Gnadenlos deutsch. Täter, Helfer, Zuschauer – und die Entsorgung der NS-Zeit das neue Buch des Journalisten Helmut Ortner im Alibri Verlag erschienen. Am 12. Mai ist Helmut Ortner mit einer Lesung und Diskussion zu Gast im Humanistischen Bildungs- und Begegnungszentrum in Konstanz.
Wie ist Deutschland nach 1945 mit seiner Verantwortung umgegangen? Die Veranstaltung beleuchtet das Verdrängen, Relativieren und die Folgen für die heutige Erinnerungskultur – gerade in Zeiten, in denen rechtsextreme Kräfte diese infrage stellen.
Hitlers Deutsche: Sie folgten dem Eroberungs- und Zerstörungs-Wahn der Nazis von 1933 bis 1945. Angetrieben von erwartungsvoller Begeisterung, vaterländischem Pflichtgefühl, nationalem Dünkel und
ideologischer Verblendung. Sie machten und jubelten mit, ließen geschehen und schauten weg – bis zum Ende.
Deutschland in den Nachkriegsjahren: Ein „entnazifiziertes“ Volk mühte sich, das zu vergessen, was es verschwieg: seine Bereitschaft zur Teilnahme an einem System der Barbarei. Im kollektiven Verdrängen
und Vergessen wurden der Zivilisationsbruch des Holocaust und die Vernichtungskriege zur austauschbaren Metapher des Bösen. Persönliche Schuld wurde relativiert und all die Gleichgültigen, Mitmacher und Helferinnen verschwanden aus dem geschichtlichen Blickfeld – und damit auch aus der Mit-Haftung und Mit-Verantwortung für ein verbrecherisches Herrschaftssystem.
Helmut Ortners Texte sind ein exemplarischer Querschnitt des deutschen Wahns und Grauens, ein Plädoyer gegen jede Verharmlosung und Relativierung der NS-Vergangenheit.
Humanistisches Bildungs- und Begegnungszentrum Konstanz
Zähringerplatz 32
78464 Konstanz
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