Tink auftakt 2016 radcorso beschnitten © tink

Zehn Jahre Transportrad-Mietsysteme TINK

Aus der Redaktion
Tink auftakt 2016 radcorso beschnitten © tink
TINK-Auftakt 2016 Radcorso © TINK

Vor zehn Jahren starteten in Konstanz und Norderstedt die ersten öffentlichen Transportrad-Mietsysteme Europas. Mit „TINK – Transportrad für Alle“ stellten die Kommunen die praktischen Räder flächendeckend an Mietstationen bereit. Diese Städte waren damit Pioniere für eine Entwicklung, die mittlerweile viele weitere europäische Städte umgesetzt haben.

Hierzu eine Mitteilung von TINK „Transportrad Initiative Nachhaltiger Kommunen“:

Gemeinsam entwickelten Konstanz und Norderstedt das neuartige Angebot, Transporträder mittels App rund um die Uhr spontan anmieten zu können. Ende Juli 2016 eröffneten sie ihre Transportrad-Mietsysteme – zu einer Zeit, in der diese Räder auf deutschen Straßen noch weitgehend unbekannt waren. Das Angebot wurde gut angenommen: In den ersten beiden Projektjahren wurden die Räder von rund 10.000 registrierten Nutzenden über 20.000 mal ausgeliehen, dabei radelten sie rechnerisch mehr als fünfmal um die Erde.

Transportrad statt Auto

Die begleitende umweltpsychologische Forschung zeigte, dass die Hälfte der Nutzenden auf Autofahrten verzichtete. Die Erkenntnis, dass solche Angebote zur Verkehrsentlastung beitragen, wurde in Folgeprojekten immer wieder bestätigt. Viele Nutzende schafften sich nach der positiven Erfahrung eigene Transporträder an, einige ersetzten dadurch sogar ihr Auto. Mittlerweile sind Transporträder Normalität in den deutschen Groß- und Mittelstädten.

„TINK ist ein Erfolgsprojekt, auf das wir als Fahrradstadt stolz sind. Es prägt heute das Stadtbild und ist für viele Menschen selbstverständlich zum Transportmittel im Alltag geworden“, so der Konstanzer Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn.

Anerkennung erhielt TINK zudem vom Bundesverkehrsministerium, das nicht nur die Startphase aus Mitteln des Nationalen Radverkehrsplans förderte, sondern das Projekt im Jahr 2017 auch mit dem Deutschen Fahrradpreis auszeichnete.

Um die Idee weiter in die Welt zu tragen, wurde 2019 in Konstanz die heutige TINK GmbH gegründet. Sie berät seitdem Kommunen rund ums Thema Transport- und Fahrradmietsysteme und führt Pilot- und Forschungsprojekte durch.

Über 30 Kommunen vernetzt

Tink transportrad norderstedt im einsatz beschnitten © tink
Transportrad in Norderstedt © TINK

So beauftragte der Freistart Bayern im Jahr 2020 das Projekt Lastenrad Bayern und förderte die Einführung von Lastenrad-Mietsystemen in sieben bayerischen Kommunen. Im selben Jahr folgte das Projekt TINK Netzwerk, wiederum mit Förderung des Bundesverkehrsministeriums, durch das über 30 deutsche Städte und Gemeinden zum Thema Transportrad-Mietsystem vernetzt und unterstützt wurden.

Marco Knöpfle, Initiator des ersten Modellprojekts und heutiger Geschäftsführer, ist sich sicher: „Transporträder werden zukünftig immer wichtiger, um die Beförderung von Personen und den Transport von Waren in Zeiten von Energieknappheit und zur Erreichung der Klimaziele zu gewährleisten“.

Die Städte Konstanz und Norderstedt bauten ihre Angebote seit dem Start stetig aus, es wurden zusätzlich elektrische Transporträder angeschafft, ergänzt durch normale Mieträder. Während die Trägerschaft in Norderstedt weiterhin durch die Stadt erfolgt, liegt sie in Konstanz mittlerweile bei der Konstanz Mobil GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Konstanz. Das Fahrradmietsystem trägt in Konstanz den Namen konrad.

Weitere Informationen unter www.tink.bike

8 Kommentare

  1. Franz Sauerstein

    // am:

    Johannes,
    in der BWA oder in der Bilanz, die bei Infrastruktur zählt – also inklusive externalisierten Gewinnen?

  2. Johannes Mayer

    // am:

    Wieder super recherchiert „aus der Redaktion“.
    Interessant, dass man aus informierten Kreisen der Konstanz Mobil GmbH zu berichten weiß, dass das Ganze „defizitär“ ist.
    Was für eine Success Story soll das also sein?
    Gerne darf Marco Knöpfle die Zahlen dieses Sucesses posten.
    Oder die Redaktion recherchieren.

    Grüsse
    Johannes

  3. Franz Sauerstein

    // am:

    Der Peter ist zu jung für die Baby-Boomer-Generation und außerdem hat das einen Mief von Ageism, Daniel. Nimm doch richtige Argumente. :-)

  4. Peter Krause

    // am:

    @Daniel Schneider
    Interessant zu wissen, wie gerne Menschen durch die Verwendung politisch korrekter Sprache bewusst ausgeschlossen und in den politischen Senkel gestellt werden sollen. Getreu dem Anspruch: „Gemeinsinn“, so schaffen wir das! – aber nur mit und für diejenigen, die die eigenen politischen Überzeugungen teilen. In diesem Sinne: Weitermachen. Schauen wir mal, ob und wie das so weiterhin funktionieren wird.

  5. Daniel Schneider

    // am:

    @Peter Eich

    Immer schön einen Boomer aufgrund solcher Formulierungen, welche alle Menschen einschließt, weinend zu wissen. Eine Bestätigung, dass dies der richtige Weg ist. Ich hätte ja die Formulierung Nutzer*innen gewählt.

  6. Peter Krause

    // am:

    Ich gehe davon aus, dass die Angabe bzgl. der 10.000 Nutzer und Nutzerinnen die bundesweite GESAMTZAHL angibt, und nicht die Zahl ausschließlich für die Stadt Konstanz.
    So oder so: Sicher kein schlechtes Projekt, so sich die Kosten im Rahmen halten – was sicher der Fall ist.

  7. Peter Eich

    // am:

    10.000 registrierte Nutzende sind eben keine Nutzenden, sondern Nutzer (und Nutzerinnen). Mannomann!

  8. Sieglinde Steuer

    // am:

    Vor zehn Jahren war ich dabei und freue mich heute wie damals, wenn ich die roten Stationen und Räder in Konstanz sehe. Gratulation zum 10jährigen und weiterhin Luft in den Reifen und Freude am umweltfreundlichen fortbewegen.

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