Psychotherapeut demo konstanz wessenbergstraße 2026 06 10 © julian waibel

Konstanz: Mahnwachen für ein starkes Gesundheits- und Sozialwesen

Aus der Redaktion
Psychotherapeut demo konstanz wessenbergstraße 2026 06 10 © julian waibel
Psychotherapie-Demo im Juni 2026 (© PitWuhrer)

Beschäftigte aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, Studierende sowie weitere Engagierte rufen ab heute, 15. September 2026, bis zum 13. Oktober 2026 zu wöchentlichen Mahnwachen mit Kundgebungen in Konstanz auf. Organisiert werden die Mahnwachen vom „Bündnis für unser Gesundheits- und Sozialwesen“.

Das Bündnis besteht aus Beschäftigten von Krankenhäusern, dem Rettungsdienst, der ambulanten Psychotherapie sowie Studierenden. Die Veranstaltungsreihe wird unter anderem vom „Aktionsbündnis Psychotherapie Bodensee“ und von ver.di unterstützt.

Anlass der Mahnwachen sind bereits beschlossene sowie weitere geplante Einschnitte im Gesundheits- und Sozialwesen. Der Bundestag hat am 10. Juli 2026 das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen. Es enthält unter anderem Begrenzungen der Vergütung ambulanter Therapieleistungen, Einschränkungen bei der beitragsfreien Familienversicherung sowie höhere Zuzahlungen durch Versicherte.

Mit dem Bundeshaushalt 2026 wurden die Mittel im Kapitel „Prävention und Gesundheitsverbände“ gegenüber dem Vorjahr um rund 238 Millionen Euro reduziert: von rund 959 Millionen Euro auf rund 721 Millionen Euro, für 2027 stehen weitere Einschnitte zur Beratung. Der gegenwärtige Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht für den Gesundheitsetat rund 14,33 Milliarden Euro vor, rund 7,43 Milliarden Euro weniger als 2026.

Auch im allgemeinen Sozialbereich sind weniger finanzielle Mittel vorgesehen, wie für das Elterngeld und die Kinder- und Jugendpolitik. Der Haushaltsentwurf 2027 befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren und ist noch nicht beschlossen.

Die erste Kundgebung am heutigen Tag steht unter dem Motto „Trauerdienstag“. Ab 17 Uhr findet eine Schweigeminute für Menschen statt, die von den Einschnitten betroffen sind. Sie wird musikalisch von einer Streicherin begleitet.

Das Bündnis möchte mit Bürger:innen darüber ins Gespräch kommen, wie ein Gesundheits- und Sozialwesen gestaltet werden kann, in dem eine gute Versorgung, faire Arbeitsbedingungen und eine nachhaltige Finanzierung im Mittelpunkt stehen. Kritik, Erfahrungen und Ideen sollen gesammelt und in Forderungen an politische Entscheidungsträger:innen eingebracht werden.

Eingeladen sind Beschäftigte, Klient:innen, Patient:innen, Angehörige, Studierende, Steuerzahler:innen sowie alle weiteren Interessierten. Das Sozial- und Gesundheitswesen betrifft uns alle.

Wann und wo? Vom 15. September bis 13. Oktober 2026, jeweils dienstags von 16 bis 18 Uhr auf der Marktstätte am Kaserbrunnen.

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