
Am 20. Mai 2026 werden wieder Stolpersteine für die Opfer des Nationalsozialismus vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt. Es wird dabei an insgesamt 13 jüdische Opfer, Opfer von „Euthanasie“ und Zwangssterilisierungen sowie politisch und religiös Verfolgte erinnert. Das Begleitprogramm startet am 8. Mai.
An jeder Verlegestelle wird mit einer Ansprache der Opfer gedacht. Gäste und Interessierte sind herzlich willkommen. Die diesjährige Verlegung beginnt am Mittwoch, dem 20. Mai, um 9:00 Uhr mit den Stolpersteinen für Emil und Gottlieb Weisser in der Katzgasse 10 und endet um 12:00 Uhr mit einem Stolperstein für Theresia Wilhelmina Miller in der Litzelstetter Straße 41. Die Verlegung wird von einem interessanten Begleitprogramm umrahmt.
Hier die einzelnen Stationen:
Um 09:00 Uhr, Katzgasse 10: Emil Weisser (Zwangssterilisierung) und Gottlieb Weisser („Euthanasie“)
Um 09:25 Uhr, Leinerstraße 3: Familie Meissner (Jüd:innen)
Um 09:45 Uhr, Kreuzlinger Straße 20: Johann Wieland („Euthanasie“)
Um 10:05 Uhr, Scheffelstraße 6: Franz Brenzinger (Politisch)
Um 10:20 Uhr, Bodanstraße 22: Emma Loeb (Jüdin)
Um 10:45 Uhr, Obere Laube 61: Valentin Wipplinger (Politisch)
Um 11:05 Uhr, Joseph-Picard-Straße 8: Laura Rothschild (Jüdin)
Um 11:30 Uhr, Mainaustraße 209: Hermann Mayer (Politisch)
Um 12:00 Uhr, Litzelstetter Straße 41: Theresia Wilhelmina Miller (Zeugin Jehovas)
Begleitprogramm
Am 8. Mai 2026: Führung zu den Stolpersteinen im Rahmen des Tags der Befreiung vom Nationalsozialismus. Ab 15:00 Uhr, ausgehend von der Stolperschwelle vor dem Amtsgericht Konstanz, Untere Laube 12.
Bei dem Rundgang durch die Konstanzer Innenstadt werden ausgewählte Biografien von Opfern des nationalsozialistischen Terrors – Jüdinnen und Juden, Eugenik-Opfer, Homosexuelle, politische Opfer und Zeugen Jehovas – ausführlich und exemplarisch vorgestellt. Die Führung endet vor dem Theater am Stolperstein für Willy Schürmann-Horster.
Eintritt frei, Spenden willkommen, Dauer ca. zwei Stunden.
Am 8. Mai 2026: „Der Pianist“ Filmvorführung mit Nachgespräch. Zum Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus um 18:00 Uhr im Zebra Kino Konstanz, Joseph-Belli-Weg 5. Roman Polanskis Oscar-prämiertes Drama „Der Pianist“ erzählt die wahre Geschichte des polnisch-jüdischen Pianisten Wladysław Szpilman, der als junger Mann während der deutschen Naziherrschaft in Polen gegen jede Chance überlebte.
Im Anschluss findet ein Nachgespräch mit Szpilmans Enkeltochter Alina Szpilman statt, die über ihre eigenen Erfahrungen und ihre Familiengeschichte spricht und für Publikumsfragen zur Verfügung steht. Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Zebra Kino, Alliance against Antisemitism und der Initiative Stolpersteine.
Eintritt: regulär EUR 9,00, ermäßigt EUR 7,00.
Am 19. Mai 2026: Offizielle Übergabe der Stolpersteine an die Stadt Konstanz um 19:00 Uhr im Wolkensteinsaal. Im Anschluss Vortrag von Gunter Demnig, dem Initiator des Kunstprojekts STOLPERSTEINE: „STOLPERSTEINE – SPUREN und WEGE“.
Gunter Demnig, der seit 1992 mit seinem Projekt STOLPERSTEINE an das Schicksal der Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden, skizziert in seinem Vortrag seinen künstlerischen Werdegang von 1968 bis heute. Er berichtet auch über seine Lebensaufgabe, mit der er über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden ist.
Im Anschluss an den Vortrag steht Gunter Demnig für Diskussionen und Gespräche zur Verfügung. Eintritt frei.
Am 9. Juni 2026: Erika Rosenberg-Band – Das Vermächtnis von Emilie und Oskar Schindler. Um 19:00 Uhr im Astoria-Saal Konstanz. Emilie und Oskar Schindler haben ihr Leben riskiert und ihr gesamtes Vermögen geopfert, um 1200 jüdische Menschen vor dem sicheren Tod in den Gaskammern der Nationalsozialisten zu retten. Zivilcouragiert handelten sie und kämpften mutig für Menschenrechte – in einer Zeit, in der es keine gab. Sie stellten in ihren Fabriken jüdische Kräfte an, um sie vor der Deportation und Vergasung zu retten.
Der Hollywood-Film „Schindlers Liste“ des amerikanischen Regisseurs Steven Spielberg basiert auf dem historischen Roman von Thomas Keneally aus dem Jahr 1982. Dieser Film von 1993 hat weltweit Wellen geschlagen, aber stellt er die historischen Fakten dar? Prof. Erika Rosenberg-Band lernte Emilie Schindler 1990 in Buenos Aires (Argentinien) zu einer Zeit kennen, in der Oskar Schindlers Witwe völlig unbekannt bzw. in Vergessenheit geraten war und in großer Armut lebte.
Nach langen Gesprächen mit der Historikerin und Autorin Erika Rosenberg-Band entstand ein autobiografisches Porträt jener couragierten Frau, die Jahrzehnte in der Dunkelheit des Vergessens in Südamerika lebte. Im Anschluss an den Vortrag von Erika Rosenberg-Band stellt die „Crescere Stiftung Bodensee“ das für Oskar und Emilie Schindler geplante Mahnmal vor.
Alle Informationen zu den Biografien, zum Ablauf und zum Rahmenprogramm mit weiteren Exkursionen finden sich unter www.stolpersteine-konstanz.de.

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