Stefan Kühnle (vhs), Petra Böhrer (Altenhilfe) am 11. Januar 2024 © Harald Borges

Wie komme ich mit dem Alter klar?

10 Kommentare

Stefan Kühnle (vhs), Petra Böhrer (Altenhilfe) am 11. Januar 2024 © Harald Borges
Stefan Kühnle (vhs), Petra Böhrer (Altenhilfe) © Harald Borges

Das Altwerden ist ein Vorgang, den die meisten von uns – zumindest teilweise – selbst beeinflussen können. Wie das geht, will eine Vortragsreihe zeigen, die jetzt in Konstanz beginnt. Was können wir dafür tun, auch jenseits der 60 oder 65 ein gutes oder für einige Jahre sogar ein noch besseres Leben als bisher zu führen?

Es gibt viele Aspekte des Lebens, die im Alter für viele nicht mehr so selbstverständlich sind wie in jungen Jahren: Gesundheit etwa ist nicht mehr selbstverständlich, denn es zwickt hier und dort immer stärker; das Umfeld wird kleiner, manche Freunde sind schon tot, andere kommen kaum noch aus dem Haus; die eigenen Kinder sind flügge geworden und führen ein selbständiges Leben weit weg, und wenn mensch nicht aktiv wird oder bleibt, droht der soziale Tod durch Vereinsamung.

Ganz abgesehen davon, dass der Sarg schon erwartungsvoll mit dem Deckel klappert: Wie will ich sterben, wenn ich das überhaupt beeinflussen kann, wie geht Patient*innenverfügung, wie setze ich mein Testament auf, kurzum: Wie gestalte ich die wenigen Jahre, die ich noch habe, möglichst sinnvoll, wie bereite ich mein baldiges Ende vor?

Diesem Thema wird sich jetzt die Volkshochschule in einer Vortragsreihe widmen, die bei Interesse auch über diesen Sommer hinaus fortgesetzt werden soll, denn diese Thematik betrifft jeden Menschen irgendwann einmal, auch wenn die meisten von uns dies erst im letzten Moment (und manchmal zu spät) wahrhaben wollen.

Petra Böhrer, eine der Vortragenden und bei der Altenhilfe der Stadt Konstanz unter anderem für das „Handlungsprogramm Pflege und mehr“ zuständig, verweist darauf, dass es für die Babyboomer-Generation, die als nächste fällig ist, keine für alle ausreichende öffentliche Alten-Versorgungsstruktur geben wird: Allein der Fachkräftemangel verhindert das, auch für einige derer, die sich eine private Pflegekraft leisten können und wollen.

Der Spätherbst dieser Generation, die verhältnismäßig wenig Kinder in die Welt gesetzt hat, die für sie sorgen könnten, kann ihrer Meinung nach vor allem dann gelingen, wenn sie auf gemeinschaftliche Sorge, gegenseitiges Engagement und Selbstorganisation setzt. Sie versteht die Vortragsreihe deshalb vor allem als Lebensvorbereitung, mit der Menschen angeregt werden sollen, die Jahre ab 60, 65 als Aufbruchszeit zu verstehen, Entscheidungen zu treffen, aktiv zu bleiben.

Doch das ist den meisten Menschen nicht klar, die dieses Thema verdrängen und sich auf die öffentliche Hand verlassen. Die Vorträge der Reihe kreisen deshalb um die Frage: Was kann ich selbst tun, um ein möglichst gutes Alter zu erleben? Diese Vortragsreihe in der vhs will das Handwerkszeug dafür an die Hand geben. Das Spektrum sowohl der Vortragenden wie der Themen ist dementsprechend breit.

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der vhs mit der Altenhilfe der Stadt Konstanz, dem Stadtseniorenrat, dem Seniorenzentrum für Bildung + Kultur und dem Hospizverein Konstanz.

23.01.2024 Dr. Kurt Mosetter: Mit Strategie gesund bleiben

27.02.2024 Petra Böhrer, Rüdiger Salomon, Altersgerecht wohnen und leben

06.03.2024 Heinrich Everke, Vorsorge treffen – Patientenverfügung

10.04.2024 Dagmar Ender, Constanze Maria Preiß, Hab ich alles, was ich brauche? Brauche ich alles, was ich habe?

14.05.2024 N.N., Im Ruhestand ankommen

Eine Übersicht finden Sie hier.

Text & Bild: Harald Borges, abgebildet sind Stefan Kühnle (vhs) und Petra Böhrer (Altenhilfe der Stadt Konstanz)

10 Kommentare

  1. Wolfgang Daub

    // am:

    @Neuper & @Martin: Rassismus oder doch eher Realismus?

    Das möge jeder selber anhand folgender Zahlen beurteilen:
    Bevölkerung ohne Abschluss | Die soziale Situation in Deutschland | bpb.de“ https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61653/bevoelkerung-ohne-abschluss/

  2. Jan Nikolas Neuper

    // am:

    Sehr geehrter Herr Martin,

    Die stereotype Zuschreibung bestimmter- wie in Ihrem Kommentar oft negativer – Eigenschaften zu einer bestimmten (oder vermeintlich bestimmten) Gruppen ist diskriminierend. Im Fall Ihres Kommentars: rassistisch.

  3. Wolfgang Daub

    // am:

    Ja, auch im Bereich Pflege wären die 35.000.000€, die mittlerweile im BoFo verbrannt wurden, sicher besser angelegt gewesen!?
    Aber dieses Jahr ist ja Wahl und dann wird alles viel besser, wetten?

  4. Thomas Martin

    // am:

    Herr Braun,
    ein Pflegeberuf benötigt in der Regel eine mehrjährige Ausbildung, basierend auf einer adäquaten Schulbildung, die bei den meisten Flüchtlingen, die seit 2015 praktisch ungefiltert in unser Land strömen, nicht vorhanden ist, ganz zu schweigen vom nichtvorhandenen Willen, sich bei einer 5-Tage-Woche acht Stunden auf eine anspruchsvolle Arbeit zu konzentrieren und dabei auch noch Prüfungen zu bestehen. So einfach, wie Sie sich das denken, geht es sicher nicht.

  5. Christina Herbert-Fischer

    // am:

    Die Pflegedienste sind jetzt schon am Limit, auch die Pflegeheime kämpfen mit Personalmangel. Mit der zunehmenden Zahl älterer Menschen wird es nicht besser werden. Glücklich wer mit 80 noch fit ist, das trifft nicht auf alle Menschen zu, für solche mit geringem Einkommen, daraus folgend kleinen Renten, für solche, die schwerere körperliche Arbeit leisten mussten, ist das wohl eher die Ausnahme. Wie viele gesunde Rentner fallen denn plötzlich tot um, ohne vorher pflegebedürftig zu werden?
    zu Herrn Warndorf
    Schön für Sie, dass sie so privilegiert sind, dass Sie sich als Rentner weite Reisen leisten können. Bleibt zu hoffen, dass sie niemals auf Hilfe angewiesen sein werden.
    Bedauerlich, dass Sie die junge Generation als Jammerlappengeneration bezeichnen, dem schließe ich mich gewiss nicht an. Das hatte ich in meiner Jugend als Babyboomer auch oft zu hören bekommen, von der Vorgängergeneration mit ihren Naziwurzeln.

  6. Ralph R. Braun

    // am:

    Sollte die Einschätzung der vortragenden Expertin Petra Böhrer zutreffen, dass es künftig keine für alle ausreichende öffentliche Alten-Versorgungsstruktur mehr geben wird, würde die öffentliche Hand in einem zentralem Bereich der Daseinsfürsorge versagen. Da Frau Böhrer zugleich bei der Stadt für das „Handlungsprogramm Pflege und mehr“ zuständig ist, wirft ihre Einschätzung auch ein Licht auf besagtes Handlungsprogramm, das wohl unzureichend sein muss.
    Das Argument, die Babyboomer hätten ihrerseits zu wenige Kinder in die Welt gesetzt und müssten nun halt mit den Konsequenzen leben, kennen wir schon aus der Rentendebatte. Kleiner Tipp: Lasst mehr Flüchtlinge ins Land und bildet sie zu Fachkräften aus, dann haben wir auch mehr Pflegepersonal.

  7. Gunder Haschker

    // am:

    Herr Gessl,
    was die „schweigende Mehrheit“ so denkt, werden etliche bevorstehende Wahlen zeigen… denk ich mal…:-). Das ist einer der Vorteile eines demokratischen Systems.
    Und es ist mein Eindruck aus Gesprächen mit Leuten… die öffentlich schweigen.

  8. Tobias Gessl

    // am:

    Herr Haschker,

    woher wissen Sie was die schweigende Mehrheit denkt, wo sie doch schweigt?

  9. Gunder Haschker

    // am:

    Herr Warndorf: Gut gebrüllt, Löwe! Sie haben drastisch das zum Ausdruck gebracht, was die „schweigende Mehrheit“, und nicht nur der Älteren, denkt!

  10. Thomas Warndorf

    // am:

    Was ist das denn für ein diskrimierender Betrag? Wer kommt bloß darauf, dass jemand „jenseits der 60 oder 65“ ein alter Mensch ist? Ich fasse es nicht! Ich kenne uralte Kacker, die sind bestenfalls 20 oder noch nicht einmal volljährig.

    Ich befinde mich in der zweiten Hälfte der 70er und ich freue mich schon auf meinen 80sten. Ich arbeite gern und viel. Ich lebe gut, ich fahre sogar (!) Auto, ich mache weite Reisen, ich lebe eigenverantwortlich und und ich verzichte auf alle Gutmenschen, die meinen helfen zu müssen. Das genieße ich noch sehr viele Jahre.

    Könnt ihr solche Kurse nicht mal für die Jammerlappen-Generation machen, die sich festklebt, gute Fleischgerichte verachtet oder glaubt, mit ihren Sprüchen die Welt zu retten? Wenn ich den Kram von denen lese, dann klappert der Sargdeckel nach meinem Eindruck doch noch viel „erwartungsvoller“. Demzufolge wäre dort Lebensberatung nötig.

    So, jetzt habe mir den Ärger runtergeschrieben. Nichts für ungut!

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