
In einigen deutschen Städten finden seit den 1960ern an Ostern die traditionellen Ostermärsche für Frieden und Abrüstung statt. Auch am Bodensee: hier wird seit annähernd 40 Jahren der „Internationale Friedensweg“ länderübergreifend abwechselnd in Vorarlberg, der Ostschweiz oder in einer Stadt am deutschen Bodenseeufer veranstaltet.
Unter dem Motto „Wir ent-rüsten uns! Friedenskultur gemeinsam leben“ findet am Ostermontag, den 6. April 2026, der nächste Internationale Bodensee-Friedensweg 2026 (BFW 2026) statt – ein kraftvoller, grenzüberschreitender Impuls für Abrüstung, Klimagerechtigkeit und kollektive Sicherheit im Herzen Europas.
Täglich lesen und hören wir von Kriegen, Flüchtlingsströmen, Klimaveränderung, Armut und Hunger, Ungerechtigkeit und Missachtung der Menschenrechte. Nach den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen von 2015 darf es das in einer reichen Welt nicht geben, dafür müssen uns engagieren. Naomi Klein sagt:
„Wir neigen dazu, darüber nachzudenken, was wir als Einzelne tun können anstatt darüber nachzudenken, was wir kollektiv dafür tun können.“
Deshalb sind große Veranstaltungen, die länderübergreifend für Vernetzung sorgen, so wichtig. Der Internationale Bodensee-Friedensweg gibt den Teilnemenden die Gelegenheit, gemeinsam mit vielen Menschen die Stimme zu erheben und ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen. Über diesen schrecklichen Zustand der Welt, über die weitverbreitete Gleichgültigkeit dem Elend gegenüber und auch dem Entsetzen und der Trauer über den Raubbau an der Natur.
Die Kundgebung und Demonstration beginnt in Konstanz (D) und führt über die Grenze nach Kreuzlingen (CH) – begleitet von Musik, eindrucksvollen Redebeiträgen und einem sichtbaren Zeichen zivilgesellschaftlichen Engagements. Menschen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein sind eingeladen, gemeinsam für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Zukunft einzustehen. „Frieden ist kein Zustand – Frieden ist eine Haltung.“ Dieses Credo bringt der Friedensweg sichtbar in Bewegung: über Grenzen hinweg, mit Entschlossenheit und Zuversicht.
Ein starkes Zeichen aus der Rüstungsregion Bodensee
Der Bodenseeraum gilt als eine der dichtesten Rüstungsregionen Europas – mehr als 20 Unternehmen in der Umgebung produzieren Waffen, Munition oder militärische Technologie. Der BFW 2026 setzt dem ein klares Zeichen entgegen und fordert Abrüstung statt Aufrüstung, Diplomatie statt Eskalation und Klimaschutz statt Kriegswirtschaft.
Die veranstaltenden Vereine und Gruppen aus der Friedensregion Bodensee fordern unter anderem:
– Bedingungslose Einhaltung von Menschenrechten und Völkerrecht
– Vorrang für Diplomatie statt militärischer Eskalation – weltweit
– Umsetzung des UN-Atomwaffenverbotsvertrags und Abzug aller Atomwaffen aus Europa
– Ausbau ziviler Friedensdienste und Recht auf Kriegsdienstverweigerung
– Eine Friedenspolitik, die Klima, Ressourcen und Artenvielfalt schützt
– Ein Wirtschaftssystem, das dem guten Leben dient – getragen von Achtsamkeit, Verantwortung und
Nachhaltigkeit

Redner:innen und Musik: Stimmen für den Frieden
Zu den Redner:innen zählen unter anderem Jürgen Grässlin, einer der profiliertesten Rüstungskritiker im deutschsprachigen Raum sowie Helena Nyberg (UNO-Menschenrechtsbeobachterin für Incomindios und Koordinatorin der Frauenliga für Frieden und Freiheit, WILPF). Sie bringt eine feministische Sichtweise auf die Themen Sicherheit und Friedenspolitik ein.
Beiträge kommen auch von Konstanzer Schüler:innen zum neuen Wehrdienstmodell sowie vom Runden Tisch der Religionen. Im Rahmen des peacewavefestival.org wird ein Friedenslicht entzündet und über die Grenze zur Schweiz getragen. Musikalisch begleiten SAF SAP New Generation aus Zürich den Friedenszug mit westafrikanischen Trommelrhythmen. Die Gruppe aus dem Senegal unterstützt den Friedensweg seit vielen Jahren.
Erstmals werden auch Karin Jana Beck und Matthias Gerber vom Verein „StimmVolk.ch“ den Demonstrationszug anleiten: Beim gemeinsamen Einsingen und mit bekannten Friedensliedern wird ein klangvolles Stimmenmeer für Frieden und Verbundenheit entstehen.
Der Bodensee-Friedensweg ist eine zivile Friedensdemonstration und ein Begegnungsort für Menschen aus der gesamten Vierländerregion, die sich eine friedlichere Weltordnung wünschen – jenseits von Feindbildern und Aufrüstung. Pressevertreter:innen sind herzlich eingeladen.
Ablauf der Veranstaltung am 6. April
12:30 Uhr: Einstimmung und gemeinsames Einsingen zu einem „Singmeer“ an der Konstanzer Konzertmuschel im Stadtgarten. 13:00 Uhr: Offizielle Eröffnung und Reden. Danach Demonstration nach Kreuzlingen. Ziel: Hafenareal Kreuzlingen (CH), Abschluss gegen 16:30 Uhr.
Veranstaltungsflyer, Redner:innenliste und weitere Informationen: www.bodensee-friedensweg.org
Titelbild: Ausschnitt aus dem Veranstaltungsflyer © Bodensee-Friedensweg

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