
Dass Wasser die Grundlage allen Lebens ist, wird besonders in diesen heißen Tagen deutlich. Um dessen Qualität sicherzustellen, haben die Stadtwerke Konstanz einen wichtigen Schritt für die künftige Trinkwasserversorgung getan, wie die Gesellschaft in einer Pressemitteilung schreibt. In aufwändigen Arbeiten wurden beim Wasserwerk in Staad die sogenannten Reinwasserleitungen erneuert.
Diese haben eine wichtige Funktion, denn in ihnen wird das aufbereitete, saubere Trinkwasser vom Filter- zum Pumpwerk und von dort aus weiter in das öffentliche Verteilnetz transportiert. „Wir haben bislang nur mit einer Leitung gearbeitet, die einen Durchmesser von 80 Zentimetern und eine Länge von rund 55 Metern hatte. Sie war in die Jahre gekommen und stammte in Teilen aus dem Jahr 1925“, erklärt Sebastian Daus, Leiter des Wasserwerks.
„Wir haben sie jetzt durch eine moderne Doppelleitung ersetzt. Durch diese Anlagenstruktur ist es möglich, auch während späterer Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten den Betrieb aufrechtzuerhalten und eine kontinuierliche Versorgung mit Trinkwasser sicherzustellen“.
Wasserqualität steht im Fokus
Die Stadtwerke versorgen Konstanz bereits seit 1905 mit Trinkwasser, das seit 1967 im Seewasserwerk Staad aufberetet wird. Trinkwasser ist eines der wichtigsten Lebensmittel. Um die Wasserqualität dauerhaft sicherzustellen, werden neben den gesetzlich vorgeschriebenen Analysen jährlich über 200 weitere Kontrollen vorgenommen. Dabei werden unter anderem Nitratwerte, mikrobiologische Belastungen und mögliche Spurenstoffe geprüft. Die Ergebnisse liegen regelmäßig deutlich unter den Grenzwerten. So beträgt der Nitratwert beispielsweise nur rund 4,1 Milligramm pro Liter und liegt damit weit unter dem zulässigen Höchstwert von 50 Milligramm pro Liter.

Auch kleine Wasserflöhe, sogenannte Daphnien, unterstützen die Überwachung. Was zunächst skurril klingt, hat einen besonderen Grund: Sie reagieren besonders sensibel auf Veränderungen im Wasser. Ihre Bewegungen werden im Wasserwerk rund um die Uhr digital erfasst und liefern frühzeitig Hinweise auf mögliche Verunreinigungen. „Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Deshalb investieren wir beständig in moderne Technik, nachhaltige Energieversorgung und eine resiliente Infrastruktur“, sagt Sebastian Daus.
Hintergrund zur Trinkwasseraufbereitung
700 Meter vom Ufer entfernt und aus 40 Metern Tiefe wird Rohwasser aus dem Bodensee entnommen und ins Wasserwerk Staad gepumpt. Seit 1905 wird das Rohwasser dort in drei Stufen zu Trinkwasser aufbereitet. In der ersten Stufe passiert das Wasser zunächst trommelförmige Scheibenmikrofilter. Dadurch werden die meisten Feststoffe entfernt. In Stufe zwei kommt das Wasser für etwa zehn Minuten mit Ozon in Berührung und wird so desinfiziert und oxidiert.
In einem dritten Schritt durchströmt das Wasser einen 110 cm starken Zweischichtfilter. Das vollständig gereinigte Wasser wird in zwei Reinwasserbehältern gesammelt. Von dort wird es den Pumpen im alten Wasserwerk zugeleitet, die es über die Versorgungsleitungen den Hochbehältern zuführen. Um die Qualität des Trinkwassers auch auf den Transportwegen sicherzustellen, wird noch eine geringe Menge von Chlordioxid als sogenannter Netzschutz zugegeben.
700 Meter vom Ufer entfernt, aus 40 Metern Tiefe des Überlinger Sees entnommen und im Seewasserwerk Staad aufbereitet, fließt das Trinkwasser in hoher Qualität durch ein kilometerlanges Rohrnetz in alle Konstanzer Haushalte. Neben Konstanz und seinen Vororten beliefern die Stadtwerke auch die Gemeinde Reichenau sowie die Insel Mainau mit dem aufbereiteten Wasser aus dem Bodensee.
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