.jpg„Monitor“ brachte es an den Tag: Das WDR-Politmagazin deckte geheime Werbekampagnen der Bundeswehr für den Eurofighter-Hersteller EADS-Cassidian auf. Mindestens 13 Millionen Euro spendierte der Steuerzahler der Rüstungsschmiede am Bodensee, die übrigens 2010 einen Gewinn von 450 Millionen Dollar machte. Da war die Finanzhilfe vom Steuerzahler wohl dringend nötig. Oder: Warum schmiert die Bundesregierung den Rüstungsbauer aus Immenstaad ? …weiterlesen »

Alle Busse stehen still

Ganz so schlimm wird es für die Fahrgäste nicht werden, wenn am morgigen Freitag die Busfahrer der Konstanzer Stadtwerke in einen eintägigen Warnstreik treten – zwei Linien werden vom Streik ausgenommen. Aber immerhin: Der von 04:50 Uhr früh bis Mitternacht anberaumte Streik dürfte für viele Berufstätige zum ernsten Problem werden, denn alle BusfahrerInnen in Konstanz wollen sich am Streik beteiligen: Zug und Fahrrad sind als Alternative für Fahrgäste angesagt.
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Guten Morgen, Herr Wiesner…

20110803-200535.jpg…Sie haben sich, das wurde uns von Mitarbeitern Ihres Hauses  verlässlich zugetragen, über die Berichterstattung auf seemoz fast eckig geärgert. Halten Sie den Ball flach, denn die Aussage, einen Haustarif gäbe es nur über Ihre Leiche, ist nachweislich so gefallen. Nun wollen wir nicht hoffen, dass Sie Ihre Drohung wahr machen – wir setzen eher darauf, dass Ihnen doch noch ein Licht aufgeht. Folgendes Gedicht aus dem „Streikkurier“ soll Ihnen dabei helfen. Lesen Sie es sich bitte laut vor
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Geschichtsbuch mit vielen Geschichten, doch ohne Geschichte

20110802-212230.jpgSo bieder wie das Titelbild ist das Buch: „Meersburg unterm Hakenkreuz, 1933-1945“ liest sich wie eine Heimatchronik der 12 Jahre des Nationalsozialismus. Als wären diese 12 Jahre ganz gewöhnliche Jahre. Keine Aufklärung, eher Beschauliches und manchmal gar Beschönigendes liefert das 500-Seiten-Buch des örtlichen Museumsvereins. Von „wissenschaftlicher Aufarbeitung“ – von den vier Autoren für ihre Arbeit in Anspruch genommen – keine Spur: Eine vergebene Chance für eine dringend notwendige Geschichtsaufarbeitung. …weiterlesen »

Südkurier-Chef Wiesner: „Haustarif nur über meine Leiche“

Rainer Wiesner

Es brodelt beim Südkurier, und zwar kräftig. Geschäftsführer Rainer Wiesner kippt täglich Öl ins Feuer. Nicht mal auf einen Haustarif will er sich einlassen. „Nur über meine Leiche“, soll er den Beschäftigten erklärt haben. Stattdessen setzt er auf Einzelgespräche und droht mit „Klein-GmbHs“ und Auslagerungen, sollten die „Uneinsichtigen“ nicht einverstanden sein mit Gehaltskürzungen und Mehrarbeit. Der Mann gibt den Betonkopf. An einer einvernehmlichen Lösung ist er wohl nicht interessiert. …weiterlesen »

Die gewollte Jugendarbeitslosigkeit am Bodensee

Jeden Sommer dasselbe: Zum Ende des Ausbildungsjahres schnellen – trotz Wirtschaftsbooms – die Zahlen arbeitsloser Jugendlicher in die Höhe. Das ist nicht konjunkturell bedingt, wie uns die Agentur für Arbeit Konstanz weiß machen will, sondern von den Arbeitgebern gewollt: Fast 200 Jugendliche wurden nach ihrer erfolgreichen Ausbildung nicht in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen: Solche Arbeitslosigkeit könnte vermieden werden. Wenn die Arbeitgeber nur wollten. …weiterlesen »