Mehr Verlässlichkeit in der Corona-Politik

Die Pandemie hat auch Baden-Württemberg fest im Griff, und allerorten versuchen Regierende, Regelungen zu finden, die die Ausbreitung der Infektion anhalten oder verlangsamen. Zu diesen Maßnahmen zählen auch vorgezogene und verlängerte Schulferien – die allerdings nicht unumstritten sind. Vor allem berufstätige Eltern haben Probleme, ihre Kinder anderweitig betreuen zu lassen, und viele Menschen wünschen sich trotz aller Unberechenbarkeit der Viren einen berechenbareren Kurs der Politik.

Es ist nicht immer ganz einfach, mit den Wendungen der Politik mitzuhalten: Wie lange darf ich in die Schweiz fahren, ehe ich in Quarantäne muss, sind Masken in der Fußgängerzone Pflicht oder nicht, welche Veranstaltungen finden noch statt, welche Länden haben geöffnet? Andere Maßnahmen wie etwa die Schließung von Theatern und Konzertsälen, während die Kaufhäuser geöffnet bleiben, mögen virologischen Laien zudem auf den ersten Blick unverständlich erscheinen. Ein besonders leidenschaftlich diskutiertes Thema sind natürlich die Schulen. Die SPD-Landtagskandidatin Petra Rietzler kritisiert die geplante neue Ferienregelung in einer Medienmitteilung, die wir im Folgenden dokumentieren.

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Weihnachtsferien

In Baden-Württembergs Schulen könnten die Weihnachtsferien 2020 zwei Schultage früher beginnen, hatte Kultusministerin Susanne Eisenmann angekündigt. Offen blieb jedoch, wie diese Ferienverlängerung umgesetzt werden sollen. Die Landtagskandidatin Petra Rietzler sieht darin eine Vorgehensweise über die Köpfe der Kinder, Eltern und Schulen hinweg. „Schulen brauchen Planungssicherheit und klare Kommunikation,“ fordert Rietzler, die auch Mitglied des Landeselternbeirats ist. Es sei weder Schulleitungen noch Eltern zuzumuten, aus Medienberichten zu erahnen, welche neuen Vorgaben das Kultusministerium für den Unterrichtsbetrieb in Corona-Zeiten erlassen habe. „Jede Ankündigung, von der die Schulen noch nichts wissen, erzeugt eine große Zahl an Nachfragen, auf die Schulleitungen noch keine Antworten geben können.“ Dies sei für den gesamten Schulbetrieb, aber auch für das Vertrauen der Eltern in die Schulverwaltung schädlich.

Mehr Verlässlichkeit

Die Verantwortung für verlängerte Weihnachtsferien trage nicht etwa die Schulverwaltung, sondern sie wurde auf die Schulleitungen übertragen. Diese sollten die beweglichen Ferientage, deren Lage in Konstanz von den Schulen gemeinsam festgelegt werde, für die längeren Weihnachtsferien verwenden, hieß es aus Stuttgart. Für Rietzler ist das unverständlich. „Die Schulen legen nach Beratung mit dem Gesamtelternbeirat diese beweglichen Ferientage langfristig nach pädagogischen Gründen fest, diese Regelungen wirft man nicht wenige Wochen vor Ferienbeginn um,“ sagte Petra Rietzler. Zudem bringt es viele Eltern unnötigerweise wieder in Betreuungsnot. Ob sich die Schulen in Konstanz auf verlängerte Weihnachtsferien und eine Streichung anderer freier Tage einigen können, sei noch offen.

„Eltern und Schulen wünschen sich vom Kultusministerium eine verlässliche Kommunikation in schwierigen Zeiten,“ so Rietzler. Das unklare gesundheitliche Risiko verunsichere Kinder und Eltern derzeit schon genug.

MM/red (Bild: SPD Kreisverband Konstanz)