Bericht aus Lesbos (IV): Eine Bilanz

Arndt Dohmen ist Facharzt für Innere Medizin und arbeitete jüngst sieben Wochen im Flüchtlingslager Kara Tepe. Im letzten Teil seines eindringlichen Berichtes über die Lebensverhältnisse im Lager zieht er eine teils bittere Bilanz seiner Erfahrungen: Europa behandelt Flüchtlinge menschenunwürdig, hält sie wie Gefangene, gefährdet an den Außengrenzen bewusst deren Leben, um sie zurückzutreiben, und tritt auf seinen eigenen angeblich ach so humanen Grundüberzeugungen längst rücksichtslos herum. …weiterlesen »

Bericht aus Lesbos (III): Im Notfall alleingelassen

Arndt Dohmen ist Facharzt für Innere Medizin und arbeitete jüngst sieben Wochen im Flüchtlingslager Kara Tepe. Er hat einen eindringlichen Bericht über die Arbeit der Ärzte, das Leben und die Verfassung der Geflüchteten und die Verhältnisse in den Lagern geschrieben, den wir hier publizieren. Heute geht es um die Bedeutung der Dolmetscher, die oft aus eigener Erfahrung Hintergründe erkennen können, und um ein staatliches Gesundheitssystem, das oft nicht helfen will, kann oder darf. …weiterlesen »

Bericht aus Lesbos (II): Vergebliches Warten

Arndt Dohmen ist Facharzt für Innere Medizin und arbeitete jüngst sieben Wochen im Flüchtlingslager Kara Tepe. Heute berichtet er über die Schwierigkeiten der ärztlichen Versorgung unter Extrembedingungen. Die medizinischen und psychologischen Angebote reichen bei Weitem nicht aus, und für viele Kranke und Traumatisierte heißt Lageralltag vor allem warten, warten, warten – auf eine ärztliche oder psychologische Betreuung irgendwann einmal in einer ohnehin schon völlig ungewissen Zukunft. …weiterlesen »

Bericht aus Lesbos (I): Arzt im Lager

Arndt Dohmen ist Facharzt für Innere Medizin und arbeitete jüngst sieben Wochen im Flüchtlingslager Kara Tepe. Er hat einen eindringlichen Bericht über die Arbeit der Ärzte, das Leben und die Verfassung der Geflüchteten und die Verhältnisse in den Lagern geschrieben, den wir hier publizieren. Das ist nicht ohne Risiko, denn die griechische Regierung verbietet es allen Nichtregierungsorganisationen, die in diesen Lagern arbeiten, über die Zustände dort zu berichten. …weiterlesen »

Heute vor 80 Jahren begann der Überfall der deutschen Wehrmacht auf Griechenland

Am 6. April 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht Griechenland. Bei ihrem erzwungenen Abzug im Herbst 1944 hinterließ sie ein nach dem „Prinzip der verbrannten Erde“ völlig zerstörtes Land. Weit über tausend griechische Dörfer waren nahezu ausradiert, Hunderttausende griechische Frauen, Männer und Kinder waren verhungert, durch Geiselerschießungen, Massaker an der Zivilbevölkerung oder bei Widerstandsaktionen getötet worden. Und annähernd 60.000 griechische Jüdinnen und Juden fielen dem deutschen Rassenwahn zum Opfer. In der Bundesrepublik Deutschland blieb all das ohne rechtliche Konsequenz; die meisten Opfer wurden niemals entschädigt. …weiterlesen »

In Myanmar fließt Blut

Anfang Februar hat sich in Myanmar erneut eine Militärjunta an die Macht geputscht, gegen die sich seit Wochen Massenproteste in den größten Städten des Landes richten. Die Militärs lassen gnadenlos auf unbewaffnete Demon­strantInnen schießen, es gab bisher bereits mehrere Hundert Tote. Am Samstag versammelte sich eine UnterstützerInnen­gruppe in Konstanz, um der Opfer des Militärputsches zu gedenken und ihre Solidarität mit der burmesischen Bevölkerung zu bekunden. …weiterlesen »

Aktionstag gegen Rüstungsexporte

Am Freitag gab es wieder bundesweite Demonstrationen gegen die bundesdeutschen Rüstungsexporte, denn die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ hat den 26.2. zum Aktionstag gegen den Waffenhandel erklärt. Das Datum bezieht sich auf Artikel 26, Absatz 2 Grundgesetz, in den ein grundsätzliches Verbot von Rüstungsexporten aufgenommen werden soll, denn Deutschland ist auch weiterhin trotz aller Lippenbekenntnisse im weltweiten Waffenhandel höchst aktiv. …weiterlesen »

Atomwaffen sind völkerrechtlich geächtet!

Es gibt auch gute Nachrichten: Seit dem 22. Januar 2021 sind Atomwaffen völkerrechtlich geächtet. Verboten sind Entwicklung, Produktion, Test, Erwerb, Lagerung, Transport, Stationierung und der Einsatz von Kernwaffen sowie die Drohung damit, so ist es im Atomwaffenverbotsvertrag der UNO festgelegt. 50 Staaten haben den Vertrag bislang ratifiziert, während die offiziellen und De-facto-Atommächte und die NATO-Staaten mit Ausnahme der Niederlande den Vertrag nicht unterzeichnet haben. …weiterlesen »

Beatmungsgeräte für Rojava: Solibündnis überweist Spenden und will weiter sammeln

Spenden in Höhe von 4330 Euro konnte das Solidaritätsbündnis Rojava zum Jahresbeginn an den Verein Heyva Sor a Kurdistanê (Kurdischer Roter Halbmond) überweisen. Das Geld dient zur Anschaffung von Beatmungs­geräten, die in den basisdemokratischen Selbstverwaltungsprojekten in Nordost-Syrien dringend gebraucht werden. Seit Anfang Dezember beteiligt sich das Konstanzer Bündnis an einer internationalen Spenden-Kampagne der kurdischen Hilfsorganisation für die im Kampf gegen Corona wichtigen medizinischen Geräte. …weiterlesen »

Von „Stalin Delano Roosevelt“ lernen

Dieses Büchlein kommt mit einem gewaltigen Thema daher, das in unsere Zeit passt, obwohl es aus den 1930er Jahren stammt. In den letzten Jahren haben wir mit der Migrationsfrage, der Klimakrise und jetzt der Corona-Pandemie ein Trio existenzieller Problemberge, das die bisherige Politik der Trippelschritte als unangemessen erscheinen lässt. Und jetzt werden wegen Corona auch noch hohe Schulden und Staats-Investitionen als Heilmittel geadelt. Was jüngst noch als nicht machbar galt, geht eben doch. …weiterlesen »

Ein Beatmungsgerät für Rojava

Hart getroffen von der Corona-Pandemie sind die kurdischen Autonomieprojekte im Norden Syriens. Die in einer Föderation zusammengeschlossenen Rojava-Kommunen müssen sich seit Jahren türkischen Staatsterrors ebenso erwehren wie Ränkespielen von Regional- und Großmächten. Dazu kommt jetzt die Pandemie, die den Aufbau des Gesundheitswesens vor eine große Belastungsprobe stellt. Anlass für das Konstanzer Solidaritätsbündnis, eine Spendenkampagne zu starten. Ziel: Ein Beatmungsgerät für Rojava. …weiterlesen »

Klimakiller Handelspolitik

Am 17. September 2017 trat nach viel Widerstand und großen Demonstrationen das Handelsabkommen CETA in Kraft, das die Europäische Union mit Kanada abgeschlossen hat. Aber noch ist nichts entschieden: Der Vertrag gilt nur teilweise und vorläufig. Den dritten Jahrestag nehmen nun das Konstanzer Bündnis für gerechten Welthandel und andere Initiativen zum Anlass, um über die Gefahren der EU-Handelspolitik zu informieren – am Samstag, den 19. September, auf dem Konstanzer Münsterplatz. …weiterlesen »

Eine Reise in Chiles blutige Vergangenheit (II)

Christian Hannig hat auf dem Fahrrad die trockenste Wüste der Welt durchquert – die Atacama im Norden Chiles, gelegen zwischen Pazifik und Anden. Hierzulande ist sie am ehesten als Standort der Europäischen Südsternwarte bekannt, aber sie birgt zahlreiche, teils finstere Geheimnisse: Neben jahrtausendealten Kindermumien und Geoglyphen einer erloschenen Kultur stieß der Autor dort, hinter dem Horizont aus Sand und Salz, auch auf Wüsten-KZs und Hinrichtungsstätten aus der Pinochet-Ära. …weiterlesen »

Eine Reise in Chiles blutige Vergangenheit (I)

Christian Hannig hat auf dem Fahrrad die trockenste Wüste der Welt durchquert – die Atacama im Norden Chiles, gelegen zwischen Pazifik und Anden. Hierzulande ist sie am ehesten als Standort der Europäischen Südsternwarte bekannt, aber sie birgt zahlreiche, teils finstere Geheimnisse: Neben jahrtausendealten Kindermumien und Geoglyphen einer erloschenen Kultur stieß der Autor dort, hinter dem Horizont aus Sand und Salz, auch auf Wüsten-KZs und Hinrichtungsstätten aus der Pinochet-Ära. …weiterlesen »

Costa-Gavras-Film in Deutschland tabu

Ein im europäischen Ausland populärer, der Bundesregierung gegenüber kritischer Film kann in den Programmkinos der Bundesrepublik nicht gezeigt werden. Der Film „Adults in the Room“ des mehrfachen Oscarpreisträgers Costa-Gavras (Foto), der die Auseinandersetzungen um die Griechenlandkrise im Jahr 2015 schildert, ist in mehreren EU-Staaten im Kino zu sehen und ruft etwa in Italien ein positives Echo hervor, ist aber in Deutschland von keinem Filmverleih in das Programm aufgenommen worden. Zur Begründung wird intern vorgebracht, die Thematik sei nicht aktuell. Tatsächlich drehen sich die gegenwärtigen Auseinandersetzungen um die EU-Maßnahmen im Kampf gegen die Eurokrise um einen sehr ähnlichen politischen Kern. Zudem hat das deutsche Spardiktat, dessen Durchsetzung der Film beschreibt, in Griechenland gravierende Folgen hervorgebracht – unter anderem eine hohe Arbeitslosigkeit und krasse Armut, die das Land bis heute zeichnen. Berichten zufolge hat ein hochrangiger deutscher EU-Funktionär versucht, die Entstehung des Films zu verhindern. …weiterlesen »

AI-Kundgebung: Todesstrafe abschaffen!

Der Iran exekutiert nach China weltweit die meisten Menschen. 2019 sollen es mindestens 251 Menschen gewesen sein, die größtenteils aus politischen Gründen ermordet wurden. Zusammen mit Sedigh Karimi erinnerte Amnesty International Konstanz an drei zum Tode verurteilte Männer, die im Zuge sozialer Proteste im November 2019 von den iranischen Behörden eingesperrt worden waren. Neben ihrer Freilassung forderten die KundgebungsteilnehmerInnen die weltweite Ächtung der Todesstrafe. …weiterlesen »

Europaweiter Aktionstag: Evakuiert alle Lager! #LeaveNoOneBehind

Menschenunwürdig waren die Verhältnisse in den Lagern auf den griechischen Inseln schon vor der Pandemie. Zu tausenden müssen dort schutzsuchende Geflüchtete ausharren, weil ihnen die EU die Aufnahme verweigert. Zu den elenden Lebensbedingungen kommt jetzt noch die Gefahr durch das Virus, vor denen sich die auf engstem Raum zusammengepferchten Menschen nicht schützen können. Gegen diese durch die rigide EU-Abschottungspolitik vorsätzlich herbeigeführte Katastrophe organisiert die Seebrücke-Bewegung am 23. Mai europaweit Protest. In unserer Region ruft die Konstanzer Ortsgruppe zu einer Kundgebung auf der Marktstätte auf. …weiterlesen »