Autofreie Innenstadt: Andere machen es vor

(hr) Vorgestern erklärte Oberbürgermeister Uli Burchardt beim Bürgerempfang im Bodenseeforum einer weitestgehend erstaunten Zuhörerschaft, die Stautage in Konstanz seien eher vernachlässigbar. Wie er darauf kommt, bleibt sein ureigenstes Geheimnis und entbehrt jeder Grundlage. Überall in Europa wird an umweltfreundlichen Konzepten gearbeitet, und dass es geht, wenn man nur will, zeigt dieser Bericht über die spanische Stadt Pontevedra, die Autos weitgehend aus der Innenstadt verbannt hat.

Brexit – oder was?

In diesen Tagen entscheidet sich, wohin sich Britannien bewegt. Alles scheint denkbar, meint seemoz-Autor und Großbritannien­experte Pit Wuhrer: Ein Crash. Ein Regierungswechsel. Ein zweites Referendum. Viel hängt davon ab, was Labour will – und tut. …weiterlesen »

Heute, 18 Uhr, Mahnwache: Rojava verteidigen!

Das Konstanzer Solidaritätsbündnis Rojava ruft für heute Abend zu einer Mahnwache auf dem Münsterplatz auf. Das Bündnis beteiligt sich damit an internationalen Protesten gegen die aktuellen Kriegspläne des türkischen Präsidenten Erdogan, der vor wenigen Tagen eine Militäroffensive gegen die autonomen Selbstverwaltungsgebiete in Nordsyrien angekündigt hatte. Inzwischen haben die USA den Rückzug ihrer Soldaten aus Syrien bekanntgegeben. Damit wird der Luftraum für das türkische Militär freigemacht. …weiterlesen »

Ein vergessenes Volk in Bildern

Noch bis heute Abend (Freitag, 21.12., 18 Uhr) ist im Bürgersaal in Konstanz eine Ausstellung zu besichtigen, die das Leben und Kämpfen der Menschen in Rojava dokumentiert, jenem Landstrich im Norden Syriens, in dem KurdInnen seit einigen Jahren unter widrigsten Umständen basisdemokratische, egalitäre Selbstverwaltungsprojekte aufbauen. Die mit revolutionärem Eifer und geduldiger Beharrlichkeit gleichermaßen erkämpften humanitären Errungenschaften sind in ständiger Gefahr, den Machtkämpfen der Großmächte und regionaler Potentaten zum Opfer zu fallen. Aktuell hat der türkische Diktator Erdoğan neuerlich zum Sturm auf die Rojava-Kantone geblasen. Eindrücke von einer Bilderschau, die mehr will als nur berühren. Sie fordert zur Solidarisierung mit Menschen auf, die in Freiheit und Selbstbestimmung leben wollen. …weiterlesen »

Leben und Lernen in Afghanistan

Über die schwierige Situation von Frauen und Kindern in Afghanistan berichten die Kurz­filme des afghanischen Regisseurs Moham­mad Hassan Nazeri am 29.11. In einer an­schlie­ßenden Diskussionsrunde mit dem Regisseur wird auf die aktuelle Bildungslage in Afghanistan eingegangen. Die Ver­an­stal­tung findet an der Universität Konstanz im Saal A703 statt. Initiiert wurde die um 19 Uhr beginnende Vorführung von der Hoch­schul­gruppe „Studieren Ohne Grenzen Konstanz“. …weiterlesen »

Unterdrückung und Revolution

Eine Veranstaltung, die Eindruck hinterließ bei den mehr als 70 BesucherInnen, die an diesem verregneten Samstagabend den Weg in die Konstanzer Spiegelhalle gefunden hatten. Zusammen mit dem Stadttheater und seemoz hatte das Solidaritätsbündnis Rojava Kerem Schamberger (im Foto rechts) und Michael Meyen eingeladen, ihr im September erschienenes Buch über Herkunft, Geschichte und Gegenwart der Kurden vorzustellen. …weiterlesen »

Durchs wilde Kurdistan

Was gehen uns die Kurden an, fragen Kerem Schamberger und Michael Meyen am Anfang ihres Buches über die Geschichte eines Volkes, zu dem hierzulande vielen vermutlich erst einmal immer noch Karl May einfällt oder allenfalls die von Politik und Medien als terroristisch gebrandmarkte PKK. Eine Frage, die sich als eine Art Leitmotiv durch das knapp 240 Seiten starke Werk zieht, das Anfang September im Frankfurter Westend-Verlag erschienen ist. Am kommenden Samstag stellen es die Autoren in der Konstanzer Spiegelhalle vor. …weiterlesen »

Hilferuf aus Athen

Allen beschönigenden Pressemeldungen zum Trotz: Griechenland und die Griechen sind auch nach Auslaufen der „internationalen Hilfe“ längst nicht auf dem Wege der Besse­rung: Immer noch wird gehungert, immer noch können viele sich keine ärztliche Versor­gung leisten, immer noch sind die Griechen auf unsere private Hilfe angewiesen. Davon konnte sich eine kleine GNH-Delegation überzeugen, die in diesen Tagen aus Athen zurückkehrte. …weiterlesen »

Steigt seemoz ins Öl-Geschäft ein?

Richtig ist, dass seemoz e.V. demnächst Olivenöl aus Griechenland unter die Leute bringen will. Nicht richtig ist, dass seemoz mit dem Kooperationspartner Gesundheitsnetz Hegau e. V. damit Geld verdienen wird. Im Gegenteil – mit einem Teil des Kaufpreises werden Hilfsprojekte in Griechenland unterstützt. Koordiniert wird das alles von „SolidariTrade, Genossenschaft für Solidarisches Handeln e.G“ (https://solidaritrade.de) in Berlin. …weiterlesen »

Türkei-Wahlen: „Es kommt auf jede Stimme an“

Am 24. Juni wird in der Türkei gewählt. Es geht um das Amt des Staatspräsidenten, zudem entscheiden die Wähler*innen über die Zusammensetzung des Parlaments. Im Wahlkampf hat der autoritär regierende Amtsinhaber Erdogan die Zügel der Repres­sion noch einmal angezogen und drangsaliert die Opposition. Der lange Arm des Autokraten reicht dabei bis nach Deutschland. Die Lage in der Türkei vor den Wahlen ist am 21.6. auch Thema einer Veranstaltung im Treffpunkt Petershausen in Konstanz mit der linken Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut. …weiterlesen »

Wie Kritiker zu Antisemiten gemacht werden

16 Tote und hunderte Verletzte an nur einem Tag: Am Grenzzaun zwischen Gaza und Israel eskaliert im April 2018 einmal mehr die Gewalt. Und das in dem Jahr, in dem Israel seine Staatsgründung vor 70 Jahren feiert, und sich zum hundersten Mal die „Balfour-Deklaration“ jährt, die das Grundübel für den Nahost-Konflikt schuf. Das neueste Buch von Rolf Verleger könnte aktueller nicht sein. …weiterlesen »

Eine verfluchte Republikanerin

Vor 170 Jahren, am 8. März 1848, bekundeten sechstausend Deutsche auf der Place du Carrousel in Paris dem französischen Volk begeistert ihre Solidarität – es hatte gerade den König verjagt. Zwei Wochen später zogen einige hundert als „deutsche demokratische Legion“ Richtung Baden – in den Kampf für eine deutsche Republik. Unter ihnen die Seidenhändlertochter Emma Herwegh. …weiterlesen »

Advent ’17: Endlich ein Friedensangebot

Mitten im tobenden 1. Weltkrieg machten vor hundert Jahren die soeben an die Macht gelangten russischen Bolschewiki den kriegsführenden Regierungen und den Völkern Europas ein bedingungsloses Friedensangebot, das sogar im kleinen Lindau ein großes Echo hervorrief. Der Lindauer Histo­ri­ker Karl Schweizer hat die Archive durch­forstet und die Geschichte für seemoz nach- und aufgeschrieben. …weiterlesen »

Vom Wert einer Belegschaft

Im wirtschaftlich immer noch von Weißen dominierten Südafrika übernimmt die vorwiegend schwarze Belegschaft das größte Bioweingut des Landes: Das Fairtrade- und Bio-Weingut Stellar Organics. Eine stille Revolution im Kleinen – hierzulande unterstützt vom Bio-Weinimporteur Peter Riegel (Orsingen) und dem Verein Good Grapes for a Better Life. …weiterlesen »

Auf dem Weg zur Agro-City

Die meisten ExpertInnen sind sich einig: Nirgendwo in Afrika ist die Landflucht rückgängig zu machen. Also müssen neue Konzepte her – wie die Agrocity, in der Stadt und Land verschmelzen. In der Region von Kapstadt gibt es erste Ansätze, unterstützt von einem Verein im Landkreis Konstanz. Unser Autor hat Menschen besucht, die in Afrika die Landwirtschaft in die Städte holen. …weiterlesen »

Exklusiv aus Silivri: „Endlich müssen Taten folgen“

Solidarität mit Meșale Tolu: Die Journalistin aus Ulm bleibt weiter in türkischer Untersuchungshaft – das entschied am Mittwoch ein Gericht in Istanbul. Als einzige Politikerin aus Deutschland verfolgte Heike Hänsel den Prozess vor Ort. Im Telefon-Interview mit seemoz kritisiert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, die aus Tübingen kommt, nicht nur die türkische Justiz, sondern vor allem die Bundesregierung in Berlin: „Nur Appelle reichen nicht mehr“. …weiterlesen »

Katalonien: Demokratie statt Nationalismus

Auf den ersten Blick scheint der katalanische Konflikt ein weiteres Beispiel für den wieder erstarkenden Nationalismus in Europa zu sein. Das gängige Stereotyp lautet, reiche Katalanen wollten sich der Solidarität mit dem armen Süden verweigern. Doch tatsächlich liegt der Fall anders. Die Unabhängigkeitsbewegung, die in den letzten sieben Jahren in Katalonien entstanden ist, steht den europäischen Nationalismen in vielerlei Hinsicht diametral entgegen. …weiterlesen »