"Im Toten Winkel" Filmstill © missingFILMs

Zebra Kino empfängt renommierte Regisseurin Ayşe Polat

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„Im toten Winkel“ © missingFILMs

Am 27. findet im Zebra Kino wieder ein besonderes Filmevent statt. Bei der Aufführung des Films „Im toten Winkel“ werden die Berliner Regisseurin Ayşe Polat und die Produzentin Janna Heine, mittlerweile wohnhaft in Konstanz, zu Gast sein und im Anschluss für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stehen.

Sonderbare Zwischenfälle überschatten die Dreharbeiten eines deutschen Filmteams im Nordosten der Türkei: In einem kurdischen Dorf hält eine alte Frau mit einem Ritual die Erinnerung an ihren vor 25 Jahren verschwunden Sohn wach. Vor Ort ist die kurdische Dolmetscherin Leyla, die auch Nachhilfelehrerin des türkischen Mädchens Melek ist. Als das Kind von geheimnisvollen Visionen heimgesucht wird, begibt sich ihr Vater Zafer aus Angst um seine Familie in tödliche Gefahr: Die kleine Melek scheint durch eine übersinnliche Begabung Zugang zu Verbrechen an den Kurden in der Türkei zu haben, die ihre Vorfahren begangen haben.

Die schicksalhafte Begegnung dieser Menschen entwickelt eine zerstörerische Kraft. In drei Kapiteln und multiperspektivisch erzählt, entspinnt sich ein packender Polit-Mystery-Thriller. „Im toten Winkel“ feierte vor etwa einem Jahr seine Premiere in der Encounters-Sektion der Berlinale 2023.

Die Regisseurin

Im Anschluss an die Vorführung am 27.01.2024 um 20:35 Uhr wird die kurdisch-deutsche Regisseurin Ayşe Polat gemeinsam mit Filmproduzentin Janna Heine für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stehen. Das Zebra Kino in der Chérisy-Kaserne freut sich auf den Besuch von Frau Polat, eine der ersten und bedeutendsten Vertreterinnen des sogenannten „deutsch-türkischen Kinos“ seit den 90er Jahren. Sie studierte von 1991 bis 1993 in Berlin und Bremen Germanistik, Philosophie und Kulturwissenschaft. Ihre Karriere begann sie in den neunziger Jahren mit einer Reihe erfolgreicher Kurzfilme. Schon 1991 erhielt sie für ihren Debüt-Kurzfilm den Förderpreis des Bundeswettbewerbs Jugend und Video.

Ihr Langspielfilmdebut feierte sie 1999 mit „Auslandstournee“. Der Film wurde auf Filmfestivals in Karlsbad und Tokio gezeigt und in Ankara mit dem Preis für das beste Regiedebüt ausgezeichnet. Ihr zweiter Film „En Garde“ (2004) eröffnete das Filmfestival von Locarno und erhielt den Silbernen Leoparden für den besten Film und die beste Hauptdarstellerin. Bei einigen ihrer Filme – wie „Luks Glück“ (2010), „Die Erbin“ (2013) und dem Dokumentarfilm „The Others“ (2015) – wirkte Polat zudem als Co-Produzentin. 2006 inszenierte Polat am Berliner Theater Hebbel am Ufer außerdem ihre erste Theaterarbeit „Otobüs“. Sie beschäftigt sich oft mit Themen wie Identitätssuche und Identitätsverlust.

"Im Toten Winkel" Filmstill © missingFILMs
„Im toten Winkel“ © missingFILMs

Über den Film

„Im toten Winkel“
Regie & Drehbuch: Ayşe Polat
Kamera: Patrick Orth
Schnitt: Serhad Mutlu, Jörg Volkmar
Mit: Katja Bürkle, Ahmet Varlı, Çağla Yurga u.a.
Deutschland 2023
118 Minuten
FSK 16
Mehrsprachige Originalversion mit deutschen Untertiteln

Spieltermine im Zebra Kino

Do, 25.01. | 20:40 Uhr
Sa, 27.01. | 20:35 Uhr | mit Filmgespräch
So, 28.01. | 18:00 Uhr
Mo, 29.01. | 18:45 Uhr

www.zebra-kino.de

Text: Zebra Kino / red., Bilder: missingFILMs

Ein Kommentar

  1. Ralph R. Braun

    // am:

    Unbedingt anschauen! Toller Mysterythriller über das anatolische Männlichkeitsbild, die verdrängten Geister des türkisch-kurdischen Konflikts und das autoritäre System des „Tiefen Staats“ (derin devlet), das neben den Opfer auch die Täter zerstört. Multiperspektivisch erzählt und spannend bis zur letzten Minute. Als zum Drehort Kars passende Lektüre empfohlen sei Orhan Pamuks „Schnee“.

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