Connyland: Ein schwer verständliches Urteil

(hr) Am vergangenen Mittwoch entschied das Kreuzlinger Bezirksgericht, dass man die Betreiber und Mitarbeiter des Freizeitparks Connyland nicht der Tierquälerei bezichtigen dürfe. Genau das hatten die beiden deutschen Organisationen ProWal und Delfinschutz-Forum behauptet, da bei Connyland mehrere Delfine qualvoll gestorben waren. Der Vorsitzende Richter Urs Haubensak sah es als erwiesen an, dass die Persönlichkeitsrechte der Connyland-Betreiber verletzt worden seien, denn schließlich wisse man bis heute nicht genau, was zum Tod der Tiere geführt habe. Ein Trost bleibt den Tierschützern: Connyland wird seine restlichen Delfine abgeben müssen, da vor einigen Monaten in der Schweiz ein Importverbot für Delfine erlassen wurde.

Grü-ezi heißt es und nicht Grüzzi

20121004-232019.jpgDamit gehen sie schon los, die Missverständnisse zwischen Schweizern und Deutschen, die dortzulande eigentlich nur die „Sauschwooben“ sind. Aber was wissen wir wirklich voneinander? Und wie unterscheiden sich Bünzli in Zürich von Spießern in Konstanz? Nicht nur das Theater Konstanz geht in seiner gerade startenden Spielzeit dieser Frage nach – auch das ewig aktuelle Buch von Susann Sitzler „Grüezi und Willkommen“ erforscht die Parallelwelten beiderseits des Grenzbaums am Kreuzlinger Zoll. Und kommt zu überraschenden Erkenntnissen. Denn es geht nicht nur um die Sprache – es geht um Befindlichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein können

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Volksabstimmung: Thurgauer entscheiden sich für neue Straßen

55,6 Prozent der Thurgauer Abstimmenden haben sich am Sonntag für den Bau der beiden umstrittenen neuen Straßen – die Bodensee-Thurtalstrasse (BTS) und die Oberlandstrasse (OLS) – ausgesprochen. An der Abstimmung hatten sich 53,2 Prozent der Stimmberechtigten beteiligt. 2005 waren diese Straßen noch abgelehnt worden …weiterlesen »

„Schimons Schweigen“ in Gottlieben

Nach dem bewegenden Abend mit dem Theatermann Jossi Wieler (s. seemoz v. 31.8.) kommt nun ein zweiter jüdischer Gast ins Bodmanhaus: Ebenfalls mit einer Auswanderungsgeschichte nach Israel, allerdings einer ganz anderen. Vladimir Vertlib, geboren in Leningrad, lebt heute in Salzburg. Sein tragikomischer Roman «Schimons Schweigen» wird von der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» als sein «vielleicht bisher bestes Buch» bezeichnet …weiterlesen »

Straßenkampf im Thurgau

Während in Konstanz die Frage heiß diskutiert wird, wie und wann der B33-Ausbau weitergeht, wird im südlich angrenzenden Thurgau am 23.September über zwei Straßenprojekte abgestimmt, die seit rund 50 Jahren die Gemüter erhitzen. Die insgesamt 50,2 Straßenkilometer sollen 1,02 Milliarden Franken kosten – die 10,76 Kilometer B33 sind auf knapp 139 Mio. Euro veranschlagt. Von „unverzichtbar“ bis „überflüssig“ reichen die Meinungen im Thurgau. (Um die verschiedenen Plakatmotive mit zu bekommen, sollten Sie einen Klick auf das Teaserbild probieren) …weiterlesen »

Lesungen in historischen Häusern von Tägerwilen bis Steckborn

Das Literaturwochenende am Untersee feiert ein kleines Jubiläum: Das Fest der Bücher und Begegnungen findet am zweiten Septemberwochenende 2012 bereits zum fünften Mal statt. Wieder sind Autoren, Schauspieler und Journalisten in den Wohnstuben historischer Häuser von Tägerwilen bis Steckborn zu erleben. Es wird fünf Lesungen geben, die jeweils etwa eine Stunde dauern. Die Anfangszeiten sind so gestaffelt, dass alle Veranstaltungen besucht werden können: Am 8. und 9. September …weiterlesen »

Theater an der Grenze: Neue Köpfe, neues Programm

Max Uthoff

Seitdem Micky Altdorf nach fünfjähriger Tätigkeit die Programmplanung für das Theater im benachbarten Kreuzlingen abgegeben hat, kümmern sich nun vor allem Sarah Thurnheer, Flavia Mösli und Markus Fisch um die kommende Spielzeit. Das neue Programm bietet zwischen September und Dezember eine interessante und bunte Mischung aus Kabarett, Theater, Musik-Comedy und Clownerie. Hier ein Überblick: …weiterlesen »

Gegen die Abschottungspolitik der Schweiz

20120706-212414.jpgDie Erinnerung an ihr humanitäres Engagement ist heute wichtiger denn je: Vor 40 Jahren starb die als «Flüchtlingsmutter» bekannte Gertrud Kurz. Zeit ihres Lebens (1890-1972) kämpfte sie, emotional und politisch, für eine globale Gerechtigkeit. Auch heute ist der Boden, auf dem Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit gedeihen, immer noch fruchtbar in der Schweiz. Ein Gedenken an Gertrud Kurz kann deshalb nicht ohne kritischen Bezug zur aktuellen Asylpolitik bleiben. …weiterlesen »

Kreuzlinger Rüstungsfirma streicht fast ein Drittel aller Stellen

Die zum US-amerikanischen Rüstungskonzern General Dynamics gehörende Mowag in Kreuzlingen baut 270 von 928 Stellen ab. Betroffen von dem Arbeitsplatz-Abbau sind auch etliche Arbeitnehmer aus Konstanz und dem Umland. Die GDELS-Mowag reagiere auf die schlechte Auftragslage, hieß es vonseiten des Unternehmens. Doch an dieser Darstellung gibt es Zweifel – auch von einer Produktionsverlagerung in die USA ist die Rede. …weiterlesen »

Kantone sparen sich kaputt

In Zürich und Basel-Stadt wird am 17. Juni über Steuersenkungen abgestimmt – und PolitikerInnen werben für die Steuergeschenke, als ob sie die Entwicklungen nicht kennen würden. Die Folgen des Steuerwettbewerbs, des nicht enden wollenden Buhlens um Reiche und Unternehmen, erfahren die BewohnerInnen in Schaffhausen und St.?Gallen hautnah. …weiterlesen »

Eine „arg strapazierte Freundschaft“ über den See

Alfred Huggenberger

Das Bodmanhaus-Literaturprogramm in Gottlieben schließt das erste halbe Jahr unter neuer Leitung mit einem Thurgauer Dichter ab: Alfred Huggenberger, dessen Biografie im Auftrag des Kantons erarbeitet worden ist, war mit Otto Marquard befreundet, einem Maler auf der deutschen Seite des Bodensees. Über diese „arg strapazierte Freundschaft“ ist jüngst ein Buch erschienen, über das die Autoren nächste Woche im Bodmanhaus zu Gottlieben berichten. …weiterlesen »

Auf der Straße, für die Straße

Paul Rechsteiner; Quelle: www.parlament.ch

Während sich die deutsche Linke langsam ins politische Abseits zu manövrieren droht, zeigt ein Blick in die benachbarte Schweiz, dass es auch anders geht. Selbst scheinbar aussichtslose Wahlen lassen sich ohne teure PR-Büros, prall gefüllte Geldkoffer und politische Leerformeln gewinnen. Ein Buch über den Ständeratswahlkampf von Paul Rechsteiner sei all jenen empfohlen, die das Wesentliche aus den Augen verloren haben. …weiterlesen »

Importverbot für Delfine schockt Connyland

Der Schweizer Nationalrat hat sich vor wenigen Stunden der Entscheidung des Ständerates angeschlossen und ein Importverbot für Delfine verabschiedet. Somit steht der umstrittene Vergnügungspark Connyland in Lipperswil auf der Kippe. Nachdem mehrere Tiere bei Connyland qualvoll gestorben waren (seemoz berichtete mehrmals ausführlich), nahm die Kritik an der Delfinhaltung zu. In dem Freizeitpark lebt zur Zeit nur noch ein Delfinweibchen mit seinen zwei männlichen Jungtieren. Somit kann Connyland nicht mehr auf eigenen Nachwuchs hoffen und das Unternehmen, das vornehmlich mit der Zurschaustellung der bedauernswerten Tiere sein Geld verdient hat, wird vermutlich in finanzielle Nöte geraten. Ob Connyland die Entscheidung anfechten will, ist noch ungewiss.

Mit dem Fahrrad auf der Flucht vor der Wehrmacht

Fünf Jahre dauerte Hilar Hubers abenteuerliche Flucht vor den Nazis. Unter anderem versteckte er sich in der Ostschweiz, im Allgäu und rund um den Bodensee. Seine Desertation, seine Fluchtwege, seine Ausbrüche bieten Stoff für mehrere Bücher und Filme. Wobei seine Vorliebe zum Velo eine besondere Rolle spielte. Doch Gerechtigkeit – da wird aus dem Abenteuer politischer Wahn – fand er zeit seines Lebens nie. …weiterlesen »

Der lange Schatten von Kaiser Wilhelm zwo

Im September kehrt Pickelhaubenträger Wilhelm II. im Geiste zurück ins Toggenburg: Kirchberg feiert 100 Jahre Kaisermanöver. Muss das Jubiläum sein? Im Toggenburg ist man sich da nicht ganz einig. Aber selbst Kritiker nehmen die Feierlichkeiten auf dem Kaiserhügel mit Humor. Nur 100 000 Zaungäste wie vor 100 Jahren werden wohl nicht kommen. Auch deutsche Militärs haben sich, soweit wir wissen, dieses Mal nicht angesagt. Und das ist doch mal eine gute Nachricht. …weiterlesen »

Freibrief für Steuerhinterzieher und Schweizer Banken

Das Steuerabkommen mit der Schweiz soll deutschen Steuerbetrügern das Handwerk legen. Doch letztlich geht es darum, dass derjenige, der mit harter Arbeit sein Geld verdient und seine Steuern ehrlich abführt, in Deutschland der Dumme bleibt. Denn immer noch entgehen dem deutschen Fiskus mehrstellige Milliardenbeträge durch das Verschieben unversteuerter Gelder in die Schweiz. Und leider wird sich das mit dem neuen Steuerabkommen auch nicht ändern. …weiterlesen »

„Unerhörter Mut“ und „Das Narrenschiff“

Zwei Höhepunkte nächste Woche im Gottlieber Bodmanhaus: Eine Ausstellung zu einem Bestseller aus dem Mittelalter und eine Lesung aus einer Neuerscheinung dieser Tage. „Das Narrenschiff“ von Sebastian Brant ist einer der ersten Bestseller der Weltliteratur – das Buch, überdies ein Meisterwerk des frühen Buchdrucks, wird in einer sechsmonatigen Schau vorgestellt. Die Lesung aus „Unerhörter Mut“ hingegen – aktuell erschienen – erzählt eine Fluchtgeschichte aus dem Bodenseeraum im Jahr 1942. …weiterlesen »