Ausflüge gegen das Vergessen (37): Erinnerungen an die „Schwarzwälder Blutwoche“ in Kehl

Während am 23. November 1944 auf der anderen Rheinseite alliierte und Truppen des Freien Frankreichs gerade Straßburg befreiten, erschossen NS-Schergen der Straßburger Gestapoleitstelle am Kehler Rheinufer neun französische Widerstandkämpfer. Dieser Mord war der Beginn eines Massakers an insgesamt 70 Mitgliedern der Widerstandsgruppe „Réseau Alliance“, das als „Schwarzwälder Blutwoche“ in die Geschichte einging. …weiterlesen »

„Wessen Kind bist Du?“ – Ein Gespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Tswi Herschel und seiner Tochter Natali

Der Ende 1942 im niederländischen Zwolle geborene Tswi Herschel ist einer der jüngsten Überlebenden des Holocaust. Dass er heute – da nur noch wenige ZeitzeugInnen leben – als Mitglied der zweiten Generation Erinnerungen in die Zukunft tragen kann, verdankt er der Tatsache, im Alter von nur vier Monaten von seinen Eltern einem nicht-jüdischen Paar anvertraut worden zu sein. Auf Einladung der Konstanzer Stolperstein-Initiative sprechen er und seine Tochter am 21. Juni 2022 im Wolkenstein-Saal des Konstanzer Kulturzentrums. …weiterlesen »

Ausstellung „Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Rettende Ehen jüdischer Frauen ins Exil“

Direkt nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland im März 1938 begann für österreichische Jüdinnen und Juden ein Wettlauf gegen die Zeit, es ging um Leben und Tod. Nicht wenige jüdische Frauen versuchten sich durch eine Scheinehe meist mit einem ausländischen Staatsbürger vor der Verfolgung durch das NS-Regime zu retten. Noch bis Ende Oktober 2022 zeigt das Frauenmuseum Hittisau eine Ausstellung, die dreizehn dieser Frauen porträtiert – und einen guten Grund für einen Ausflug in den Bregenzer Wald liefert. …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (36): Georg-Elser-Gedenkorte in Königsbronn

Mit seinem Attentat auf Adolf Hitler am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller wollte der Königsbronner Schreiner Georg Elser weiteres Völkermorden und „noch größeres Blutvergießen verhindern“. Sein Plan schlug fehl. Elser wurde noch am selben Tag in Konstanz verhaftet und nach über fünfjähriger Isolationshaft am 9. April 1945 im KZ Dachau ermordet. Sein ostwürttembergischer Heimatort ehrt den einfachen Arbeiter, dem es fast gelungen wäre, die Welt zu verändern, auf vielerlei Weise. …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (35): Das KZ Echterdingen

Nur ein halbes Jahr vor seinem Zusammenbruch errichtete das NS-Regime im November 1944 in Echterdingen bei Stuttgart ein Konzentrationslager. 600 jüdische Männer mussten in Steinbrüchen arbeiten und Ausbesserungsarbeiten an Start-und Landebahnen des Flughafens verrichten. Während des nur zweimonatigen Bestehens des KZ starben mindestens 119 der Männer an Hunger, Kälte und Erschöpfung – sie wurden durch Arbeit vernichtet. …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (34): Die Gedenkstele für ZwangsarbeiterInnen in Lindau

Um die 13 Millionen zivile Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge verschleppte das NS-Regime ab 1939 aus den besetzten Gebieten ins Deutsche Reich. Um den rasant steigenden Arbeitskräftebedarf der deutschen Kriegswirtschaft zu decken, mussten die „fremdvölkischen Untermenschen“ unter den Augen der deutschen Zivilbevölkerung Zwangsarbeit verrichten. Seit Ende Januar 2021 erinnert in Lindau eine Gedenkstele an das Schicksal der dorthin verschleppten und ausgebeuteten Frauen, Männer und Kinder. …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (33): Das KZ Natzweiler-Struthof

Das KZ Natzweiler-Struthof war das einzige deutsche Konzentrationslager auf französischem Boden. Im von den Deutschen annektierten Elsass mussten ab 1941 vor allem politisch verfolgte Nazigegner und Widerstandskämpfer aus vielen Ländern Europas Schwerstarbeit leisten. Struthof war Schauplatz von bestialischen pseudowissenschaftlichen Menschenversuchen und zentrale Exekutionsstätte der Region. Auch nach der Räumung des KZ im Herbst 1944 bestand es der Form nach als Stammlager für die zahlreichen Außenlager auf deutschem Boden fort; die meisten davon befanden sich im heutigen Baden-Württemberg. …weiterlesen »

„Fritz Bauer – oder Auschwitz vor Gericht“

Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus kommt der Fritz-Bauer-Biograf Ronen Steinke am 27. Januar 2022 nach Konstanz. Er spricht im Kulturzentrum am Münster über den Mann, der strafrechtliche Ermittlungen gegen eine große Zahl von einstigen NS-Funktionären in Gang setzte und als hessischer Generalstaatsanwalt den Frankfurter Auschwitz-Prozess erstritt. …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (32): Das St. Josefshaus in Herten/Rheinfelden

Fünfunddreißig „Ausflüge gegen das Vergessen – NS-Gedenkorte zwischen Ulm und Basel, Natzweiler und Montafon“ sind mittlerweile im UVK-Verlag als Buch erschienen. Für seemoz führt Sabine Bade ihre Artikelserie aber fort. Dieser Ausflug führt zum St. Josefshaus des Deutschen Caritasverbandes, aus dessen Vorgängereinrichtung 345 Menschen – darunter weit über 200 Kinder – im Rahmen der T4-„Euthanasie“-Aktion in der Tötungsanstalt Grafeneck vergast wurden. …weiterlesen »

Carl von Ossietzky – Verfassungstreuer Landesverräter

Vor dem Strafantritt in Berlin-Tegel. V. l. n. r.: Kurt Grossmann, Rudolf Olden, beide Deutsche Liga für Menschenrechte; Carl von Ossietzky, Alfred Apfel, Rechtsanwalt; Kurt Rosenfeld, Foto: BundesarchivVor 90 Jahren, am 23. November 1931, wurde Carl von Ossietzky (1889–1938) von einer republikfeindlichen Justiz wegen angeblicher Verbreitung militärischer Geheimnisse zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Wir erinnern an ihn mit einem Text des Historikers Helmut Donat zur Aktualität eines Rüstungskritikers und Friedensnobelpreisträgers …weiterlesen »

Demonstration anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen

Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Aus diesem Anlass  ruft das Kollektiv „Gegen Gewalt an FINTA*s“ in Konstanz am 25. November 2021 zu einem Demonstrationszug vom Webersteig zur Marktstätte mit anschließender Kundgebung auf. …weiterlesen »

Aus der Werkstatt der Reaktion (Teil 3)

Welchen Anteil hatte die Weimarer Republik selbst an ihrem Untergang? Welche Rolle spielte die Unterschätzung des fortwirkenden Militarismus preußischer Herkunft und des Bestrebens, die deutsche Großmachtrolle zurückzugewinnen? Wie verhielten sich die Sachwalter des gedruckten Wortes dazu – die Buchhändler und deren Standesorganisation? Und ganz aktuell: Wie geht der Börsenverein heute mit dem Rechtsextremismus um? …weiterlesen »

Aus der Werkstatt der Reaktion (Teil 2)

Welchen Anteil hatte die Weimarer Republik selbst an ihrem Untergang? Welche Rolle spielte die Unterschätzung des fortwirkenden Militarismus preußischer Herkunft und des Bestrebens, die deutsche Großmachtrolle zurückzugewinnen? Wie verhielten sich die Sachwalter des gedruckten Wortes dazu – die Buchhändler und deren Standesorganisation? Ein überaus dunkles Kapitel, in das der Historiker Helmut Donat Licht bringt. …weiterlesen »

Aus der Werkstatt der Reaktion (Teil 1)

Welchen Anteil hatte die Weimarer Republik selbst an ihrem Untergang? Welche Rolle spielte die Unterschätzung des fortwirkenden Militarismus preußischer Herkunft und des Bestrebens, die deutsche Großmachtrolle zurückzugewinnen? Wie verhielten sich die Sachwalter des gedruckten Wortes dazu – die Buchhändler und deren Standesorganisation? Ein überaus dunkles Kapitel, in das der Historiker Helmut Donat Licht bringt. …weiterlesen »

Hannes Heer: Die Wehrmacht beim Judenmord

Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Der Historiker, Publizist und Ausstellungs­macher Hannes Heer geht in seinem Vortrag am 27. Oktober 2021 in Konstanz der Rolle der Wehrmacht beim Judenmord in der Periode der Anfangsverbrechen im Juni/Juli 1941 nach. Als Leiter der ersten Wehrmachtsausstellung war es ihm bereits maßgeblich zu verdanken, dass der Mythos der „sauberen Wehrmacht“ zerstört werden konnte. …weiterlesen »

Ausstellung „Gurs 1940“ in Konstanz

Im Oktober 1940 wurden mehr als 6500 Jüdinnen und Juden aus Baden und der Saarpfalz – darunter auch 112 KonstanzerInnen – in das südfranzösische Internierungslager Gurs im unbesetzten Teil Frankreichs deportiert; die meisten von ihnen wurden später in Auschwitz-Birkenau und Sobibor ermordet. Die Gedenk- und Bildungsstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“ hat zu diesen Verbechen und ihren Vor- und Nachgeschichten die Aussstellung „Gurs 1940“ erarbeitet, die ab 21. Oktober 2021 in Konstanz zu sehen ist. …weiterlesen »

Gedenkfeier und Einweihung des Mahnmals am Bahnhof Petershausen

Am 22. Oktober 2021 wird am Bahnhof Petershausen ein von Jugendlichen im Rahmen eines schulübergreifenden Projektes gestaltetes Mahnmal enthüllt, das an die im Oktober 1940 von diesem Bahnhof ausgehende Deportation der Konstanzer Jüdinnen und Juden erinnert. …weiterlesen »