Eilmeldung: Großkundgebung gegen Rassismus

(jüg) Weit mehr als 1000 Menschen protestierten am Samstag in Konstanz gegen Rassismus. Anlass der eindrucksvollen Kundgebung auf dem Münsterplatz war die Ermordung des Schwarzen US-Bürgers George Floyd durch einen Polizisten. Rednerinnen, bis auf wenige Ausnahmen nichtweiße Menschen, machten an vielen Beispielen deutlich, dass es sich mitnichten um ein auf die USA beschränktes Phänomen handelt. Rassistische Herabwürdigung in der Schule, an der Uni, im Betrieb und in staatlichen Institutionen gehören auch im angeblich weltoffenen Konstanz zum Alltag. Die überwiegend jungen DemonstrantInnen auf dem Münsterplatz, unter ihnen nicht wenige  Schwarze Menschen und People of Color, ließen lautstark und kämpferisch keinen Zweifel daran, dass sie das nicht länger hinnehmen wollen. (Ausführlicher Bericht folgt.)

Gegen Rassismus und Polizeigewalt

Neben Einzelpersonen rufen auf (Stand 5.6., 15.00 Uhr): Anarchistisches Kollektiv Singen, Café Mondial Konstanz e.V., JugendKultur e.V. Contrast, Konstanzer Seebrücke – Schafft sichere Häfen, linksjugend[’solid] / dielinke.SDS Uni Konstanz, OAT Konstanz, Solidaritätsbündnis Rojava, Teestube Singen.

Büdingen: Buff legt mit weiteren Zumutungen nach

Büdingen-Investor Buff hat bei der Stadt einen neuen Bauantrag eingereicht. Bereits zum fünften Mal verändert der Schweizer damit seine Pläne für die Luxusherberge am Seerhein. Der Verein „Bürgerpark Büdingen“ vermutet Methode: Scheibchenweise wolle er so Umweltversprechungen zerbröseln. Der neue Plan sieht denn auch noch mehr Flächenversiegelung und weniger öffentliche Zutrittsmöglichkeiten vor, außerdem dürften dem Projekt weitere Bäume zum Opfer fallen. Und das ist längst nicht alles. …weiterlesen »

Orchestervorstand zu Nix vs. Pijanka

Nun hat sich auch die Personalvertretung der Philharmonie zu den jüngst aufgeflammten Meinungsverschiedenheiten zwischen der Orchesterintendantin Insa Pijanka und dem Theaterintendanten Christoph Nix geäußert. Die OrchestervertreterInnen richten in einer Erklärung den Blick vor allem in die Zukunft und auf das Publikum, auf dessen regen Zuspruch sie schon in naher Zukunft hoffen. Taktisch geschickt gehen die MusikerInnen auf die drollige Schulhofschubserei der letzten Tage nur sehr indirekt ein. …weiterlesen »

„Friedenshetzer“ und Gegner des „Schwertglaubens“

Die Haltung christlicher Theologen und Pfarrer in den Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts ist zumeist wenig rühmlich: Sie haben Waffen gesegnet , zum Krieg aufgerufen und waren tatkräftige Unterstützer von Militarismus und Nationalismus. Alle? Nicht alle, denn es gab einige Ausnahmen. Vor 100 Jahren starb etwa Otto Umfrid (1857–1920), ein Pazifist aus den Reihen der evangelischen Kirche. Der weitgehend vergessene Stuttgarter Stadtpfarrer wurde nicht zuletzt von seiner Kirche angefeindet. …weiterlesen »

Bühne frei für den krummen Hermann

Anfang Mai hatte das Theater Konstanz als erstes Theaterhaus in Baden-Württemberg ein an die Bedingungen des Infektionsschutzes angepasstes Konzept für die Freilichtspiele auf dem Münsterplatz vorgestellt und damit in der Öffentlichkeit bundesweit großen Zuspruch erhalten. Das Konzept wurde auch von der Stadt Konstanz und dem Gemeinderat abgesegnet und somit können die Münsterfestspiele im Juli stattfinden. …weiterlesen »

„Keine Steuergelder für Klimakiller“

Fridays for Future meldet sich zurück: Am Dienstag versammelten sich die Klima­schüt­zerInnen nach drei Monaten coronabedingter Demonstrationspause erstmals wieder in der Konstanzer Innenstadt. Mit Mundschutz und unter Einhaltung der Abstandsregeln demon­strierten sie lautstark vor dem Büro des Bundestagsabgeordneten Andreas Jung (CDU) für ein zukunftstaugliches Konjunktur­programm. Anlass sind die laufenden Beratungen der Bundes­re­gie­rung über Wirtschaftshilfen in der Corona-Krise. Dazu hatten sie Jung zuvor schon mehr als hundert Postkarten geschickt. …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (20): Zum Grab der Widerstandskämpferin Hilde Meisel nach Feldkirch

Hilde Meisel ist eine der vielen – heute weitgehend in Vergessenheit geratenen – Frauen, die ihr Leben ganz dem Kampf gegen das Nazi-Regime verschrieben hatten. Sie wurde am 17. April 1945 in Feldkirch-Tisis bei dem Versuch, in geheimer Mission über Liechtenstein in die Schweiz zu gelangen, von Grenzbeamten erschossen. Ihr schlichter Grabstein trägt einen der von ihr im Widerstand verwendeten Decknamen und die Inschrift: „Sie lebte und starb im Dienste der sozialistischen Idee“.  …weiterlesen »

„S 21 – ein politischer Skandal“

Alles erstunken und erlogen, sagt Edzard Reuter mit Blick auf die Zahlen rund um Stuttgart 21 – und alle wußten es! Umso mehr unterstützt der ehemalige Daimler-Chef den Bildhauer Peter Lenk und sein S-21-Denkmal. Ein Gespräch über politischen Betrug, Satire und Martin Walser. …weiterlesen »

Zoff in der Kulturszene: Nix contra Pijanka

Theaterintendant Christoph Nix fühlt sich von Philharmonie-Chefin Insa Pijanka „diffamiert“ und zu Unrecht angegriffen. In einer aktuellen Pressemitteilung des Theaters, die wir ungekürzt veröffentlichen, nimmt Nix nun Stellung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen, und teilt seinerseits kräftig aus. …weiterlesen »

Grüne Zettel: Wieder Schlange stehen an der Grenze?

Das Ausbleiben der Schweizer EinkaufstouristInnen war eine der wenigen Pandemiefolgen, über die so manch eine/r nicht unglücklich gewesen sein dürfte. Nicht zuletzt entfiel durch die geschlossene Grenze das Stempeln der sogenannten grünen Zettel, das an Zollstellen regelmäßig zu langen Warteschlangen führte. Die Schlagbäume sollen sich zwar erst am 15.6. wieder komplett öffnen, bereits heute wurde indes wieder mit dem Abfertigen der Ausfuhrkassenzettel begonnen. Eine Absicht, die bei der Gewerkschaft Verdi, die auch Zollbeschäftigte vertritt, auf Ablehnung stößt. …weiterlesen »

Die Marktstätte als „Tatort Klimamord“

Mit einer Tatort-Kulisse demonstrierten in Konstanz am vergangenen Samstag Akti­vist­Innen von Extinction Rebellion gegen eine von den üblichen Verdächtigen in der Industrie vehement geforderte Auto-Kauf­prämie und das Kohlekraftwerk Datteln 4, das just an diesem Tag in Betrieb gegangen war. Für die Gruppe, die sich mit plakativen Aktionen für Klimagerechtigkeit einsetzt, beides fatale Negativsignale für die Klimawende. …weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (9)

Am vergangenen Freitag fragten wir nach dem US-amerikanischen Sänger, Schauspieler und Bürgerrechtler Harry Belafonte. Unter anderem rief er 2005 „Gathering for Justice“ ins Leben, ein inzwischen US-weit agierendes Jugendnetzwerk, das sich für die Beseitigung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit der Schwarzen und Latinos engagiert. Nach Trumps Amtsantritt 2017 war die Bewegung Mitorganisatorin des Protestmarschs für Frauen- und Menschenrechte in Washington. Er selbst hat sich inzwischen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Immerhin ist er 93 Jahre alt. brm

Badeverbot bis 15. Juni: Gates noch?

Bislang hat sich die übergroße Mehrheit der KonstanzerInnen brav an die vorgeschriebenen Corona-Schutzmaßnahmen gehalten. Aber die aktuelle Verordnung der Landesregierung, die das Baden im See untersagt, ist völlig überzogen. Man darf getrost davon ausgehen, dass nicht nur die hiesige Bevölkerung diesen Unfug nicht mitmachen wird. Ein Kommentar zur Lage. …weiterlesen »

Der feine Unterschied: Firmen helfen, nicht Besitzern

Wie sehen sich Unternehmer, Manager und Banker? Im Prinzip für klasse: innovativ, intelligent, effektiv, mutig — und in Politikern sehen sie im Prinzip ihr Gegenteil. Allerdings: Kommt eine veritable Krise, dann sind sie nur Opfer, tragen nie Mit-Schuld, klagen: Krise, Krise … und halten die Hand auf — beim gerade noch denunzierten Staat. Diese Inszenierung, erstmals groß aufgeführt anlässlich der Finanzmarkt-Krise 2008/2009, wird gerade wiederholt. …weiterlesen »

Engagiert und widerständig: Wer wars? (9)

Der zornige Sänger

Wenn ihn auf dem Schulweg weiße Kinder anrempelten, schlug er zu. Denn er war zornig, schon mit sieben, und er ließ sich nichts gefallen. Später erkannte er den Grund für seine Wut: 1927 als Sohn karibischer Einwanderer in Harlem, New York, geboren – die Mutter war Dienstmagd, der Vater Matrose –, war er ein Bürger zweiter Klasse. Früh schmiss er die Schule, hielt sich mit Hilfsjobs über Wasser und meldete sich 1944 zum Kriegsdienst. Dass er dabei hochriskante Arbeiten wie das Verladen von Munition erledigen musste – derartige Drecksjobs waren Schwarzen wie ihm vorbehalten –, empörte ihn noch mehr. …weiterlesen »

Kreis Konstanz: Mietpreisbremse

In Konstanz, Singen und Radolfzell werden Mieter durch die Mietpreisbremse ein wenig besser vor überhöhten Forderungen habgieriger Vermieter beim Abschluss eines neuen Mietvertrags geschützt. Außerdem gilt dieses Instrument neu in den Gemeinden Reichenau, Eigeltingen und Büsingen am Hochrhein, wie der Mieterbund Bodensee berichtet. Die Voraussetzungen dafür schafft eine Rechtsverordnung der Landesregierung, die am 27. Mai 2020 in Kraft trat. …weiterlesen »