
Das Exzellenzprojekt „Zukunftsmusik“ endet. Was in den vergangenen zwei Jahren mit neuen Konzertformaten, ungewöhnlichen Kooperationen und besonderen Begegnungen ausprobiert wurde, soll künftig teils fester Bestandteil der Arbeit der Bodensee Philharmonie werden. Einem Rück- und Ausblick sind drei Veranstaltungen in den nächsten Tagen gewidmet.
Die Bodensee Philharmonie erhielt in den letzten Jahren Fördermittel, um neben ihrem „klassischen“ Alltagsgeschäft durch die Entwicklung neuer Formate im Rahmen eines Projekts „Zukunftsmusik“ neue Kundenkreise zu erschließen und so in die „Mitte der Gesellschaft“ zu rücken.
Die Zukunftsmusik ist vorbei, und es ist durchaus sinnvoll, einmal Bilanz zu ziehen. Was war? Wie kam das alles an, vor allem natürlich beim Publikum, aber auch bei den Organisator:innen – sowie den Musiker:innen, an die in diesem Zusammenhang leider meist zuletzt gedacht wird, die aber im besten Fall neue künstlerische Kraft aus den Experimenten schöpfen und im schlimmsten Fall den Buckel für ihnen eher sinnfrei erscheinende Auftritte hinhalten müssen?
Ein nachhaltiges Vorzeigemodell?
Aus Sicht des Orchestermanagements waren diese Jahre ein erkenntnisreicher Erfolg: „Zukunftsmusik hat sich als Raum für neue Perspektiven und innovative Zugänge zur klassischen Musik etabliert. Konzerte an besonderen Orten, interdisziplinäre Formate und die Zusammenarbeit mit PartnerInnen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen haben gezeigt, wie Musik Menschen miteinander verbinden und neue Blickwinkel eröffnen kann. Gleichzeitig hat das Projekt dem Orchester ermöglicht, flexibler zu arbeiten und schneller auf künstlerische Impulse sowie aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Zukunftsmusik hat sich zu einem Vorzeigemodell innerhalb der deutschen Orchesterlandschaft entwickelt. Das vom Bund geförderte Projekt hat MusikerInnen, Vereine, Bildungseinrichtungen, Kulturschaffende und BürgerInnen zusammengebracht und neue Räume für Musik und Begegnung geschaffen.“
Ein Meilenstein der Entwicklung der Bodensee Philharmonie also? Zu diesem Thema gibt es von 18. bis 20. Juni eine Veranstaltungsreihe, die die Veranstalter:innen ziemlich akademisch und elitär als „Symposium“ bezeichnen. Leider ist damit kein Symposium im antiken Sinn gemeint, das im Wesentlichen geistreiche Unterhaltung (die war den Alten ganz wichtig), leckeres Essen, viel Alkohol und im Idealfall musikalisch-tänzerisch-sexuelle Lustbarkeiten bot.
Gelebte Veränderung
Den Auftakt bestreiten die Macher:innen am Donnerstag, 18. Juni, um 10.00 Uhr im Wolkensteinsaal des Kulturzentrums am Münster sowie online.
Dirigent Gabriel Venzago, Intendant Hans-Georg Hofmann sowie die für die Musikvermittlung verantwortliche Andrea Hoever sprechen über „besondere Momente, Herausforderungen und Erkenntnisse. Ergänzt wird der Austausch durch die Vorstellung der wissenschaftlichen Evaluation des Projekts sowie die Premiere eines Dokumentarfilms, der die Entwicklung der Zukunftsmusik über die gesamte Laufzeit begleitet hat.“
Kostenlose Karten sowie die Online-Teilnahme finden Sie hier.
In Between
Am Freitag, 19. Juni, um 18.00 Uhr gastieren die Bodensee Philharmonie und der Konstanzer Studierendenchor „d’Acchord“ im Palmenhaus der Insel Mainau. Bei vermutlich eher hochsommerlichen Temperaturen steht Robert Schumanns „Frühlingssymphonie“ auf dem Programm. „Zwischen den musikalischen Abschnitten teilen Menschen, die die Zukunftsmusik in den vergangenen zwei Jahren geprägt haben, ihre Erinnerungen und Erfahrungen. Persönliche Geschichten, Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse werden Teil des Konzerts und verweben sich mit der Musik. Das Publikum bewegt sich mitten durch das Orchester und erlebt die Aufführung aus immer neuen Perspektiven.“
Einige Karten für den freien Eintritt gibt es vermutlich noch hier.
Holiday on Skates – Musik auf Rollen
Am Samstag, 20. Juni, um 17.00 Uhr schließlich unternimmt die Bodensee Philharmonie einen Ausflug zum Konstanzer Roll- und Eissportclub e. V. im Salesianerweg 12 am Lorettowald, und das kommt nicht von ungefähr, wie das Orchester verlautbart: „Gemeinsam mit der Abteilung Rollkunstlauf des Konstanzer Roll- und Eissportclubs verbindet dieses Projekt Musik und Rollschuhkunst zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Während das Orchester live musiziert, entstehen auf der Rollfläche Choreografien voller Dynamik, Eleganz und Leichtigkeit. Bewegungen folgen dem Rhythmus, Figuren entwickeln sich aus dem Klang und machen Musik sichtbar. Doch auch hier bleibt das Publikum nicht außen vor: BesucherInnen sind eingeladen, selbst auf Rollen zu kommen und Teil des Geschehens zu werden.“
Wir wünschen Hals- und Beinbruch.
Tickets für lau gibt es hier.

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