Der Vereinsvorstand (v. l.): Gaby Niederer, Vreni Ellenbroek, Klaus Okrafka und Brigitte Seger (Bild: Rainer Hofmeister)

Theater an der Grenze: Neustart mit Veränderungen

Aus der Redaktion
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Der Vereinsvorstand (v. l.): Gaby Niederer, Vreni Ellenbroek, Klaus Okrafka und Brigitte Seger (Bild: Rainer Hofmeister)

Das Kreuzlinger Theater an der Grenze blickt auf eine lange Tradition und viele Aufführungen zurück. Aktuell steht die beliebte Spielstätte vor einigen Veränderungen und darf diese Saison neue Spielorte für ihr vielfältiges Programm ausprobieren.

Am 12. September eröffnen „Kurt & Daisy“ alias Martin und Gitte Deubelbeiss mit ihrem Mundart-Kabarett „s’Daisy gwünnt im Jass de nöii Schwiizer Pass“ die Herbst-Spielzeit des Theaters an der Grenze. Für die Viel-Völker-Stadt Kreuzlingen mit ihrem Ausländeranteil von 56,8 Prozent ist es ein perfektes Stück, denn „Daisy“ ist Amerikanerin, die endlich Schweizerin werden will. Die Hürden und Fragen für die Einbürgerung meistert das Paar mit kabarettistischem Humor und musikalischer Finesse.

Herausforderung Spielort

Die Spielstätte im Kult-X wird gerade umgebaut. Das Theater an der Grenze teilt sich mit allen anderen Nutzervereinen gleich nebenan den Kunstraum in der Bodanstrasse 7, den die Thurgauische Kunstgesellschaft zur Verfügung gestellt hat. Doch es gibt noch andere Ausweichquartiere: Andreas Schertenleib beispielsweise tritt am 18. Dezember mit dem Programm „Herr W.“ im Gemeinschaftraum in der Säntisstrasse 4a auf.

Schertenleib spielt in seinem Kabarettstück sowohl einen demenzkranken Patienten als auch den Pfleger, der sich um ihn kümmert, und den Erzähler, der von außen kommentiert. Elegant gelöst ist das Raumproblem beim Inklusionstheater Comedy-Express.

Das letzte Stück, das Ambrosia Weisser und Peter Wenk inszenieren, heißt „Karneval der Fabeltiere – eine Nacht im Museum“. Und dafür weicht das Theater an der Grenze am 25. November ins Kreuzlinger Museum Rosenegg aus. Passender geht es nicht.

Spaß für Kinder und Erwachsene

Tierisch geht es weiter: Die preisgekrönte Puppenspielerin Rahel Wohlgensinger, verstärkt durch Frauke Jacobi, kommt am 6. Dezember mit ihrem Kinderstück „Die Muskeltiere“ in den Kunstraum. Mäuse, Ratten und ein Goldhamster spielen die Hauptrollen an der Abenteuergeschichte mit Anspielungen an die „drei Musketiere“. Thematisch verwandt ist „Cyrano de Zapzarap“ am 31. Oktober.

Die Truppe mit dem See-Burgtheater-Co-Leiter Giuseppe Spina nimmt sich des klassischen „Cyrano de Bergerac“ an und biegt ihn sich auf amüsante Weise zurecht. Der Held, der wegen seiner Nase an Komplexen leidet, hätte vielleicht Verständnis für die Probleme, die Lisa Christ am 24. Oktober im Comedy-Programm „Ideal“ anspricht. In Zeiten von Botox und Selbstoptimierung könnte jeder ein Star sein, der das wirklich will. Nur – warum sollte man das wollen?

Sprache steht im Mittelpunkt der Vorstellungen von Philipp Scharrenberg am 20. November und von Leni Plöchl am 12. Dezember. Er gebraucht sie im Programm „Wahr, aber falsch“ rhythmisch als verbalen Ausdruckstanz. Sie steht in ihrem neuen Bühnenstück „Der letzte Anfang“ in ihrer Ausbildung zur Grabrednerin und tröstet Haustiere vor ihrer letzten Spritze. Schwarzer Humor hilft gegen Traurigkeit.

Anfang 2027 endet die Spielzeit mit Christoph Simons Berndeutsch-Kabarett „Auf Kurs“, bei dem er sechs Menschen verkörpert, die einen Malkurs in den Bergen belegt haben. Das funktioniert zur Freude der Zuschauenden nicht ganz reibungslos.

Verein muss mit Lücke leben lernen

Das Theater an der Grenze wird getragen von einem Verein, in dem Kleinkunst-Begeisterte im Ehrenamt Vorstellungen organisieren. Nicht leicht zu bewältigen ist der Verlust von Co-Programmleiterin und Co-Präsidentin Anna Rink, die vor ihrem plötzlichen Tod im Mai diese und die kommende Spielzeit im ersten Halbjahr 2027 maßgeblich geprägt hatte.

„Im Vorstand haben wir noch keine Nachfolge gefunden“, sagt Präsidentin Vreni Ellenbroek. „Interimistisch konnten wir Annas Aufgaben auf mehrere Personen aufteilen. Menschen, die bereit sind, die Zukunft des Theaters mitzugestalten, sind herzlich willkommen“.

Der Vorverkauf für die Saison hat bereits begonnen. Tickets und nähere Informationen unter theaterandergrenze.ch.

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