Die ersten 15 Kandidatinnen der SPD für die im Juni 2024 anstehenden Gemeinderatswahlen.

Kommunalwahl 2024: Jetzt steht auch die Liste der SPD

Die ersten 15 Kandidatinnen der SPD für die im Juni 2024 anstehenden Gemeinderatswahlen.
Die ersten 15 Kandidat*innen der SPD für die im Juni 2024 anstehenden Gemeinderatswahlen.

Vergangenes Wochenende fand die gemeinsame Mitgliederversammlung der SPD-Ortsvereine Konstanz und Dettingen-Wallhausen im Kulturzentrum statt. Rund 60 Parteimitglieder wählten ihre Kandidat*innen für die Gemeinderatswahlen im kommenden Juni. Allzu große Überraschungen gab es keine. Nur ein Kandidat erfuhr deutliche Ablehnung.

Stadtrat und SPD-Fraktionschef Jürgen Ruff berichtete eingangs und im Schnelldurchlauf über die Arbeit der SPD-Fraktion im Gemeinderat. Ein Hauptthema war und bleibe, so Ruff, die prekäre Lage auf dem Konstanzer Wohnungsmarkt. Viele könnten sich kaum mehr eine Wohnung leisten und „die soziale Spaltung schreitet voran“. Nötig seien deswegen neue Wohnquartiere, die schnell ausgewiesen und umgesetzt werden sollten. Verzögerungen bei diversen Vorhaben, und das warf er vor allem der Freien Grünen Liste vor, seien nicht mehr akzeptabel.

Die Klimaschutzpolitik, so Ruff weiter, habe seine Fraktion in den vergangenen Jahren „maßgeblich geprägt“, aber leider hinke man derzeit den hochgesteckten Zielen doch deutlich hinterher. Da wünsche man sich mehr Tempo, aber soziale Ausgewogenheit stünde für die Konstanzer Sozialdemokrat*innen dabei an erster Stelle. Auch das millionenschwere und in der Stadtgesellschaft höchst umstrittene Programm Smart Green City verteidigte Ruff, denn da seien Projekte geplant, die man nicht länger nach hinten schieben könne. Man wolle, und da machte sich dann doch aufgrund der aktuellen Umfragen bemühter Optimismus breit, nicht nur die fünf Sitze (Jürgen Ruff, Zahide Sarikas, Jan Welsch, Alfred Reichle und Tanja Rebmann) halten, sondern sogar mindestens einen weiteren dazugewinnen.

Bekannte Gesichter sollen es richten

Jürgen Ruff wurde anschließend auf den Spitzenplatz gesetzt, was zu erwarten war. Platz zwei ging an die ebenfalls langjährige SPD-Rätin Zahide Sarikas, hinter ihr platzierte sich Jan Welsch. Auf Platz vier taucht Petra Rietzler auf, die sich in Bildungsfragen einen Namen gemacht hat. Frank Ortolf, Vorsitzender der Konstanzer SPD, ergatterte Platz fünf.

Etwas Stimmung kam auf, als Herbert Weber, der über vierzig Jahre dem Gemeinderat angehörte und lange Zeit auch Vorsitzender des Mieterbunds war, mit Nachdruck forderte, „einen ausgewiesenen Wohnungspolitiker nach vorne zu nehmen“. Damit gemeint war Winfried Kropp, der nur auf Listenplatz 13 vorgesehen war und vor kurzem Webers Nachfolge beim Mieterbund angetreten hat. Kropp bewarb sich daraufhin für Platz fünf, kandidierte gegen Frank Ortolf, unterlag aber knapp. Das, so Kropp, habe er als „schmerzlich empfunden“, er wolle sich aber dennoch mit „ganzer Kraft im Wahlkampf für die SPD einsetzen“.

Tanja Rebmann, die jüngste in der Konstanzer SPD-Ratsfraktion, zieht sich nach nur einer Wahlperiode zurück und wird nur noch auf Platz 40 geführt. Ob der 19jährige Khaled Badawi, gewählt auf Platz sieben, ein Mandat bekommt und ihren Platz einnehmen kann, ist aufgrund der Überalterung des Stadtparlaments zwar wünschenswert, aber eher fraglich. Aber man weiß ja nie….

Der ungeliebte Genosse

Eine deutliche Klatsche gab es für den noch amtierenden SPD-Rat Alfred Reichle aus Dettingen. Der ehemalige Polizist, für viele SPD-ler die stramm-konservative Flanke der hiesigen Sozialdemokraten, wurde zwar aufgrund seines Bekanntheitsgrades auf den immer noch aussichtsreichen Platz neun gewählt, bekam aber mit großem Abstand die meisten Gegenstimmen, was Reichle sichtlich bedröppelt zur Kenntnis nahm.

Hinter ihm kandidieren als denkbare Alternativen durchaus gestandene Sozialdemokrat*innen, die man dem eher linksliberalen Lager zurechnen kann. Wie beispielsweise der bereits erwähnte Winfried Kropp, Andreas Hennemann (OB-Kandidat 2020), Lore Dizinger (Gewerkschafterin), Johanna Vogt, Iris Wohlhüter, Susanne Trunk-Dietrich, Daniela Schweitzer, Uwe Herwig oder auch Ralf Seuffert (Vorstand des Kreisverbandes ADFC/Allgemeiner Deutscher Fahrradclub).

Nun sind die Wähler*innen dran.

Die Liste der 40 Kandidat*innen liest sich folgendermaßen: 1. Jürgen Ruff, 2. Zahide Sarikas, 3. Jan Welsch, 4. Petra Rietzler, 5. Frank Ortolf, 6. Iris Wohlhüter, 7. Khaled Badawi, 8. Johanna Vogt, 9. Alfred Reichle, 10. Susanne Trunk-Dietrich, 11. Andreas Hennemann, 12. Lore Dizinger, 13. Winfried Kropp, 14. Daniela Schweitzer, 15. Uwe Herwig, 16. Ramona Rössler, 17. Andre Böhning, 18. Carola Berszin, 19. Ralf Seuffert, 20. Nadja Günter, 21. Marc vo Van, 22. Evelin Tschan, 23. Felix Kühnel, 24. Deisy Ruff, 25. Marc-Peter Schambach, 26. Christine Reinke, 27. Sebastian Amberger, 28. Marion Mallmann-Biehler, 29. Florian Merkel, 30. Dorothea Wuttke, 31. Marc Schlossarek, 32. Heidi Gerlach, 33. Kevin Biemel, 34. Iris Ostermann, 35. Matthias Janssen, 36. Andrea Kreuziger, 37. Fortunato Russo, 38. Sabine Senne, 39. Harald Schuster, 40. Tanja Rebmann.

Text und Bild: H. Reile

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