Kampagne für ein See-Ticket (c) SPD

SPD startet Initiative für ein See-Ticket

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Kampagne für ein See-Ticket (c) SPD

Günstige Nahverkehrstarife wie das Jugendticket BW oder das Deutschland-Ticket gelten nicht auf Fährverbindungen wie der Autofähre von Konstanz nach Meersburg oder dem Katamaran von Friedrichshafen nach Konstanz. Geht es nach den Sozialdemokraten am Bodensee, soll sich dies ändern: Sie stellten der Öffentlichkeit die Initiative „See-Ticket – damit dein D-Ticket nicht am Ufer strandet“ vor.

Hier ein Erklärung der SPD zum Start ihrer Petition für ein See-Ticket:

Fast vier Millionen Fußgängerinnen und Fußgänger nutzen jährlich die regelmäßig fahrenden Fährverbindungen auf dem Bodensee. Neben der Autofähre Konstanz – Meersburg und dem Katamaran zwischen Friedrichshafen und Konstanz seien auch die Personenfähre zwischen Wallhausen und Überlingen sowie die Euroregia zwischen Friedrichshafen und Konstanz wichtige Bestandteile im Netz des öffentlichen Verkehrs in der Bodensee-Region.

Die SPD im Kreis Konstanz und im Bodenseekreis will daher erreichen, dass die Fähren auch rechtlich in den öffentlichen Personennahverkehr integriert werden. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass Verbundfahrscheine und das Deutschland-Ticket auf den Schiffen anerkannt werden können und dass die Betreiber der Fährverbindungen einen finanziellen Ausgleich dafür erhalten. Derzeit gebe es die widersprüchliche Situation, dass die Nutzer der Städteschnellbusse mit dem 49-Euro-Ticket die Fähre nutzen können, während Fußgänger weiterhin extra bezahlen müssen. Diese Ungleichbehandlung ist widersprüchlich und führe zu einer neuen Art von Schleichverkehren.

Vollwertige öffentliche Verkehrsmittel

Das bundesweit gültige 49-Euro-Ticket habe dem öffentlichen Nahverkehr in Deutschland einen großen Modernisierungsschub gebracht, erklärte die Bundestagsabgeordnete Dr. Lina Seitzl. Der Bund, der das Ticket fast ausschließlich bezahle, schließe so auch eine Lücke, weil die öffentlichen Verkehrsverbünde kaum Tickets zu Sozialtarifen anböten.

Das Land Baden-Württemberg sei der wichtigste Akteur für den öffentlichen Verkehr, betonte der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz, denn die Gesetzgebungskompetenz liege beim Land, das auch für die Finanzierung zuständig sei. Storz forderte vom Verkehrsministerium als auch von der Nahverkehrsgesellschaft eine aktive Rolle, um die aus den Fährverbindungen vollwertige öffentliche Verkehrsmittel im Land zu machen.

Leon Hahn, Kreisvorsitzender der SPD im Bodenseekreis, verwies darauf, dass der Süden des Landes über eine nur unzureichende Verkehrsinfrastruktur verfüge. Katamaran und Fähre leisteten einen wichtigen Beitrag, beide Seeseiten näher zusammen zu bringen. Daher sei ein einheitlicher Verbundfahrschein auch auf dem Wasser besonders wichtig.

Hauptadressat der Forderung ist die Landesregierung. Da beide Landkreise unterschiedlichen Verkehrsverbünden angehören und erstmals Fähren in die Verbünde aufgenommen werden sollen, gilt die Umsetzung als schwierig. Die SPD fordert daher, dass das Verkehrsministerium bzw. die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg die Verhandlungen moderieren soll. „Wer mehr und besseren öffentlichen Verkehr im Land fordert, muss eine aktive Rolle dabei spielen und darf nicht abwarten, bis andere handeln“, sind die Initiant*innen überzeugt.

Die SPD hat eine Reihe politischer Schritte eingeleitet, um das See-Ticket durchzusetzen.

  • Beide Kreisverbände suchen zunächst Unterstützung in der Landespartei und haben einen entsprechenden Antrag für den nächsten Landesparteitag am 21. Oktober 2023 eingebracht.
  • Um die Fährverbindungen als Bestandteil des öffentlichen Verkehrs rechtlich zu verankern, kündigt der Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz eine entsprechende Initiative im Landtag an. Auch Schiffsverbindungen müssen wie Taxis im ÖPNV-Gesetz des Landes verankert werden.
  • In den Kreistagen für den Bodenseekreis und den Landkreis Konstanz werden die SPD-Fraktionen im Herbst Anträge auf Aufnahme der Schiffsverbindungen in die Nahverkehrspläne stellen.

Die SPD lädt alle Bürgerinnen und Bürger am Bodensee sein, sich für ein See-Ticket einzusetzen. Wer die Forderung unterstützen will, kann dies mit der Unterzeichnung einer Online-Petition unter der Adresse https://openpetition.de/!seeticket tun. Auf einer eigenen Kampagnen-Website www.see-ticket.de wird laufend über die nächsten Schritte der Initiative berichtet. Dort fasst ein Video den Vorstoß der SPD für den öffentlichen Verkehr kurz zusammen.

Text & Bild: SPD

Eine Antwort

  1. Wolfgang Daub

    // am:

    Derzeit ist nicht klar, ob das 49€-Ticket das Jahr 2023 überlebt!

    Denn insbesondere die SPD-geführte Bundesregierung will keinen höheren Betrag zum jährlichen 4.000.000.000€-Defizit bezahlen!

    Da sollten die lokalen Vertreter der einst einmal stolzen Arbeiterpartei doch das Gespräch mit dem kleinen Unklaren aus dem Norden im Kanzleramt suchen, statt die Menschen mit PR-Gaudi an der Fähre zu täuschen!

    Gleichzeitig ist zu sagen, dass das 49€-Ticket auch andere negative Auswirkungen hat: so wurde in vielen Verkehrsverbundgebieten die Einzelfahrt erheblich verteuert sowie Fahrpläne ausgedünnt, um die Kosten des 49€-Tickets aufzufangen!

    Dagegen ist das Ärgernis mit der Fähre nur ein kleines Problemchen!

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