Schauspieler des stücks brüder © off theater kuk

„Brüder“: Was uns trennt, was uns verbindet

Von daniB
Schauspieler des stücks brüder © off theater kuk

Im letzten Jahr ging es mit der Gründung des OFF-Theaters KUK (Konstanz-Kreuzlingen!) los – und mit der gleichzeitigen Erarbeitung der Dramödie „Brüder“. Nun fand der Prozess von der Idee über das Schreiben, die Finanzierung und die Proben einen vorläufigen Abschluss: Vorgestern gab es im Konstanzer K9 die Premiere. Und viel Applaus.

Warum Brüder? Mit Geschwistern verbringen wir mehr Zeit als mit den Eltern – eine sehr zeitintensive Beziehung, nennt das András Budavari. „Wir fühlen uns innig verbunden, aber streiten uns auch so leidenschaftlich wie mit niemand anderem. Ein Miteinander voller Liebe, Lachen, Streit und Konflikten. Diese Erfahrungen prägen uns. Durch unsere Geschwister werden wir, wer wir sind.“ Da kann man als Einzelkind schon neidisch werden. Mit Freunden zofft es sich nicht ganz so leicht.  Die Versöhnung könnte scheitern.

Autor Budavari hat seinen Schauspielern Tomasz Robak und André Rohde ihre Rollen auf den Leib geschrieben. Und sie verkörpern den älteren Alex, Traumtänzer, Rebell und Musiker sowie den jüngeren Davi, der sein Leben plant und im Griff zu haben scheint, voller Spielfreude und absolut authentisch. Die beiden setzen sich nach der Trauerfeier mit den beiden Urnen ihrer Eltern an den Küchentisch. Alte Konflikte brechen auf, Erinnerungen werden wach. Und am Ende steht ein Familiengeheimnis im Raum, das alles über den Haufen wirft. 

Menschliches Theater ohne Scheuklappen

Das ist ergreifend, sentimental und von großartiger Komik. Unsicherheiten und Wehmut auf beiden Seiten genauso wie Wut und Unversöhnlichkeit. Das Trennende wird ebenso aufgezeigt wie das Verbindende. Eine Reise in die Vergangenheit, in Kindheit und Hoffnung. Zerplatzte Träume – ob in Berlin oder in der Provinz bei Ulm. Und all der Streit mit seiner bissigen Komik zeigt doch, wie wir Konflikte überwinden und Gemeinsamkeiten finden können. Nicht nur als Geschwister!

Der Komponist Jonathan Chazan unterstützt und trägt mit seiner Musik und seinem Spiel das Geschehen auf der Bühne, weckt Erinnerungen, setzt Akzente und begleitet André Rohde und Tomasz Robak bei ihren zum Teil witzigen, rotzigen und ergreifenden Songs. Und rundet damit die Dramödie „Brüder“ ab.

Was manchmal übertrieben wirkt, war hier absolut gerechtfertigt: Standing Ovations!

Fotos: Frank Heinrich Fotodesign / OFF-Theater KUK

Beteiligte: Tomasz Robak (Schauspiel), André  Rohde (Schauspiel), Jonathan Chazan (Komposition und Musik), András Budavari (Buch und Regie), Sebastian Bruck (Regieassistenz) und Josef Jaklin (Sponsoring und Produktion).

Weitere Vorstellungen:

K9 Konstanz: 23./25. Oktober um 19.30 Uhr
Apollo Kreuzlingen: 2./3./6. November um 19.30 Uhr
Basilika des Theaters „Die Färbe“ Singen: 7. November um 19.30 Uhr, 8. November um 17 Uhr

Weitere Infos: www.off-theater-kuk.com

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