Fahrradparken, blume (evtl. eine nachtkerze) kommt aus dem asphalt 2025 06 27 © harald borges

VCD fordert Fahrradparkhaus – „Investition, die sich lohnt“

Aus der Redaktion
Fahrradparken, blume (evtl. eine nachtkerze) kommt aus dem asphalt 2025 06 27 © harald borges

Das Ringen zwischen den sanftmütigen Elfen des Lichts und den unbelehrbaren Mächten der Finsternis um das Konstanzer Fahrradparkhaus kommt langsam in die entscheidenden Runden. Jetzt hat auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) unmissverständlich Stellung bezogen.

Hier eine Mitteilung des VCD:

Der Kreisverband Konstanz des Verkehrsclub Deutschland (VCD) setzt sich entschieden für den Bau eines zentralen Fahrradparkhauses direkt am Bahnhof Konstanz ein. Die Initiative sieht darin einen wichtigen Baustein zur Erreichung der klima- und verkehrspolitischen Ziele Baden-Württembergs und unterstreicht: Wir brauchen und wollen die Mobilität der Zukunft aktiv unterstützen.

Ziel: 55 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2030

Das Land Baden-Württemberg hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent zu senken. „Die Verkehrswende ist dabei kein optionales Beiwerk, sondern eine zentrale Voraussetzung“, so ein Sprecher des VCD-Kreisverbandes Konstanz. Das baden-württembergische Verkehrsministerium hat fünf konkrete Ziele formuliert, von denen die Verdopplung des öffentlichen Verkehrs sowie die Steigerung des Fuß- und Radverkehrs auf „jeder zweite Weg“ hervorstechen.

„Ein modernes Fahrradparkhaus am Bahnhof adressiert direkt diese Ziele“, führt der VCD aus. Nur mit sicheren, komfortablen Abstellmöglichkeiten werde das Fahrrad als Zubringer zum Schienennetz zur ersten Wahl.

Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr priorisieren

Der VCD betont: Es ist unerlässlich, gezielt in die Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr zu investieren. Diese Prioritätensetzung ist essenziell, um die Lebens- und Aufenthaltsqualität in Konstanz nachhaltig zu fördern. Ein zentrales Fahrradparkhaus am Hauptknotenpunkt der Stadt signalisiert Wertschätzung gegenüber umweltfreundlicher Mobilität und macht die Stadt attraktiver für Bewohner, Pendler und Touristen gleichermaßen.

Finanzierung durch gerechte Gebührenstruktur

Ein häufiger Einwand gegen solche Projekte sind die Kosten. Hier entgegnet der VCD mit einem klaren Konzept der Eigenfinanzierung:

„Diese Investition wird teilweise getragen“ durch ein faires Gebührenmodell: Kostenerhebung für die genutzten Fahrradparkplätze sowie höhere Parkgebühren für Autos.

Durch diese Lenkungswirkung und direkte Nutzungsentgelte wird die finanzielle Basis geschaffen. „Eine Investition in die Infrastruktur, die sich langfristig rechnet, die sich amortisiert und deren Nutzen unsere Städte lebenswerter macht“, fasst der VCD zusammen.

Vier Hauptargumente für das Projekt am Bahnhof

Warum gerade der Bahnhof? Er ist der zentrale Knotenpunkt für Pendler, Touristen und Studierende. Aktuell mangelt es an gesicherten Kapazitäten. Der VCD nennt vier zentrale Vorteile:

  1. Sicherheit & Ordnung: Gesicherte Anlagen beugen Diebstahl vor und befreien den Vorplatz von chaotisch abgestellten Rädern.
  2. Klimaschutz & Gesundheit: Mehr Radverkehr bedeutet weniger CO₂, weniger Feinstaub und mehr Bewegung.
  3. Flächengerechtigkeit: Weniger Platzverbrauch pro Person im Vergleich zum Auto.
  4. Lebensqualität: Attraktivere Stadträume für alle.

Forderung an die Kommunalpolitik

„Wir fordern die Stadtverwaltung auf, dieses Projekt prioritär zu behandeln“, appelliert der VCD. Der Bau eines Fahrradparkhauses am Bahnhof sei keine reine Kostenfrage, sondern eine strategische Investition in die Zukunft, die sich sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich auszahlt. Die Rahmenbedingungen seien gegeben; jetzt müsse das Handeln folgen.

2 Kommentare

  1. Karl Kranich

    // am:

    @Frau Thorbecke,
    Selbstverständlich sind die von ihnen genannten Orte wichtige Punkte und ja es ist richtig und erfreulich, dass dort viele Fahrräder parken, da es zeigt, dass in dieser Stadt viel Rad gefahren wird.

    Was ich nicht verstehe, ist warum sie den Bahnhof NICHT als einen wichtigen Knotenpunkt bewerten.

    Die vielen Fahrräder die dort jeden Tag stehen beweisen doch das Gegenteil und sind bestimmt nicht aus der Luft gegriffen. Und auch die Pendlerzahlen am Bahnhof sind nicht aus der Luft gegriffen.
    Viele davon kombinieren ökologisch verantwortlich und nachhaltig Zug&Rad – nur weil sie es selbst nicht tun, bedeutet dies nicht, dass viele andere es tun.

    Ich verstehe nicht, wie so ein Projekt, was einfach Infrastruktur für eine Radstadt Konstanz ist, solche Emotionen auslösen kann.

    Haben sie denn mal Fahrradparkhäuser in anderen Fahrradstädten gezählt und besucht? Die sind dort Normalität.

    Aber wir hier geben lieber jedes Jahr über 450.000€ für Verkehrskadetten aus, damit an ein paar Wochenenden im Jahr der Autoverkehr nicht komplett zum erliegen kommt?

    Ich bin der Meinung, dass die Mehrwerte, die ein Fahrradparkhaus bietet (ja, vielleicht nicht für sie, aber für viele andere) dagegen ab Eröffnung jeden Tag verfügbar wäre und eben nicht nur an ein paar Wochenenden im Jahr.

    Und ich bleibe auch dabei, dass es äußerst schade ist, dass so ein Projekt so eine populistische Diskussion auslöst. Als ob es keine anderen Probleme gäbe, für die es ein Gemeinsam braucht. Und keine Spaltung.

    Wenn erwachsene Menschen und MandatsträgerInnen nicht mehr sachlich diskutieren können, dann haben sie und Herr Reile beide Recht: Was für ein Unfug!

  2. Christel Thorbecke

    // am:

    Seit wann ist der Bahnhof ein „Hauptknotenpunkt“ für die sehr zahlreichen Radler in Konstanz?
    Der „Hauptknotenpunkt“ ist die alte Innenstadt mit Orten für Kultur, Einkaufsläden, Kneipen und Cafes. Das weiss hier jeder. Diese Behauptung ist einfach aus der Luft gegriffen. Da kann ich nur mit meinem sehr geschätzten ehemaligen Kollegen Holger Reile sagen: Was für ein Unfug!

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