Laufdemo am 24. april (c) pit wuhrer

Fridays for Future: Erneuerbare Energien verteidigen

Aus der Redaktion
Laufdemo am 24. april (c) pit wuhrer
Laufdemo für „Erneuerbare Energien“ in Konstanz am 24. April (© Pit Wuhrer)

Am Samstag, dem 18. April, demonstrierten in ganz Deutschland rund 80.000 Menschen für erneuerbare Energien – unter anderem in München, Köln, Hamburg und Berlin. Fast eine Woche später, am 24. April, wurde der Protest in über 60 Städte der gesamten Republik getragen, darunter auch Konstanz.

120 Menschen setzten letzten Freitag ein Zeichen der Dringlichkeit für den Klimaschutz, wie Pauline Amann und Richard Bartscher vom For-Future-Bündnis in einer Presemitteilung schreiben. Bei herrlichem Frühlingswetter startete die Demonstration, organisiert von Fridays for Future Konstanz, um 15 Uhr im Herosé-Park. Die Worte der 14-jährigen Klimaaktivistin Amy in der ersten Kundgebungsrede waren jedoch ernst: „Unsere Zukunft hängt von diesen Politiker:innen ab, die anscheinend die komplette Energiewende für kurzfristige Lobbygewinne an die Wand fahren wollen. Heute stehen wir auf der Straße, um diesen Gasrausch zu beenden und unsere Energiewende zu verteidigen.“

Die 120 Teilnehmenden zogen vom Herosé-Park in die Innenstadt zum Pfalzgarten. Dort betonte Prof. Dr. Frank Best, Dozent an der Hochschule Konstanz, ausdrucksstark: „Wie bescheuert sind wir eigentlich?“ Die erneuerbaren Energien sind längst viel wirtschaftlicher als Öl und Gas, und sie machen uns vom Ausland unabhängig. Dennoch versucht das Wirtschaftsministerium, Gas zu stärken und den Ausbau erneuerbarer Energien auszubremsen, um im nächsten Atemzug das Erreichen der Klimaziele Deutschlands bis 2040 infrage zu stellen. In seiner nachfolgenden Rede betonte Boris Messerschmitt, dass die Bundesregierung zu wenig für mehr Klimaschutz tue, obwohl die Bevölkerung diesen mehrheitlich befürworte.

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Abschlusskundgebung „No Gas!“ im Pfalzgarten am Konstanzer Münster (© Fridays for Future Konstanz)

Anschließend halfen alle mit, den 4 x 12 Meter großen Schriftzug „NO GAS!“ vor der Bühne auszulegen – ein klares, gemeinsames Symbol für die Kernforderung der Demonstration. In der letzten Rede des Tages betonte Natalie Neubauer von Greenpeace Bodensee, dass die Wärmewende bezahlbar und gerecht sein müsse. Dies bedeute insbesondere eine starke staatliche Förderung für PV-Anlagen, Wärmepumpen und Batteriespeicher.

Exit Gas Now!

Während die Energiepreise seit Beginn des Irankriegs immer weiter steigen, blockiert Wirtschaftsministerin Katherina Reiche den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die durch den Irankrieg verursachte Blockade der Straße von Hormus zeigt unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Das Konstanzer For-Future-Bündnis schließt sich den bundesweiten Forderungen an: Es braucht ein höheres Ausbautempo bei Sonnen- und Windkraft, eine Ausbauoffensive für Verteilnetze und Speicher sowie eine Absenkung der Stromsteuer, damit Erneuerbare für alle erschwinglich werden.

Der Pfalzgarten wurde als Ort der Abschlusskundgebung nicht zufällig gewählt: Gegenüber befindet sich das Konstanzer Abgeordnetenbüro von Andreas Jung. Er ist seit 2005 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Konstanz und seit 2025 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU für die Themen „Umwelt, Klimas- und Naturschutz“. Die Demonstration am 24. April war jedenfalls ein lebendiger Ausdruck von Verantwortung und Hoffnung für unser aller Zukunft und den Willen zur Veränderung. Konstanz hat auch gezeigt: Klimaschutz kann Spaß machen.

Wie es weiter geht: Das For-Future-Bündnis Konstanz organisiert seit Mitte März jeden Schulfreitag Klimastreiks von 11 bis 12 Uhr vor dem Konstanzer Rathaus, um das Thema „Klimaschutz in Konstanz“ wieder mehr in den öffentlichen Diskurs zu rücken. Weitere Teilnehmende, ob jung oder alt, sind herzlich eingeladen.

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