Der Konstanzer Münsterplatz im Oktober 2019 © Harald Borges

Zwei Kundgebungen in Konstanz

22 Kommentare

Der Konstanzer Münsterplatz im Oktober 2019 © Harald Borges
Der Konstanzer Münsterplatz © Symbolbild von Harald Borges

In den nächsten Tagen finden in Konstanz zwei Kundgebungen im Zusammenhang mit den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten statt. Hier die Aufrufe.

Konstanz zeigt Gesicht

Konstanz zeigt Gesicht – für ein friedliches und respektvolles Miteinander, gegen Antisemitismus, Judenhass, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Unter dem Motto „Konstanz zeigt Gesicht“ haben wir uns als breites, überparteiliches Bündnis zusammengefunden, um uns gemeinsam im Rahmen einer Solidaritätskundgebung am Sonntag auf dem Münsterplatz den steigenden antisemitischen Übergriffen, dem Hass und der Fremdenfeindlichkeit in unserem Land entgegenzustellen.

Wir möchten antisemitischen, fremdenfeindlichen und diskriminierenden Äußerungen keinen Raum in Konstanz geben. Mit dem Bündnis wollen wir der Mehrheit, die für eine vielfältige Gesellschaft steht, eine Stimme geben und gemeinsam für Demokratie und Vernunft und gegen Diskriminierung und Verschwörungsmythen aufstehen. Alle Bürger*innen sind aufgerufen, Gesicht zu zeigen für ein friedliches und respektvolles Miteinander und sich Antisemitismus, Hass, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenzustellen.

Wann & Wo: Sonntag, 17. Dezember 2023, um 14.00 Uhr auf dem Münsterplatz.

Mahnwache für Frieden im Gaza

Während viele Menschen in Deutschland dieser Tage der Reise in die Heimat entgegensehen, sind fast 85% der Menschen im Gaza in den letzten zwei Monaten aus ihrer Heimat vertrieben worden. Die Stimmen der Betroffenen fallen derweil einer Entmenschlichung zum Opfer. Deshalb ruft das Aktionsbündnis „Rettet Gaza – Konstanz“ am Dienstag zu einer Mahnwache auf.

„Nirgends ist es sicher im Gaza und niemand ist sicher im Gaza“, so die Worte des WHO-Chefs Tedros Adhanom Ghebreyesus am 10. Dezember vor dem UN-Sicherheitsrat, kurz bevor die USA als einziges der 15 Mitglieder erneut eine Resolution zu einem Waffenstillstand verhinderten. Von „einer der intensivsten Bombenkampagnen der Geschichte“ und „Zerstörung vergleichbar oder größer als die Zerstörung deutscher Städte im zweiten Weltkrieg“ spricht der EU Außenbeauftragte Josep Borrell. Nach Auswertungen von ESA-Sattelitenbildern wurden 40% aller Wohnungen, viele zivile Einrichtungen wie Gerichte, Schulen und Krankenhäuser, aber auch landwirtschaftlich genutztes Land und Gewächshäuser zerstört oder beschädigt.

Beobachter sehen darin die Israelische Dahiya-Doktrin, die eine Vergeltung mit „unverhältnismäßiger Macht“ vorschreibt und von der UN als gezielten Terror gegen die Zivilbevölkerung beschrieben wird. Hugh Lovatt vom European Council on Foreign Relations sieht in Israels Handeln die „vorsätzliche und methodische Zerstörung der zivilen Institutionen und der Infrastruktur, die für die Verwaltung und Stabilisierung des Gazastreifens nach dem Konflikt erforderlich sind.“

„Ich bin fassungslos darüber, wie Deutschland angesichts der zigtausend getöteten Kinder wegschaut und sich gegen einen Waffenstillstand ausspricht“, erklärt Jannik Dornseiff. „Stattdessen hat Deutschland seine Waffenexporte nach Israel stark erhöht und will Israel in Zukunft den kostenlosen Zugriff auf Bundeswehrbestände ermöglichen.“

Die 200.000 Menschen der Palästinensischen Diaspora in Deutschland müssen das mit ansehen, während ihr Protest weitgehend verboten wird. Mit den Worten der Nahostexpertin Sarah El Bulbeisi: „Palästinenser*innen fühlen sich entmenschlicht, weil der politische und mediale Diskurs sie als Menschen unsichtbar macht“.

„Den Menschen die Lebensgrundlage zu nehmen, führt nicht zum Frieden. Weder hier, noch in Gaza, noch in Israel. Wir rufen dazu auf, sich auf die Menschlichkeit der Opfer im Gaza und ihrer Angehörigen hier im Land zu besinnen. Wir wollen Betroffenen und allen, die sich nach Frieden sehnen, eine Plattform dazu bieten“, erklärt Vincent Trötschel.

Wann & Wo: Dienstag, 19.12.2023, von 19.00 bis ca. 20.30 Uhr auf dem Münsterplatz.

Texte: Medienmitteilungen, teils redaktionell bearbeitet

22 Kommentare

  1. Vincent Trötschel

    // am:

    Danke an alle die teilgenommen haben!

    @SezenKama schade, dass wir sie nicht rechtzeitig erreicht haben!
    Wenn Sie mögen, können Sie im Südkurier schon einmal nachlesen, wir empfinden die Darstellung als fair:
    https://newsapp.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/eine-vermeidbare-humanitaere-katastrophe-130-teilnehmer-bei-gaza-demonstration;art372448,11837737
    Es wird (leider) weitergehen müssen und wir freuen uns, Sie beim nächsten Mal zu treffen!:)

    @PeterKrause
    Ich versuche, jede Kritik hier wahrzunehmen und unterstütze Ihr Recht, Sie so ausgiebig hier kundzutun. Ab einem bestimmten Punkt verliert Ihre „Entrüstung“ für mich aber jede Nachvollziehbarkeit.

    Selbstverständlich würden wir ein Ende der Waffenlieferungen an die Hamas fordern! …wenn die Bundesregierung dies tun würde.
    Das tut sie aber nicht, sie befeuert Netanjahus Krieg „gegen eine ganze Bevölkerung“, wie es z.B. die Israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem in ihrem Aufruf zu einem Waffenstillstand nennt:
    https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/btselem-calls-ceasefire-gaza-strip-enarhe

    70% derer, die durch Israelischen Bombenhagel Getöteten, sind Frauen und Kinder und selbst die Tagesschau schreibt mittlerweile über die gezielte Zerstörung ziviler Infrastruktur:
    «Durch die Zerstörung dieser, wie es in Israel heißt, „Power-Ziele“, soll die Zivilbevölkerung gebrochen werden»
    https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gazastreifen-ki-100.html

    Nachdem Sie viel über unsere Absichten spekuliert haben, will ich den Spieß mal umdrehen: Ich komme nicht umhin mich zu wundern, weshalb aus Ihren Ausführungen kaum glaubhafte Empathie für Palästinensisches Leben erkennbar ist!

    Wenn Sie anwesend waren oder den Artikel gelesen haben, werden Sie sehen, dass wir die Gewalt der Hamas gegen die Bewohner*innen der Kibbuzim vielfach verurteilt haben und allen die Bekannte/Angehörige dort oder im Bombadierten Palästina haben, unser Mitgefühl aussprachen.
    Den gut gemeintem Teil Ihrer Vorschläge teilen wir also! Selbstverständlich tun wir das!

    Ich muss aber ein allgemeines Wort zum Wesen des Protests aussprechen:
    Er hat ein Ziel und er richtet sich für oder wider Handlungen, die er auch beeinflussen kann.

    Unser Ziel ist das Ende von Tod, Zerstörung, massenhafter Vertreibung und Eskalationsrisiko sowie ein friedliches und sicheres Zusammenleben hier und im Nahen Osten. Die Handlungen, die in unserem Einflusskreis liegen, ist hiesige Politik und deshalb ist sie das natürliche Ziel unseres Protests.

    Selbstverständlich sprechen wir uns gegen Terror aus und gegen die Entmenschlichung, die damit zusammenhängt.
    Wenn wir aber nur das tun, wären wir zwar nicht streitbar und würden uns keinen Feindseligkeiten aussetzen, aber wir würden uns auch vor der Verantwortung drücken die Dinge zu verändern, auf die wir Einfluss haben.

    Fast scheint mi,r als würden Nebelkerzen geworfen und der wahre Widerspruch gegen unsere Kundgebung speist sich aus einer Unterstützung für Netanjahus Kriegsführung, die bereits Millionen von Menschen in eine Katastrophe gestürzt hat.

    Dass diese weder zu rechtfertigen ist noch eine Friedensperspektive hat, habe ich ausführlich in der Kommentarspalte unter Badawis Beitrag dargelegt und damit sind wir in Gesellschaft aller Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen sowie fast aller Länder der Welt.

    Man kann das ablehnen und sich einer Illusion hingeben.
    Wie erwähnt sind wir für produktive Gespräche zu haben, nicht aber für illusorische.

  2. Sezen Kama

    // am:

    Schade, habe mich schon gefragt gehabt, wo Konstanz bleibt. Habe leider viel zu spät Wind davon bekommen. Hoffentlich beim nächsten Mal dann dabei :)

  3. Helmut Reinhardt

    // am:

    Sehr geehrter Herr Mennecke, es ist ganz einfach. Ich sehe das hier als ein Forum, vielleicht im Unterschied zu Ihnen und vielen anderen, dem Input via Link von kundigerer Seite als meiner möglicherweise gut tut und zu einer Vielfalt von Sichtweisen beiträgt, manche/n auch irritiert.
    Ich bin immer dankbar, wenn ich andernorts oder hier Hinweise, Informationen finde, mit denen ich meine Sichtweise überprüfen oder erweitern kann und gehe davon aus, dass dies vielleicht auch einigen anderen so geht. Kann sein, dass ich mich täusche und meine Beiträge nur nerven, jedoch keine/r muss sie lesen.
    Zum letzten Beitrag: die nach dem Massaker der Hamas zurecht entstandene Solidarisierungswelle mit Israel wird durch die Art der israelischen Kriegsführung offensichtlich zerstört, Israel schadet und isoliert sich dadurch. Auch ein angegriffener Staat muss sich an das internationale Kriegsrecht halten.
    Um einen Link nicht zu versäumen, die Heinrich Böll Stiftung hat gestern eine profunde Analyse des Historikers Omer Bartov veröffentlicht: „Aus historischer Perspektive bieten die aktuellen Ereignisse in Israel und Gaza Anlass zu großer Sorge. Trotz der erschreckenden Gewalt auf beiden Seiten muss das Ziel eine politische Friedensregelung sein.“
    https://www.boell.de/de/2023/12/18/der-angriff-der-hamas-und-israels-krieg-gaza

  4. Dr. Peter Krause

    // am:

    @Christina Herbert-Fischer
    Ich möchte betonen: Die Initiatoren der Mahnwache des Aktionsbündnisses „Rettet Gaza – Konstanz“ haben – soweit ich dies beurteilen kann -, selbstverständlich das Recht, ihre Veranstaltung durchzuführen. Und ich habe das Recht, meine Bedenken bzgl. der politischen Begründungen und Motive zu äußern. Und aus meiner Sicht hat der politische Ansatz der Veranstaltung eine „Schlagseite“, die ich nicht unterstützen kann; aber dies dürfte für die Veranstalter durchaus verschmerzbar sein.
    Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass die Menschen in Gaza viel besser leben würden, wenn die Hamas und ähnliche „Gruppierungen“ sie nicht mehr für ihre Zwecke missbrauchen würden, und die zig Milliarden Euro und Dollar die seit Jahrzehnten von der UNO, der EU, der Bundesrepublik oder den arabischen Staaten usw. in diese Region und an die Palästinenser fließen tatsächlich für die humanitäre Hilfe und den Aufbau demokratischer, rechtsstaatlicher und pluralistischer Strukturen Vorort verwendet würden.

  5. Peer Mennecke

    // am:

    Hallo Herr Reinhardt, Ihre Links können Sie doch nicht tatsächlich als zielführend und passend zu dieser Diskussion einordnen. Das ist doch reinste Meinungsmache und ganz, ganz und nochmal ganz schwach und durchschaubar. Kommen Sie doch mal mit Ihrer persönlichen Meinung rüber. Trauen Sie sich einfach.

  6. Helmut Reinhardt

    // am:

    Kritik am israelischen Vorgehen im Krieg scheint auch von der US-Regierung zu kommen:
    „US has collected intel it could use to judge Israel’s conduct of war.
    The U.S. has been gathering information about Israel’s tactics in Gaza since the start of the war and provided those reports to lawmakers.“
    https://www.politico.com/news/2023/12/14/israel-conduct-war-intel-tactic-00131868
    UnterstützerInnen Netanjahus betrachten das als unfreundlichen Akt:
    „This isn’t how an ally behaves. This is how an enemy behaves. The US is collecting intelligence on Israel’s operations to document if we break international law.“
    https://twitter.com/CarolineGlick/status/1736730376628785208

  7. Christina Herbert-Fischer

    // am:

    zu Dr. Peter Krause
    Was die politischen Positionen angeht stehe ich Ihnen wahrscheinlich sehr nah. Nur, so lange nicht zu Straftaten aufgerufen wird, leben wir in einem Land der Meinungsfreiheit. Ich schaue tatsächlich „heute“ und „Tagesschau“ und kann nicht nachvollziehen, dass behauptet wird, die Stimme der Palästinenser würden nicht gehört, da täglich über die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen berichtet wird. Es ist wohl eher ein sehr subjektives Empfinden der Protagonisten. Was mich mit ihnen eint, ist die Sorge um die Menschen im Gazastreifen, dazu dürfen wir nicht schweigen. Die Sorge um die Menschen in Israel und die Geiseln bewegt mich nicht minder, genauso wie die Not der Juden in Deutschland, die vielfältigen Angriffen ausgesetzt sind. Wir sollten den Menschen, die für Frieden und Ausgleich stehen, auf beiden Seiten, eine Stimme geben. Auch wir hier sollten aufeinander zugehen, denn ohne das wird es keine Lösungen geben.

  8. Dr. Peter Krause

    // am:

    Der in der SEEMOZ veröffentlichte Text zum Aufruf zur Mahnwache „Rettet Gaza“ wird u.a. ausdrücklich angesprochen bzw. gefordert, dass die Bundesrepublik die Waffenlieferungen an Israel einstelle solle. Einen Aufruf, dass die Waffenlieferung an die Hamas eingestellt werden sollen, finde ich in diesem Text nicht.
    Ferner wird davon gesprochen, dass die Opfer in Gaza entmenschlicht würden und dass die Stimme der Palästinenser in der Bundesrepublik „unsichtbar“ gemacht würde und dass deren „Proteste weitgehend verboten“ würden. Hierzu ein Zitat aus dem Text: „Wir rufen dazu auf, sich auf die Menschlichkeit der Opfer im Gaza und ihrer Angehörigen hier im Land zu besinnen.“
    Ich finde in diesem Text keine Ausführungen zur Entmenschlichung der Menschen, die durch die Hamas abgeschlachtet wurden. Kein Wort hierzu. Nichts zu den vergewaltigten Frauen und den ermordeten Kindern in Israel. Nichts zu den entführten Männern, Frauen und Kinder – die nicht allein aus Israel stammen. Die Behauptung, dass Proteste von Palästinensern in der Bundesrepublik pauschal verboten würden, ist in ihrer gewollten Undifferenziertheit als entlarvend ansehen: Es werden mitnichten die Proteste von Palästinensern verboten, verboten ist in der Bundesrepublik der Aufruf zu Straftaten. Und das wissen die Initiatoren der Mahnwache ganz genau.
    Um einen Waffenstillstand zu erreichen, müssten alle beteiligten Konfliktparteien ihr Vorgehen entsprechend verändern. Es ist nicht allein an Israel, die Waffen ruhen zu lassen, auch die Hamas müsste ihre Waffen ruhen lassen und die Geiseln frei lassen. Wenn man einen Waffenstillstand fordert, dann sollte man dies berücksichtigen. Einseitige Forderungen nur an Israel – oder an die Bundesrepublik – überzeugen mich nicht von der Redlichkeit der Motive.
    Und dabei geht nicht um meine „Befindlichkeit“, sondern um politische Positionen.

  9. Peer Mennecke

    // am:

    @ Michael Maier
    Das Problem des Hasses IST die Zivilbevölkerung in Gaza, nicht die der Zivilbevölkerung in Israel. Ist das denn so schwer zu verstehen? Kein normaler Mensch kann diese Eskalation auf beiden Seiten gutheißen. Das sollte in einer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft Konsens sein. Ihre Unterstellungen sind überflüssig und wenig zielführend. Um so weniger, als ich Ihr Ziel ganz woanders verorte.

  10. Christina Herbert-Fischer

    // am:

    zu Michael Maier
    Danke für diesen Kommentar. Ungeachtet der unterschiedlichen Meinungen und Einschätzungen, wichtig ist im Gespräch zu bleiben und die Not der Menschen in Israel und im Gazastreifen aus eigenen Befindlichkeiten heraus nicht zu instrumentalisieren.
    zu Vincent Tröschel
    „Wenn Sie mich auf entsprechende Kritiker*inner und Waffenstillstands-Befürworter*innen hinweisen können, biete ich Ihnen gerne das Gespräch an.“
    Ich denke das Erste wäre, direkt Menschen auf beiden Seiten, die kritisieren und einen Waffenstillstand befürworten, eine Stimme zu geben.

  11. Michael Maier

    // am:

    Ich kann mich irren, aber ich lese hier in den Kommentaren ausschließlich Forderungen an eine der beiden Demos. Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass in Konstanz auf einer Demobühne jemand den Terror der Hamas gutheißen oder verschweigen wird. Es geht, so wie ich es verstanden habe, um das Leid der Zivilbevölkerung.

    Auf der anderen Seite fürchte ich beim Lesen der Kommentare, dass manch einer die Gewalt, die als Reaktion auf den Hamasterror nun vom Staat Israel ausgeht in all ihren Facetten als legitim erachtet. Was, wenn man nun also von der anderen Demo ebenso fordern würde, sich von eben dieser massiven staatlichen Gewaltanwendung zu distanzieren? Es geht ja schließlich um das friedliche und respektvolle Miteinander! Ich glaube ich könnte mir die Antworten vorstellen. Da ich mir aber nicht vorstellen kann, dass jemand der eine Demo für ein friedliches Miteinander organisiert, solch eine zerstörerische staatliche Gewaltanwendung wie wir sie aktuell in Gaza sehen gutheißt, käme es mir auch nicht in den Sinn solch eine Forderung zu stellen.

    Ohne Frage, es gibt unter den Palästinensern Menschen die den Staat Israel ablehnen und vernichten wollen. Ebenso gibt es aber auch Israelis die Gaza gerne vernichten und alle Palästinenser aus Israel vertreiben würden. Ich hoffe auf die Zivilbevölkerungen beider Seiten, auf dass sie sich gegen Gewalt, Krieg und Terror entschieden und friedlich zur Wehr setzen. Es muss endlich Frieden und Aussöhnung geben, für die Israelis wie auch für die Palätinenser!

  12. Peer Mennecke

    // am:

    @ Vincent Trötschel

    Nett, dass Sie auf mich eingehen, vielen Dank. Ich glaube Ihnen aufgrund des von Ihrer Gruppe in der Ankündigung formulierten Textes jedoch kein Wort.

    „Dahiya-Doktrin“ macht mich persönlich komplett fassungslos. Dass der Staat Israel und alle Juden auf der ganzen Welt vernichtet werden müssten (Hamas-, Hisbollah-, Islamischer Dschihad-, Huthi-, Iran- etc. pp Doktrin, wird gar nicht erst erwähnt oder geht Ihnen am Dings vorbei?

    Einseitige Betrachtungsweisen dieses Konflikts sind leider an der Tagesordnung. Sie machen es trotz eloquenter Kommentare für aufmerksame Leser des Beitrags leider keinen Deut besser.

  13. Christina Herbert-Fischer

    // am:

    zu Dr. Peter Krause
    Ich kann leider nicht zu dieser Kundgebung kommen und hoffe, dass darüber berichtet wird. Mir erschien der Kommentar von Herrn Tröschel als Antwort auf die vorherigen, als differenziert. Jetzt kann man mal abwarten, wie die Veranstaltung läuft, bevor zum Angriff geblasen wird oder sich das schlicht durch die Veranstaltung erübrigt. Wir müssen nicht aufeinander losgehen, sonder besser aufeinander zugehen. Es geht auch nicht in erster Linie um unsere Befindlichkeiten, sondern um die Opfer in Israel und im Gazastreifen.

  14. Dr. Peter Krause

    // am:

    @Vincent Trötschel
    Darf man davon ausgehen, dass diese Mahnwache auch fordern wird, dass die Hamas die Geiseln frei lässt und die Waffen niederlegt. Auch wird während der Mahnwache sicher wohl auch gefordert werden, dass die Hamas dem Terror abschwören und Israel anerkennen solle. Und sicher werden die Teilnehmer der Mahnwache auch fordern, dass die Hamas ihre Geldmittel nicht mehr dazu verwendet, Waffen zu kaufen, sondern für die Versorgung der Menschen in Gaza. Und zudem wird die Mahnwache – so meine Vermutung – sicher auch einfordern, dass der Iran die Hamas nicht weiter mit Waffen und Geld unterstützen solle.

  15. Vincent Trötschel

    // am:

    Und direkt an @Peer Mennecke:

    Für uns ist es selbstverständlich, dass Jüd*innen nicht für die Politik Israels verantwortlich sind, nicht zuletzt gibt es weltweit großen Protest aus Jüdischen Communities an Israels Politik.

    Eine Vermengung wäre tatsächlich suspekt und nicht vertretbar! Wir trennen dazwischen strikt und werden das auch am Dienstag betonen, wir stehen firm gegen Antisemitismus.

    Danke für Ihren Hinweis

  16. Vincent Trötschel

    // am:

    Ich bedanke mich bei allen Kommentator*innen für das Interesse an unserer Kundgebung.
    Wir können ihnen versichern, dass unter dem was uns antreibt Trauer und Bestürzung aber keine Geschichtsvergessenheit ist.

    Für produktive Kritik behalten wir natürlich dennoch ein offenes Ohr. In diesem Geiste bin ich interessiert an Ihren Vorschlägen wie wir effektiv für einen Waffenstillstand werben können und gegen die Unterstützung der Katastrophe im Gaza durch die Bundesregierung ohne von Ihnen als geschichtsvergessen abgestempelt zu werden.

    Wenn Sie mich auf entsprechende Kritiker*inner und Waffenstillstands-Befürworter*innen hinweisen können, biete ich Ihnen gerne das Gespräch an.
    Z.B. nach einer der beiden Kundgebungen, wir werden auf beiden vertreten sein!

    Einen lieben Dank auch an das Seemoz-Team für die Bekanntgabe unserer Kundgebung.

  17. Christina Herbert-Fischer

    // am:

    Kritik an Israels Politik ist eindeutig nicht das Selbe wie Kritik an dem zionistischen Projekt als Ganzem. Das gehört für mich nicht unter einen Hut. Dass Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus-Vorwürfen gekontert und abgewürgt wird, mag gelegentlich so sein. Als Kritik an der israelischen Politik verkleideter Antisemitismus kommt jedoch wesentlich häufiger vor, bei der Kritik am zionistischen Projekt als Ganzem noch häufiger. Klar ist, dass Antisemitismus kein rein importiertes Problem ist, sondern in den Köpfen der Deutschen tief verankert. Das ist teils bei den Protagonisten so unbewusst, dass sie sich völlig empört dagegen verwahren, wenn man sie auf das hinweist, was sie da vom Stapel lassen. In diesem Sinn hoffe ich darauf, dass wir alle reflektieren und Kritik an der Regierung Israels und Antisemitismus klar auseinander zu halten lernen.

  18. Norbert Höpfinger

    // am:

    @Michael Maier: Ja! Nach dem II Weltkrieg hat nicht die Sowjetunion Reparationen an Deutschland bezahlt, sondern umgekehrt. Der Angreifer trägt die Schuld.

  19. Peer Mennecke

    // am:

    @ Michael Maier
    Israel ist ebenso wie die Ukraine angegriffen worden. Warum wird ein solch offensichtlich falscher Vergleich aufgestellt, das wäre hier mal die erste Frage.

  20. Michael Maier

    // am:

    Bezogen auf die Ukraine sind Forderungen an Russland den Wiederaufbau des Landes zu finanzieren populär. Wie wäre es die gleichen Forderungen an die israelische Regierung zu stellen? Der Wiederaufbau von Gaza wird Milliarden kosten, wer wird das finanzieren? Der Iran, die EU, die Hisbollah? Wäre solch eine Forderung antisemitisch?

  21. Ralph R. Braun

    // am:

    @Peer Mennecke: Leider wird die Kritik an Israels Politik im Detail oder dem zionistischen Projekt als Ganzem allzu oft mit dem Antisemitismus-Vorwurf gekontert und damit abgewürgt. Da muss man sich nicht wundern, wenn nicht nur Geschichtsvergessene nicht zwischen dem Nationalstaat des jüdischen Volkes und dem Judentum zu unterscheiden wissen. Das zu schnell und zu oft verteilte Antisemitismus-Etikett befördert genau diesen!

  22. Peer Mennecke

    // am:

    Ich kann mich einfach nicht des Eindrucks erwehren, dass diese Pro Palästina Kundgebungen, gerade unter Beteiligung bzw. auch noch Veranlassung von jungen Deutschen, Geschichtsvergessenheit fröhliche Urständ feiern lassen, da hier (eigentlich immer) nicht konkret zwischen Juden und israelischer Politik unterschieden wird, sondern diese Abgrenzung bewusst unterlassen wird. Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, da Kritik an Israel durchaus angebracht ist, werde mir aber eine abschließende Be- oder Verurteilung nicht verkneifen.

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