Interview4 2

Menschenrettung unter Beschuss

Von Manuel Oestringer (Video-Interview und Podcast)
Interview4 2

Sie versuchten zu helfen. Angesichts der humanitären Katastrophe, die die rechtsextreme israelische Regierung weiterhin verursacht, hatte sich im April eine Flotte in Barcelona auf den Weg nach Gaza gemacht. Und wurde in internationalen Gewässern gestoppt. Was genau geschah und immer noch passiert, berichtet Jonathan Arnold im Video-Interview.

Trotz angeblichem Waffenstillstand schreitet der Völkermord in Gaza nahezu ungebremst voran. Täglich sterben Menschen bei Luftangriffen und vor allem an Hunger und Krankheiten. An der Grenze nach Gaza stauen sich Lastwagen mit Hilfslieferungen, aber nur ein Bruchteil dieser Lkws wird tatsächlich in das Gebiet gelassen. Noch immer leidet Gaza unter dem Belagerungszustand. Die lokale Infrastruktur ist nahezu vollständig zerstört, die Grenzen sind geschlossen. Dass Personen und Güter über die Grenze kommen, ist mehr Ausnahme als Regel.

Eine Organisation, die trotz Blockade versucht, humanitäre Hilfe nach Gaza zu bringen, ist die Global Sumud Flottila (GSF). Eine zivile Mission, die mit Schiffen die illegale Seeblockade vor Gaza durchbrechen wollte, um Essen, Sprit, Schulmaterial, Ärzt:innen und weitere dringend benötigte Hilfe nach Gaza zu bringen.

Der aus Konstanz kommende Jonathan Arnold hat diesen April an der aktuell stattfindenden Global Sumud Flottila teilgenommen. Auf der Höhe von Kreta hat das israelische Militär in internationalen Gewässern auf die Flotille geschossen, seine Kameraden verhaftet und gefoltert und rund zwanzig Schiffe zerstört.

Ich habe mich mit ihm zusammengesetzt und mit ihm über die Global Sumud Flottila und seine Teilnahme gesprochen. Und natürlich auch über den größeren Kontext von Genozid und ethnischer Säuberung in Palästina.

Das Gespräch können Sie auch anhören. Hier geht’s zum Podcast.

Am Donnerstag, 21. Mai, berichtet Jonathan Arnold auf einer Veranstaltung der Friedensinitiative Konstanz über den solidarischen Einsatz der Flotille, wie Israel darauf reagierte und was seither geschah. Um 20 Uhr im Café Mondial, Zum Hussenstein 12, Konstanz.

PS: Sehenswert ist auch ein Video über die Zerstörungen im Norden des Gazastreifens.

4 Kommentare

  1. Maik Schluroff

    // am:

    Als „antisemitische Lügen“ bezeichnete Ruth Frenk öffentlich die bloße Ankündigung des Augenzeugenberichts von Jonathan Arnold. Eine äußerst schwerwiegende und nicht einmal ansatzweise zu belegende Anschuldigung. Und ein Bärendienst für den gerade in Deutschland so bitter notwendigen Kampf gegen wirklichen Antisemitismus.

    Das stimmt überein mit der Linie der israelischen Regierung, die u.a. folgende Institutionen / Organisationen als „antisemitisch“ erklärte:
    — UN Menschenrechtsrat / UNHRC
    — die UN allgemein
    — UN Independent International Commission of Inquiry
    — Internationaler Strafgerichtshof / ICC
    — Internationaler Gerichtshof / ICJ
    — Amnesty International
    — UNRWA

    Belege und Quellen: https://schluroff.de/cloud/index.php/s/8dAAxaAL28aX6wT

  2. Robert Becker

    // am:

    Zur Richtigstellung der Zerstörung der Wohngebäude in Deutschland sollte vielleicht mit anderen Zahlen gearbeitet werden, um den ganzen Schrecken des Ausmaßes richtig wiederzugeben. In Nürnberg beispielsweise waren laut Ki 95% der Altstadt und 90% des Stadtgebiets zerstört. Dresden ähnlich. Friedrichshafen wurde wegen der dort ansässigen Rüstungsindustrie auch fast vollständig zerstört.

    Die angeführten 22% kommen statistisch natürlich zustande, weil viele Regionen auch völlig verschont blieben, wie beispielsweise Konstanz, wohl auch aufgrund der Nähe zur Schweiz.

  3. Maik Schluroff

    // am:

    23% der Familien in Gaza haben nur eine Mahlzeit am Tag.
    Rund 50% müssen Abfall verbrennen, um eine warme Mahlzeit zuzubereiten.

    80% der Gebäude sind zerstört. Zum Vergleich: In Deutschland waren 1945 22% der Wohngebäude zerstört.

    Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober wurden pro Quadratkilometer 70 – 100 mal so viel Bomben auf Gaza abgeworfen wie auf Deutschland im 2. Weltkrieg.

    Das sind keine Hamas-Zahlen.
    Niemand komme mir da mit dem Antisemitismus-Vorwurf.

  4. Michael Wunsch

    // am:

    Ich bin sprachlos, über das, was Israel den Palästinensern antut.

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