Fahrradparkhaus 01 © db infrago ag, stadt konstanz

Dem Volk aufs Maul schauen

Von O. Pugliese
Fahrradparkhaus 01 © db infrago ag, stadt konstanz
© DB InfraGO AG/Stadt Konstanz

Wenn morgen der Gemeinderat zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammentritt, könnte es zu einer großen Rolle rückwärts in der Klima- und Verkehrspolitik der Radstadt Konstanz kommen. Es steht zu befürchten, dass dann der erste Schritt zur Beerdigung des geplanten Fahrradparkhauses am Konstanzer Bahnhof getan wird. Autofans und Klima-Ignorant:innen reiben sich die Hände.

Während zwischen Allensbach und Konstanz gerade mal eine dreiviertel Milliarde Euro verbuddelt wird, um den Autofahrer:innen ein bequemeres Reisen zu ermöglichen, während die Stadt Konstanz mehr als fünfeinhalb Millionen Euro für ein digitales Verkehrsmanagement auszugeben gedenkt, damit vor allem die Blechkisten komfortabler durch unsere Stadt rattern können, sieht es für das andere Ende der Verkehrshierarchie bitter aus: Seit der Eröffnung der Fahrradstraßen hat es keine Großprojekte mehr gegeben, die Radfahrer:innen oder gar Fußgänger:innen das Fortkommen wesentlich erleichtern.

Verkehrspolitik ist wirklich kein Klassenkampf, überhaupt nicht

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© DB InfraGO AG/Stadt Konstanz

Der nächste große Schritt in die Zukunft sollte das Fahrradparkhaus am Bahnhof werden, aber das könnte jetzt buchstäblich unter die Räder kommen. Während niemand das Volk fragt, ob es neue Autoparkhäuser wie das an der Europabrücke bauen und bezahlen will, wird beim Fahrradparken ganz schnell nach dem Rotstift gerufen und mangelnde Rentabilität beklagt – von Menschen übrigens, die niemals von einer Einrichtung für den Autoverkehr Rentabilität fordern würden.

Morgen im Gemeinderat wird vermutlich beschlossen, einen Bürgerentscheid durchzuführen, der vermutlich das Ende des Parkhauses bedeuten dürfte, denn die Bevölkerung auch in Konstanz wurde in den letzten Jahren darauf eingestimmt, dass strikteste Sparsamkeit das Gebot der Stunde sei. Dass diese Sparsamkeit ziemlich einseitig ausfällt, zeigt sich daran, dass die Millionen für überflüssige „Leuchtturmprojekte“ wie das Bodenseeforum nur so sprudeln, während auch ein sakrisch teurer Wasserbus, der nur eine Handvoll Leute (und das auch nur an wenigen Tagen im Jahr) transportieren kann, plötzlich mühelos finanzierbar erscheint – während etwa bei Inklusionsprojekten gebarmt wird, dass es nur so seine Art hat.

Wessen Interessen hier regelmäßig gewinnen, ist unschwer zu erkennen: Die des Klimaschutzes und der ärmeren Menschen, die statt eines teuren Wasserbusses billige Busfahrkarten und Klimaschutz für sich und ihre Kinder brauchen, sind es selten.

Dass dazu noch Teile des Konstanzer Einzelhandels weiterhin das Bild einer Kundschaft kultivieren, die unbedingt mit dem Auto direkt vor dem Laden vorfahren will, um die neue Waschmaschine eigenhändig in ihren Kofferraum stopfen zu können, gehört mittlerweile zur Folklore unserer Bodenseemetropole, ebenso wie das Bild der konsumverweigernden Radnutzer:innen, die „unsere“ Wirtschaft und Arbeitsplätze in den Ruin treiben wollen. Wer verzichtet denn schließlich schon gern um der schnöden Realität willen auf seine Lieblingsfeinde?

Bürgerentscheid oder Bürgerbegehren?

Der Gemeinderat steht morgen vor der Wahl, sich entweder durch den Beschluss für einen Bürgerentscheid an die Spitze der Meute zu setzen, oder sich später durch ein Bürgerbegehren zum Jagen tragen zu lassen.

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© DB InfraGO AG/Stadt Konstanz

Obwohl er sich in den letzten Jahren immer wieder für das Fahrradparkhaus ausgesprochen hat, dürfte sich der Rat dazu durchringen, mit der nötigen Zweidrittelmehrheit einen Bürgerentscheid in die Wege zu leiten. Die eigentliche Abstimmung könnte dann beispielsweise am 29. November stattfinden. Die Vorgehensweise ähnelt der bei einer ganz normalen Kommunalwahl, nur dass die Wählenden in diesem Fall nicht Parteien und Kandidat:innen wählen, sondern die Frage beantworten dürfen, ob sie das Fahrradparkhaus haben wollen – oder eben nicht. Es gibt ein Zustimmungsquorum von 20 Prozent, was nach Angaben der Verwaltung mindestens 13.429 Stimmen erforderlich macht.

Wenn der Gemeinderat keinen Bürgerentscheid beschließt, können Bürger:innen auch ein eigenes Bürgerbegehren initiieren, das bereits läuft. Dazu müssen sie bei ca. 67.141 Wahlberechtigten bis zum 28. Oktober ein Quorum von 7 Prozent Befürworter:innen erreichen, also mindestens 4.700 gültige Unterschriften einreichen. Diese werden dann von der Verwaltung ausgiebig geprüft, und im März/April 2027 könnte dann abgestimmt werden.

Die Kosten für einen Bürgerentscheid oder ein Bürgerbegehren werden übrigens auf knapp 600.000 Euro geschätzt.

Kommt das Förder-Manna in jedem Fall?

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© DB InfraGO AG/Stadt Konstanz

Eine wichtige Frage ist, wie sich die Verzögerung des Projekts durch die Volksbefragung auf die Fördermittel von Bund, Land usw. auswirken wird: Werden so Fristen gerissen und fallen damit Gelder weg, so dass sich das Parkhaus – eine Zustimmung einmal vorausgesetzt – massiv verteuert?

Die Fördermittel in Höhe von 3.340.000 nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) würden in jedem Fall auch bei einer Verzögerung fließen. Was aus einer weiteren knappen Million wird, die das Bundesministerium für Verkehr (BMV) über das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM), den zentralen Träger der Radverkehrsförderung, beisteuern soll, will die Verwaltung bis zur morgigen Sitzung in Erfahrung bringen.

Im zutiefst bürgerlichen Lager, wo die Bleifüße und Fahrradhasser:innen geballt auftreten, herrscht großer Optimismus, das feindliche Parkhaus auf dem einen oder anderen Wege zu Fall bringen zu können.

12 Kommentare

  1. Alex Tasdelen

    // am:

    @Daniel Schneider
    Vielen Dank, dass Ihnen unsere Plakate gefallen, ganz ohne Werbeagentur.
    Inhaltlich hat sich das JFK im Amtsblatt vom 11.Juli 2026 klar zu den Themen Bürgerentscheid und Fahrradparkhaus positioniert.

  2. Giovanni Galizia

    // am:

    Wir brauchen mehr Platz für Autos! Für Handwerker, für Menschen aus den Dörfern, für Menschen die pendeln müssen und kein angemessenes alternatives Angebot haben.
    Wie kriegen wir mehr Platz für Autos ohne Häuser abzureißen? In dem wir all denen, die mit dem Fahrrad fahren könnten es aber noch nicht tun eine bessere Infrastruktur bieten.
    Jedes Fahrrad mehr macht Platz für den Autoverkehr, damit er flüssig bleibt. Würden alle, die heute auf der Fahrradstrasse fahren, aufs Auto umsteigen, wäre jeder Tag wie der Samstag.
    Eine gute Infrastruktur für Fahrräder ist ein Geschenk für alle, auch ganz besonders für die, die auf das Auto nicht verzichten können.
    Nochmal: Das Fahrradparkhaus verbessert die Situation in der Stadt für Fahrräder, Menschen die gehend unterwegs sind, und Leute, die das Auto nutzen. Es ist für Alle gut!

  3. Dietmar Messmer

    // am:

    An Sieglinde. Seit 1975 fahre ich mit dem Fahrrad in Konstanz und Kreuzlingen. In den letzten Jahren ehrenamtlich auch mit dem Auto einen Mittagstisch füllend. Meist finde ich es besser zu Fuß. Eigentlich bevorzuge ich die Freiheit, überall ohne Abzocke das Fahrrad abstellen zu können. Deshalb sollte auf jeden Fall ein kostenloser Abstellplatz in einem Fahrradparkhaus nutzbar sein. In Konstanz forderte jahrelang eine critical mass Fahrraddemo Akzeptanz auf der Straße ohne Umschweife. (in Stuttgart noch aktiv)
    https://criticalmass.in/stuttgart

  4. Karl Kranich

    // am:

    @Paul Andres

    Und was spricht nach ihrer Logik und ihrer Sicht dann dagegen, die Tourismus- und Klimaschutzabgabe um 0,45 Prozentpunkte von derzeit 5,6% auf 6,05% zu erhöhen? Dann wäre das Fahrradparkhaus nämlich auch finanziert.

    Macht bei einer Übernachtung in Höhe von 100€ nämlich genau 45Cent Unterschied.

    Oder glauben Sie, dass deshalb auch nur ein Übernachtungsgast weniger in Konstanz ünernachten würde?

    Für mich zeigt sich darin eher die ganze Absurdität dieser Diskussion.

  5. Paul Andres

    // am:

    Die Befürworter des Fahrradparkhauses vergessen in ihren permanenten Milchmädchenrechnungen aus irgendeinem Grund immer zu erwähnen, dass nun mal auch laufende Kosten entstehen, die sich eher nicht tragen werden (schwer zu schluckende Pille: Die Autoparkhäuser rechnen sich. Ich nutze sie nicht, und kann das Argument trotzdem anerkennen)

    So oder so ist die Argumentation „Jetzt haben wir schon so viel Geld ausgegeben, jetzt müssen wir schon noch mehr ausgeben“ ziemlich schwach. In der Vergangenheit Fehler gemacht zu haben ist wohl kaum eine Legitimation dafür, sie zu wiederholen und langfristig zu verankern.
    Dieser Fehlschluss ist so geläufig, dass er unter der Bezeichnung „Sunk cost“ / „Versunkene Kosten
    “ in der BWL gelehrt wird.

    In der gesamten Debatte hört man seit Monaten kaum ein Argument, das nicht auf purer Polemik fußt.
    Es ist ermüdend, dass jeder den Eindruck zu haben scheint, dass man sich blind auf eine Seite schlagen muss.
    Ich bin kein Auto-Narr und nutze am liebsten Bus oder privaten E-Scooter. Und trotzdem stehe ich dem Fahrradparkhaus zumindest kritisch gegenüber. Ist Ambiguitätstoleranz in jeder Diskussion mittlerweile vollständig verloren gegangen?

    Ein Vorschlag am Rande: Wie wärs, wenn man das absurde Bodenseeforum zumacht (AKA „Der erhobene Burchhardtsche Mittelfinger nach dem von Herrn Knöpfle genannten Bürgerentscheid)? Von der Einsparung lässt sich die Finanzierung locker tragen. Und vom Sechsstelligen Betrag, der dann noch übrig ist, die Preiserhöhungen für Bustickets abdämpfen.
    Der Autor selbst erkennt die Problematik und analysiert das bisschen Nutzung korrekt. Scheut sich dann aber davor die Forderung zu stellen, die den Haushalt tatsächlich entlasten würde.

  6. Marco Knöpfle

    // am:

    Ja zu Bürgerentscheiden – aber zum richtigen Zeitpunkt!

    Ich habe vor 17 Jahren den Bürgerentscheid zum Konzert- und Kongresshaus mit angestoßen und halte Bürgerentscheide für ein gutes Mittel, kontroverse Großprojekte auch gegen politische Mehrheiten im Gemeinderat von der Bürgerschaft bestätigen oder korrigieren zu lassen. Der Bürgerentscheid zum KKH wurde damals ebenfalls aus Sorge vor einem Bürgerbegehren vom Gemeinderat selbst beschlossen, das 60 Mio. Euro teure Projekt wurde dadurch ins seiner Frühphase durch die Mehrheit der Bürgerschaft gestoppt. Im Fall Fahrradparkhaus hätte ich mir dagegen gewünscht, dass der Gemeinderat nach derart langem Vorlauf, vollendeten Planungen und der Tatsache, dass bei einem Abbruch des Projekts viel Geld und Zeit verloren geht, die Entscheidung bei sich belässt. Zumal es wohl nie mehr eine so günstige Gelegenheit gibt, das Problem des Fahrradparkens rund um den Bahnhof in den Griff zu bekommen. Ich verstehe allerdings, dass der Druck nicht einfach auszuhalten ist, der durch politisches Ränkespiel und eine KI gestützte Desinformationskampagne auf die Entscheidungsträger aufgebaut wurde. Egal, was am Ende dabei rauskommt, es wird die Arbeit von Gemeinderat und Verwaltung nicht einfacher machen. Denn zukünftig wird das Mittel Bürgerentscheid schneller aus dem politischen Werkzeugkasten geholt, wenn Minderheiten im Gemeinderat das Mehrheitsprinzip der repräsentativen Demokratie nicht akzeptieren wollen.

    Pure Geldverschwendung
    Der Ausstieg aus dem Fahrradparkhaus über einen Bürgerentscheid würde die Stadt rund 1,3 Millionen Euro kosten: 700 TSD für die Rückzahlung der Planungsförderung, mind. 570 TSD für den Bürgerentscheid selbst. Damit läge der Ausstieg aus dem Projekt bei einem Drittel dessen, was die Stadt für seine Realisierung zu bezahlen hätte. 1,3 Mio. für nix in den Sand gesetzt, ohne Lösung irgendeines Problems, dafür verbranntes Vertrauen und Stillstand auf Jahre. Oder anders gesagt: entscheidet sich der Gemeinderat direkt für das Fahrradparkhaus, hätte die Stadt für rund 2,5 Mio. über den Ausstiegskosten eine Immobilie im Wert von 8,5 Mio. Euro. Dazu käme die positive Wirkung auf den Pendlerverkehr, die Innenstadtattraktivität und den umsatzstarken Radtourismus. Der Ausstieg aus dem Projekt wäre für mich pure Geldverschwendung. Ich bin ein Freund von Bürgerentscheiden, wenn sie von der Bürgerschaft in der Startphase von Projekten in Gang gesetzt werden. Im Falle des Fahrradparkhauses kommt ein Bürgerentscheid für mich Jahre zu spät. Ich finde es zudem politisch problematisch, dass der Bürgerentscheid in dem Moment von den „bürgerlichen“ Fraktionen beantragt wurde, als ihnen klar wurde, dass sie die direkte Abstimmung verlieren würden. Das ist für mich Machtpolitik, nicht Bürgernähe. Ich hoffe, die bisherige Mehrheit im Gemeinderat zeigt diesem Manöver doch noch die rote Karte und entscheidet sich direkt für das Fahrradparkhaus. Wenn Bürger danach anfangen, Stimmen für ein Bürgerbegehren zu sammeln, ist das ihr gutes Recht. Sie tragen dann auch die Verantwortung für die Folgen und Kosten, nicht mehr der Gemeinderat. Ich hoffe weiterhin, uns bleibt dieses finanz- und verkehrspolitische Desaster erspart – sowohl jetzt als auch bei zukünftigen Projekten, denen erst bei „Schlüsselübergabe“ der politische Wind entgegengeblasen wird.

  7. Daniel Schneider

    // am:

    @Bernd Eisenbarth

    Ich bin wenig überrascht, dass hier im seemoz eine Entscheidung der Bürger*innen kritisch betrachtet wird – wird hier doch schließlich auch die Unantastbarkeit des Gemeinderates sehr hoch gehandelt.
    Nichtsdestotrotz möchte ich der Argumentations des „links-grün“- dominierten Gemeinderates widersprechen. Schließlich haben wir auf der wirklich „linken“ Seite lediglich 3 Sitze zu verzeichnen, welche durch die 10 Sitze der konservativen FGL+Grüne schon wieder aufgehoben wird. Ebenso konservativ bis rechts bewegen sich (CDU) mit 8 und FW mit 6 Sitzen, nebst zweier Kleinstparteien, deren Namen mir entfallen sind, aber ebenfalls zusammen auf 9 Sitze kommen. Macht also 3 linke Sitze, gegenüber 33 konservativer bis rechter Sitze. Und 10 Grüne gegenüber 23 nicht-Grüne. (……). Unter „Dominanz“ verstehe ich jedoch etwas anderes, ebenso ist von einer links-grünen solchen im Handeln, weder der Stadt noch im Bund, etwas zu erkennen.
    Dann wäre da noch das JFK, allerdings habe ich bislang nicht verstanden, was die außer hipper Plakate so machen.

  8. Bernd Eisenbarth

    // am:

    @Sven Schulz: Dass Rot-Grün unseren Gemeinderat dominiert, ist Tatsache, heißt aber (zumindest m.M.n.) nicht unbedingt, dass dort „gemauschelt“ wird. Weder dieses möchte ich unterstellen, noch, dass der GR kein demokratisch legitimiertes Gremium sei. Mir gibt es einfach ein besseres Gefühl, dass Projekte dieses Ausmaßes von mehr als diesem Gremium, nämlich vom Volk und Steuerzahler selbst, mit-abgesegnet werden, was im Übrigen auch bei Großprojekten wie dem B33-Ausbau angesagt wäre, von der Landes-/Bundespolitik aber wohlweislich nicht umgesetzt wird, weil man auch dort gerne möglichst widerstands-arm regiert. Die Stadtverwaltung ist da keine Ausnahme, da sie jetzt ja auch nur unter Druck evtl. nachgibt (u.a. OB Burchardt hat den Entscheid bis dato kategorisch abgelehnt). Dass sie andere Projekte, wie im Artikel genannt, bisher meist im Alleingang durchgezogen hat, bestätigt dies. Im Übrigen fühle ich mich mit meiner Meinung weder einer bürgerentscheid-bejahenden „Meute“ zugehörig, noch einer Bande von „Klima-Ignoranten“, wie der Autor des Artikels polemisch anführt. Was er mit derartigen Diffamierungen beabsichtigt, ist offensichtlich, könnte aber evtl. nicht zielführend sein in seinem Sinne. Dazu zeugt es für mich von nur geringer demokratischer und rhetorischer Kompetenz.

  9. Peter Krause

    // am:

    Wie bereits an anderer Stelle einmal gesagt:
    Bürgerbeteiligung und „direkte Demokratie“ werden von dem einem und der anderen aus dem sogenannten „linken Spektrum“ (ich verkürze stark!) als eine Bereicheruung unserer demokratisch-politischen Kultur gesehen. Nun sollten all diejenigen, die dieser Ansicht sind, nicht jammern, wenn dieses Instrument der Beteiligung auch mal von der „anderen Seite“ eingesetzt wird.
    Ich bin hier grundsätzlich skeptisch. Der Gemeinde-/Stadtrat soll entscheiden und die Verantwortung übernehmen, dafür ist er gewählt – und wird ggf. abgewählt.
    Mal sehen, was als nächstes kommt: Ein Bürgerbegehren gegen Tempo 30/40? Ein Bürgerbegehren für die Aufhebung der Nachtruhe?

  10. Sven Schulz

    // am:

    @Bernd Eisenbarth: „…weil es dann eben eine Mehrheitsentscheidung ist und nicht einfach eine durch einen links-grün dominierten Gemeinderat getroffene.“
    Das ist natürlich eine legitime Haltung und tatsächlich Ihr demokratisches Recht diese zu vertreten. Ein Recht, für das ich auch immer einstehen würde.
    Aber: Der links-grün dominierte Gemeinderat ist auch demokratisch legitimiert und nicht nur einfach „dominiert“. Vielleicht nicht Ihre Absicht, aber bei mir schwingt hier ein wenig die Unterstellung mit, dass hier irgendwie irgendwelche roten Socken sich gegen Volkes Wille an die Macht gedrängt haben und nun „dominieren“ bzw. rummauscheln. Ihr Punkt wäre besser rüber gekommen, wenn Sie sich den parteipolitischen Kommentar gespart hätten. Passt hier auch gar nicht, weil „durchregieren“ nun wirklich eher Sache der Konservativen ist, die sich auf Bundes- und EU-Ebene ja gerade herzlich Mühe geben, der Zivilgesellschaft den Stecker zu ziehen („Weiterentwicklung“ des Informationsfreiheitsgesetzes, Chatkontrolle… ).
    Was hier den latenten „Deep-State-Vorwurf“ angeht, den ich Ihnen unterstelle bzw. glaube mitzuhören, sollte man mal eher über den Einzelhandel hier in KN sprechen. Von alberner Fähre über den Rhein bis zu Kongresszentrum: Man findet für den Kram zwar keine privaten Investor*innen – will das aber trotzdem ganz unbedingt. Man hat ja nichts zu verlieren: Die Bürgerschaft zahlt und deshalb lohnt es sich, wenn auch nur fünf zusätzliche Schweizer in die Stadt kommen, die in KN einkaufen. Als Argument müssen dann die tollen Arbeitsplätze herhalten… Na Danke! Arbeitsplätze, von deren Bezahlung man sich wohl keine Wohnung in Konstanz leisten kann und alle, die das Glück haben, einen etwas besser bezahlten Job zu ergattern (eher nicht in Einzelhandel und Gastronomie) dürfen sich an Blechlawinen incl. Lärm und Luftverschmutzung erfreuen.
    Immerhin: Die Seilbahn blieb uns erspart!

  11. Bernd Eisenbarth

    // am:

    Sehr geehrte(r) O. Pugliese,

    ich fahre in der Stadt meistens mit dem Fahrrad, lehne das „feindliche“ Parkhaus aber ab, was mein demokratisches Recht ist. Ebenso bin ich aber auch gegen diese überdimensionierten Autoprojekte wie z.B. bei der B33-Erweiterung. Bin ich in Ihren Augen trotzdem ein „Fahrradhasser“ oder gar ein Anti-Demokrat? Wenn ja, haben Sie eine ideologisch sehr verbogene Weltsicht. Wenn nein, ebenfalls, was man an Ihrem tendenziösen Artikel oben gut sehen kann. Sollte ein Bürgerentscheid das Parkhaus befürworten, kann ich guten Gewissens damit leben, weil es dann eben eine Mehrheitsentscheidung ist und nicht einfach eine durch einen links-grün dominierten Gemeinderat getroffene.

  12. Sieglinde Steuer

    // am:

    Seit 1989 bin ich bei meinen Besuchen in Konstanz immer mit dem Rad unterwegs gewesen und fand es wunderbar, weil naturnah und umweltschonend.
    Durch die neue E-Mobilität gibt es viel mehr praktische Modelle, die mitunter das Auto überflüssig machen. Eltern haben Radkutschen und Anhänger … das hat sich so stark verändert, da muss dieses Fahrradparkhaus endlich sein, damit die Wege von jetzt abgestellten Rädern frei werden für Fußgänger, die wir letztendlich ALLE sind.

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