Konstanzer Demo gegen rechts am 24.01.2024 © H. Reile

Und nun?

Konstanzer Demo gegen rechts am 24.01.2024 © H. Reile
Konstanzer Demo gegen Rechtsextremismus am 24.01.2024 © H. Reile

Die Konstanzer Demo, an der rund 15 000 Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen teilgenommen haben, war ein deutliches Zeichen gegen menschenverachtenden Rassismus und den neofaschistischen Mob, der – in manchen Regionen –längst die Mitte der Gesellschaft erreicht hat. Wie aber soll es weitergehen? Darüber wird am kommenden Mittwoch im Restaurant Wessenberg diskutiert.

Hundertausende gingen auch anderswo auf die Straßen, um gegen rechtes Gedankengut und die AfD zu demonstrieren. Wer aber gedacht hat, das würde sich in den aktuellen Wählerumfragen niederschlagen, der irrt, denn ein Einbruch der Zustimmung für die AfD ist aktuell nicht festzustellen.

Das wiederum wundert nicht, denn viel zu lange hat man die Rechtsradikalisierung verharmlost, teilweise auch in den Medien. Sehr oft ist da zu lesen, ein Großteil der AfD-Wählerschaft dürfe keineswegs dem rechtsextremistischen Rand zugerechnet werden, es handle sich lediglich um Protestwähler*innen, die daran denken, bei denen anstehenden Wahlen mal kurzfristig per Stimmzettel ihren Frust abzuladen.

Veto!

Es ist gerade einmal hundert Jahre her, da formulierte ein Gefreiter aus Braunau in einem Buch ziemlich genau, was er wenige Jahre später auch umsetzte: den größten Massenmord der neueren Geschichte. Und heute? Man lese in diesen Zeiten die Schriften von Björn Höcke, aus denen unschwer zu erkennen ist, worum es auch ihm geht. Er und sein innerster Zirkel sind nicht weit weg von einer nationalistisch-völkischen Vorstellung mit all ihren verheerenden Auswirkungen, die uns schon mal ins Verderben getrieben haben.

In rund vier Monaten sind Kommunalwahlen, und aus AfD-Kreisen ist zu hören, dass man u.a. auch in Singen, Radolfzell und Konstanz daran denke, Listen für die jeweiligen Gemeinderäte aufzustellen. Man wird abwarten müssen, ob es tatsächlich dazu kommt, aber ausgeschlossen ist das natürlich nicht, liegt doch die AfD auch in Baden-Württemberg bei gut 20 Prozent.

Vor einigen Tagen hat Konstanz die wohl größte Demonstration seiner Nachkriegsgeschichte erlebt. Ein beeindruckender Abend, der hoffen lässt, dass die Mehrheit unserer Stadtgesellschaft dem braunen Pöbel nicht das Terrain überlassen möchte. Aber eine Demo allein löst das Problem nicht, wir müssen dranbleiben und überlegen, wie wir in den kommenden Monaten mit dem Thema umgehen.

Ein erstes Treffen von Interessierten findet am kommenden Mittwoch, 31.1., ab 19 Uhr im Café Wessenberg, Wessenbergstraße 41, 78462 Konstanz, statt.

Text und Bild: H. Reile

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