Am vergangenen Freitag fragten wir nach der französischen Pädagogin, Schriftstellerin, Anarchistin und Feministin Louise Michel (1830–1905). In vielen französischen Städten tragen Straßen den Namen der Frau, für die Freiheit ohne Gleichheit nichts war. Zu Beginn der Pariser Kommune hatte sie die bürgerlichen Truppen mit dem Appell „Schießt ihr auf uns, auf eure Brüder und Kinder?” zu entwaffnen versucht. Kurz danach wollte sie den damaligen Staatspräsidenten Adolphe Thiers töten, erkannte jedoch – wie sie in ihrer Auto­bio­gra­fie schrieb – in den gesellschaftlichen Strukturen das Hauptübel, weil in ihnen „selbst die Redlichen, einmal an die Macht gekommen, zu Schurken werden”.

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Dass keine Freude aufkommt, wenn man in Konstanz eine halbwegs bezahlbare Wohnung sucht, ist seit langem bekannt. Aber was sich auf dem angeblich freien Markt seit geraumer Zeit abspielt, spottet jeder Beschreibung. Wer nach einer akzeptablen Bleibe sucht, ohne vorher eine Bank ausgeraubt zu haben, stellt ernüchtert fest: Von sozialverträglichen Angeboten kann nur selten die Rede sein. Außerdem macht sich auf mehreren Immobilienportalen dreistes Betrugsgesindel breit. Hier der Erfahrungsbericht eines Wohnungssuchenden. Weiterlesen »

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Die Mieten in Konstanz liegen ein Drittel über dem Bundesdurchschnitt. Damit belegt die Universitätsstadt aktuell Platz Neun auf der Rangliste der teuersten deutschen Städte. Für den Verein Mieterbund Bodensee sind diese Zahlen Anlass für einen „dringenden Appell an die Konstanzer Kommunalpolitik zum Handeln“, erklärte der Vereinsvorsitzende Herbert Weber. Die Daten wurden vom Hamburger Forschungsinstitut F+B erhoben, das jährlich alle verfügbaren Mietspiegel in Deutschland auswertet. Weiterlesen »

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Die zündelnde Kommunardin

Sie wollte „die absolute Freiheit, nichts als die Freiheit”, und da ihr Credo für alle galt, vertei­digte sie, 58-jährig, nach einem Mordanschlag auch den Mann, der auf sie geschossen hatte: Er sei „von einem bösartigen System fehlgeleitet” worden, sagte sie. Konsequent war die zu ihrer Zeit meistgehasste und meistgeliebte Frau immer gewesen. 1830 als uneheliche Tochter einer Magd und eines Schlossherrnsohns in der ostfranzösischen Provinz auf die Welt gekom­men, wuchs sie umsorgt von ihren Großeltern auf dem Land heran und verschenkte, bestürzt über das Elend der Bevölkerung, einen Teil des Gelds ihrer Familie an die Armen.

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Kommentare deaktiviert für Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (25)

Auch Nese Erikli, wiedergewählte Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Konstanz, scheint den Ernst der Corona-Lage zu wittern. Umgehend nahm die Grünen-Parlamentarierin jedenfalls zu den brieflichen Vorwürfen des Konstanzer Stadtoberhaupts Stellung, gleichfalls schriftlich. In ihrer Replik weist sie Uli Burchardts Kritik am Corona-Krisenmanagement der Landesregierung zurück und wirft ihrerseits der Stadt Versäumnisse vor. Weiterlesen »

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Europaweit rufen Solidaritätsgruppen am kommenden Samstag zum Protest gegen die Blockadepolitik der USA gegen Kuba auf. Auch in Konstanz findet eine Kundgebung statt, bei der die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen verlangt wird. Mit der Kampagne „Unblock Cuba“ wollen die OrganisatorInnen Druck in Richtung UNO-Vollversammlung aufbauen, die am 21. Mai auch über eine Resolution abstimmen wird, die ein Ende der seit mehr als 60 Jahre dauernden US-Blockade fordert. Weiterlesen »

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Der Gemeinderat, der morgen bereits zum zweiten Mal in diesem Monat tagt, hat wohl wieder etliche anstrengende Stunden vor sich: Die Sitzungsvorlagen haben erneut über neunhundert Seiten, und einige brisante Themen stehen auf dem Programm: Wie weit ist Corona bereits in die Stadt eingedrungen? Wie stehen Politik und Verwaltung künftig zum Südkurier? Lässt sich Geld beim Bund für den ÖPNV vor Ort lockermachen, um die Belastungen von Stadt und Klima vor allem durch den Autoverkehr zu vermindern? Weiterlesen »

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Wie es sich im Politikbetrieb geziemt, hat der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) in einem Brief der alten und neuen Landtagsabgeordneten Nese Erikli (Grüne) artig zum Wahlerfolg gratuliert. Doch bei Glückwunsch-Floskeln blieb es diesmal nicht. Burchardt äußert in dem Schreiben mit Blick auf die teils desolate Lage in Stadt und Landkreis ungewohnt deutliche Kritik an der Corona-Politik des Landes und mahnt dringend Verbesserungen an. Erikli solle sich persönlich und nachdrücklich dafür einsetzen, dass Konstanz jetzt schnell die Außenstelle eines Impfzentrums bekommt. Weiterlesen »

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Das ABC … C wie Corona zeigt uns, dass es im öffentlichen Diskurs möglich ist, präzise mit Begriffen und komplexen Zusammenhängen zu hantieren. Wir haben wissenschaftliche Definitionen[1] gelernt, wie Inzidenz und R-Faktor. Wir haben sogar komplexe Sachverhalte hinter den Begriffen verstanden, wie: Biologisches Virus verhält sich anders als Bakterium. In dieser Sache sind wir gemeinsam klüger geworden.[2] Ganz anders sieht das bei einem sozialen Virus aus. Weiterlesen »

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Der Vatikan weigert sich weiterhin, homosexuellen Partnerschaften einen Segen zu erteilen. So eine Erklärung der zuständigen Glaubenskongregation, die auch Papst Franziskus befürwortet. Diese Entscheidung hat weltweit für Empörung gesorgt, die auch unser Kommentator teilt. Weiterlesen »

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In der Wessenbergstraße in Konstanz ist der M*-Apotheke das M abhandengekommen. Anscheinend waren es wieder einmal Leute leid, dass grundlos rassistische Symbolik und Begriffe ohne Kontextualisierung im öffentlichen Raum herumstehen. In einem Interview mit dem Südkurier rechtfertigt der Leiter der Städtischen Museen Tobias Engelsing nun diese Darstellungen. Damit reproduziert er aber Stereotypen von systemischem Rassismus – und outet sich dabei als handwerklich ungeschickter Historiker. Weiterlesen »

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Eine zum Jahreswechsel 2020/21 in die Wege geleitete Online-Umfrage der Stadt Konstanz zur Umgestaltung des Stephansplatzes hat jetzt erste Ergebnisse zutage gefördert. Grundsätzlich sind sich die Befragten einig: Das Ding ist hässlich und sollte schöner sein. Nur, wie wir jetzt dahinkommen, das ist schon seit einigen Jahren eine leidvolle Debatte. Weiterlesen »

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Warum es schwierig ist, über Alltagsrassismus zu sprechen, was die Black Lives Matter- Bewegung (BLM) verändert hat, und ob es in Konstanz weniger Alltagsrassismus gibt als andernorts, darüber sprach ich mit vier Mitgliedern von BLM Konstanz am 27. Januar per Zoom. Einen Tag später entbrannte in deutschen Medien eine Debatte um die „Z“-Soße und im Anschluss auch darüber, wie privilegierte, weiße Menschen über Rassismus sprechen.[1] Eins ist klar: Rassismus ist für viele Menschen eine Alltagsroutine, und Rassismus als ein komplexes Problem zu erkennen, zu verstehen und zu verbannen, bleibt noch ein langer, gesamtgesellschaftlicher Prozess. Weiterlesen »

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Das Universitätstheater Konstanz (UTK) feierte im vergangenen Jahr 2020 seinen 50. Geburtstag. Zu diesem Anlass entstand die „Dreamfactory“, eine virtuelle Neuinterpretation von Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ in Form einer begehbaren Website. Nun haben die Studierenden nachgelegt: Ein virtueller 360-Grad-Rundgang durch die Studiobühne gibt historische und aktuelle Einblicke in das, was das UTK und was Theater überhaupt ausmacht. Weiterlesen »

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Die Stadt Konstanz hat beim Fahrradklimatest 2020 des ADFC wie auch schon vor zwei und vor vier Jahren wieder einmal ausgezeichnet abgeschnitten und wurde dafür vorgestern vom Liebling aller antisexuellen seemoz-RedakteurInnen, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, belobigt. Die Arbeit von Gregor Gaffga, dem städtischen Radfahr­beauf­tragten unser aller Herzen und Waden, trägt also reiche Früchte und katapultiert Konstanz auf Platz 3 jener schmucken Städtchen, die auf keinem Schulglobus zu finden sind. Weiterlesen »

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Die Kultur liegt in den letzten Todeszuckungen und wenn die dritte Welle über uns hinweg­gefegt ist, arbeiten wir alle bei Tönnies, Daimler und in der Pflege? Ganz so schlimm kommt es hoffentlich nicht. Denn auch wenn die Theater­vorhänge gerade unten sind, gibt es Lebens­zeichen. Zum Beispiel die Workshops der Digitalen Theatertage am See sein, die einmal die Perspektive umdrehen, oder die Hoffnungs­schimmer des Theaters am Gleis in Winterthur auf coronataugliche Auftrittsmöglichkeiten. Weiterlesen »

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Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie stocken. Nach mittlerweile drei Monaten und über 20 regionalen Ver­hand­lungs­runden ist klar: Die Unternehmer­ver­bände wollen die Corona-Krise nutzen, um die Forderungen der IG Metall vom Tisch zu bekommen. Seit Ende der Friedenspflicht am 28. Februar haben gegen diese Verweigerungs­haltung bundesweit rund 430.000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Auch in der Bodensee-Region gab es letzte Woche Warnstreiks – digital. Weiterlesen »

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