Die Aufnahme zeigt Gerry Mayr bei einer Querdenkerdemo. Bild: H. Reile

Schulterschluss von Querdenkern und AfD

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Die Aufnahme zeigt Gerry Mayr bei einer Querdenkerdemo. Bild: H. Reile
Die Aufnahme zeigt Gerry Mayr bei einer Querdenkerdemo. Bild: H. Reile

Einen Vorgeschmack auf das, was auch bei der Kommunalwahl auf Konstanz zukommen könnte, war am 8. Januar auf der Marktstätte zu beobachten. Der stadtbekannte Querdenker Gerry Mayr (Bild) mobilisierte im Windschatten der Bauernproteste zu einer Kundgebung. Er ermöglichte damit dem früheren AfD-Landtagskandidaten Thorsten Otterbach einen Auftritt durch die Hintertür. Dazu ein Kommentar.

Schon der Vorgang ist außergewöhnlich, fordert doch die AfD die Abschaffung sämtlicher Subventionen und damit auch die an die Bauern.

So grotesk sich die Situation auch darstellt – an der Kundgebung nahmen kaum Bauern teil -, der AfD wurde ein Auftritt ermöglicht, um ihre demokratiefeindliche Gesinnung zum Besten zu geben. Viel schlimmer aber wiegt der Schulterschluss zwischen AfD und den Querdenkern.

Und noch ein Wort zu Gerry Mayr: Wer mit diesen Kräften paktiert, zeigt sein wahres Gesicht und tritt die demokratische Gesellschaft mit Füßen. Wer die individuelle Freiheit auf Kosten der Mehrheit fordert, handelt egoistisch und unsolidarisch und fördert damit die Ellenbogengesellschaft, die ein friedliches Zusammenleben in letzter Konsequenz nicht mehr vorsieht.

Damit ist es den Rechten zum ersten Mal seit Jahrzehnten gelungen, unbehelligt in Konstanz öffentlich aufzutreten. Bisher scheiterte das Vorhaben immer am wehrhaften Widerstand demokratischer, antifaschistischer Kräfte. Man muss die Ankündigung von AfD-Mann Otterbach ernst nehmen, in Konstanz zu den Kommunalwahlen zu kandidieren.

Dies ist nicht nur in Konstanz zu beobachten, auch für Singen und Radolfzell will die AfD Listen aufstellen, und in Freiburg schicken sich vier bekannte Querdenker an, auf der AfD-Liste bei den Kommunalwahlen anzutreten.

Es muss klar sein, dass die AfD keine demokratische Partei ist, auch nicht eine Partei des kleinen Mannes, als die sich gerne bezeichnet. Die AfD ist eine rassistische, in Teilen faschistische Partei, die die Demokratie bekämpft, die Gewaltenteilung nicht anerkennt und einen autoritären Staat möchte, in dem Menschenrechte nichts mehr zählen.

Wer AfD wählt, wählt den totalitären Staat, der Menschen als Sachen betrachtet, sich nicht um Menschenrechte schert und auf das Grundgesetz pfeift. Zu ungeheuerlich sind die Szenarien, die die Nationalkonservativen und Faschisten neulich in Potsdam besprochen haben: Deportationen und Lager für Bürger*innen mit Migrationshintergrund und Andersdenkende.

Es ist kein Zufall, dass der überregional bekannte österreichische Rechtsextremist Martin Sellner und AfD-Vertreter eine „Remigration“ fordern, also eine massenhafte Ausweisung von geflohenen Menschen und auch von Deutschen mit Migrationsgeschichte.

Gegen diese Partei muss klare Kante gezeigt werden. Wir dürfen keinen Schritt zurückweichen im Kampf um demokratische, humanistische und emanzipatorische Werte.

Die Antifaschist*innen und Demokrat*innen dieser Stadt müssen dafür sorgen, dass dies der einzige Auftritt dieser zutiefst antidemokratischen Kräfte bleibt.

Text: Wolfgang Mossmann

Aktueller Hinweis: Am 31.1.2024 trifft sich eine Initiative gegen die AfD um 19:00 Uhr im Restaurant Wessenberg. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Derzeit protestieren Zehntausende im ganzen Land gegen die braunen Brunnenvergifter. Warum nicht auch in Konstanz?

Wessenberg CafE Restaurant Bar

Wessenbergstraße 41
78462 Konstanz
Tel.: 07531 919 664

E-Mail: info@wessenberg.eu

Online: https://wessenberg.de

21 Kommentare

  1. S. Kleindienst

    // am:

    @Norbert, ich empfehle Ihnen die Lektüre von „Biedermann und die Brandstifter“.

  2. S. Kleindienst

    // am:

    @Klaus: Die Pandemie, klar… Sie vergleichen Äpfel mit Birnen, aber sei’s drum: Ihre persönliche Unzufriedenheit mit der aktuellen Ampel-Politik nehmen Sie als Rechtfertigung, eine rechtsextreme, demokratiefeindliche, fremdenfeindliche, ausgrenzende, deffamierende, völkisch-verquaste, radiakle Nazipartei als „Alternative“ ins Feld zu führen? Was genau haben Sie zu den Vorkommnissen von Potsdam zu sagen? Wie stehen Sie zu den dort geforderten Plänen der sog. „Remigration“? Sind das etwa die „attraktiven Inhalte“, die Sie bei den Regierungsparteien vermissen? Parallelen zwischen unserer demokratisch gewählten Regierung und dem NS-Regime zu ziehen halte ich überdies für instinktlos, geschichtsvergessen und dumm. Aber eventuell befinden Sie sich ja wirklich in einem falschen Film – oder un einer Blase.

  3. Norbert Faulhaber

    // am:

    Die AfD würde es überhaupt nicht geben (oder sie wäre eine kleine Splitterpartei), wenn dieses Land nicht echte Probleme hätte: Millionen sacken in Richtung Armutsgrenze herab, über 40 Prozent der Rentner (und vor allem der Rentnerinnen!) können gerade mal so überleben, die Gutsituierten der Merz’schen „oberen Mittelschicht“ (von denen erstaunlich viele die Grünen wählen) feiern hingegen coole Partys ohne Ende und predigen ihren Mitmenschen Verzicht, „um das Klima zu retten“. Dass unter diesen Umständen eine Partei Zulauf findet, die einen radikalen Kurswechsel in Berlin fordert – nur leider in die falsche Richtung – ist da doch gar nicht so verwunderlich. Dass es der „Linken“ (im weitesten Sinn des Begriffs) ums Verrecken nicht zu gelingen scheint, diese Proteststimmung, die sich ja gerade eben in den Aktionen der Bauern manifestierte, aufzugreifen und für die Unterstützung einer Politik zu gewinnen, die die dramatisch anwachsende Kluft zwischen arm und reich zu schließen versucht, ist ein Armutszeugnis. Ja, die AfD hat neoliberale Vorstellungen, was Wirtschafts- und Sozialpolitik angeht, ja, sie unterstützt das 100-Milliarden-Aufrüstungsprogramm des unsäglichen „Genossen“ Scholz – aber sie war, zumindest bis jetzt – die einzige Partei im Bundestag, die sämtliche Waffenlieferungen zur Befeuerung des Ukraine-Krieges ablehnte (im Gegensatz zur Linkspartei!), aus welchen Motiven heraus auch immer. Ja, die AfD hat ein großes Problem mit ihrem rechten Flügel – aber das hatten CDU und CSU jahrzehntelang auch. Der Satz: „Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen vollbracht hat, hat ein Recht darauf, von Auschwitz nichts mehr hören zu müssen“ stammt nicht von Björn Höcke, sondern von Franz Josef Strauß. Wer sich die Mühe macht, mal auf phoenix sich einen AfD-Parteitag anzusehen, wird feststellen, dass sich da hauptsächlich das bundesdeutsche (Spieß-)Bürgertum versammelt – nicht die neue SS oder SA. Und wer schon etwas älter ist, wird feststellen, dass dort in etwa so argumentiert wird wie vor 30 oder 40 Jahren auf CDU- oder CSU-Parteitagen…

  4. Peer Mennecke

    // am:

    Liebe Schwurbler,

    Krisen, gleich welcher Art, sollten uns stärker machen. Das immer noch anhaltende Gejammer über die Einschränkungen während der Corona-Pandemie ist so unglaublich lächerlich, dass es schon weh tut. Ich kenne keinen Menschen in meinem privaten Umfeld, der das anders sieht. Die selbsternannten Querdenker haben sich im Übrigen zum größten Teil von den Rechten instrumentalisieren lassen. Das kann man einfach nicht zerreden.

  5. Michael Maier

    // am:

    Lieber Herr Mossmann,

    Sie zitieren: “ …Sie schließen die Augen vor der naturgegebenen Tatsache, daß der Mensch ein gesellschaftlich lebendes Wesen ist und die Menschheit eine Gattung, in der jedes Individuum auf die Gesamtheit, die Gesamtheit auf jedes Individuum angewiesen ist…“
    In den Jahren 2020/21 liessen wir aber zu, dass eben dieses elementare menschliche Bedürfnis vollständig negiert wurde. Sie unterstellen, dass Alle die widersprochen haben egoistisch motiviert waren und nur ihre persönliche Freiheit im Sinn hatten. Sie gingen und gehen wahrscheinlich davon aus, dass man dadurch Menschenleben rettete und stellten dabei das universelle Menschenrecht der körperlichen Unversehrtheit über die Würde und alle anderen Rechte. Den Nachweis, dass diese unmenschlichen Maßnahmen die insbesondere die jüngsten und ältesten, schutzbedürftigen Menschen trafen irgendetwas gebracht haben, bleibt man bis heute schuldig. Man geht sogar noch weiter und unterbindet jede Art von Aufarbeitung. In einem aktuellen Seemoz Artikel über die wichtige Arbeit des Hospizvereines wurde diese Zeit, in der die Maßnahmen die Sterbenden und Angehörigen bzw. Begleitenden gleichermaßen hart trafen, mit keinem Wort erwähnt, warum nur?

    Zur Erinnerung, unser allseits beliebter Gesundheitsminister nannte alle Massnahmen an der frischen Luft „Schwachsinn“. Gleichwohl galt auch in Konstanz eine Verordnung die die Personenzahl und verschiedene Aktivitäten unter freiem Himmel beschränkte, was insbesondere Kinder und Jugendliche hart traf. Es wurden hunderte Bußgeldverfahren geführt. Bis heute trägt dafür niemand die politische Verantwortung, hat sich dafür entschuldigt, geschweige denn wurden Bussgelder zurück gezahlt. Menschen mussten in Krankenhäusern und Altenheimen einsam sterben und auf ihrem Weg wurde ihnen, in teilweise unwürdiger Weise, ob sie wollten oder nicht ein Gesslerhut vors Gesicht gebunden. Der böse Nazi, Tiermediziner und Schwurbler Klaus Stöhr hat unlängst wieder auf dieses Elend hingewiesen. Andere Länder wie z.B. Slowenien haben sich einer Aufarbeitung gestellt um so wieder Vertrauen zurück zu gewinnen.

    Was soll es bringen gegen die AFD und ihre Anhänger zu demonstrieren? Wollen sich die Demonstrierenden am Ende in der Wahlkabine neben die Menschen stellen, damit sie das Kreuz nicht an der falschen Stelle setzen? Wäre es nicht besser in den Dialog zu treten und eine Politik einzufordern und mit zu gestalten die die Menschen wieder zurück gewinnt?

    Ist der Feind bekannt, hat der Tag Struktur – hüben wie drüben. Ganz Konstanz hasst die AFD und die AFD hasst ganz Konstanz…wie das wohl endet?

  6. Wolfgang Mossmann

    // am:

    In den quergedachten Kommentaren erfolgt keine Abgrenzung, Verurteilung oder Kritik an der AFD.
    „Alle an einem (runden) Tisch“ sollen „Argumente austauschen“ und „der anderen Seite zuhören“. Wir hören z. B. die Potsdamer-Vorschläge, die gegen Menschenrechte und Grundwerte verstoßen und das Existenzrecht von vielen Menschen in Frage stellt. Wann haben Faschisten Argumenten der anderen Seite zugehört, ihre Kritiker waren Feinde und kamen ins KZ.
    Menschen werden beschimpft, die gegen antidemokratische, rechtsradikale, rassistische Kräfte auf die Straße gehen.
    Es geht darum, Grundwerte zu verteidigen. Dass jetzt auch die bürgerlichen Parteien das merken und auf diesen Zug aufspringen, ist kein Grund, diese Grundwerte nicht zu verteidigen.
    Zu Gertrud Hofmann
    „Wenn Silones Warnung vor der Wiederkehr des Faschismus aus ihrem historischen Kontext [Genf, 1944] gelöst und für die Gegenwart dienstbar gemacht werden kann, dann gerade als Hinweis auf diese vorgeblich antifaschistische Kostümierung eines erstarkenden Neofaschismus. Dafür aber ist es notwendig, auf einem Faschismusbegriff zu beharren, der sich solcher Umdeutungen und Vereinnahmungen verweigert, und auf solcher Basis Faschisten als Faschisten zu benennen, wohl wissend, dass der Begriff in der Anwendung stets ­umstritten bleibt und daher begründbar sein muss.“ (von Christian R. Schmidt, Jungle World, 30.01.2020)
    Noch ein Wort zur individuellen Freiheit: Ich beziehe mich dabei auf Erich Mühsam, der leider nicht in den Genuss irgendwelcher Auszeichnungen kam, weil er Zeit seines Lebens kriminalisiert, von Nazischergen gefoltert und schlussendlich im KZ ermordet wurde.
    „Entschiedene Abgrenzung aber ist geboten gegenüber den nur individualistischen Anarchisten, die in der egoistischen Steigerung und Durchsetzung der Persönlichkeit allein das Mittel zur Verneinung des Staates und der Autorität erblicken und selbst den Sozialismus wie jede allgemeine Gesellschaftsorganisation schon als Unterdrückung des auf sich selbst ruhenden Ich zurückweisen. Sie schließen die Augen vor der naturgegebenen Tatsache, daß der Mensch ein gesellschaftlich lebendes Wesen ist und die Menschheit eine Gattung, in der jedes Individuum auf die Gesamtheit, die Gesamtheit auf jedes Individuum angewiesen ist. Wir bestreiten die Möglichkeit und auch die Wünschbarkeit des vom Ganzen losgelösten Individuums, dessen vermeintliche Freiheit nichts anderes sein könnte als Vereinsamung, mit der Folge des Untergangs im luftleeren Raum. Wir behaupten: niemand kann frei sein, solange es nicht alle sind. Die Freiheit eines jeden setzt voraus die Gemeinschaft im Sozialismus.“
    Zitiert aus: Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat
    Zu Klaus Schwarzmann
    Beschrieben wurde ein Fakt: Gerry Mayr hat einem AFD Funktionär eine Bühne für einen Auftritt geboten. Soweit der Fakt!

  7. Norbert Faulhaber

    // am:

    Lieber Bruno Matzer,

    merci für den Link auf die Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach 1945 Zuflucht in einer anderen Partei gefunden haben. Dass Horst Ehmke, Erhard Eppler und Karl Schiller (alles spätere SPD-Größen) in ihren Jugendjahren in der Nazipartei waren, war mir bisher nicht bekannt. Und das ist doch sehr interessant….

  8. Michael Maier

    // am:

    PS: um in diesem Forum nicht missverstanden zu werden. Ich behaupte nicht dass die AFD unsere Probleme lösen kann oder wird. Ich glaube aber auch nicht, dass die anderen Parteien wenn sie so weiter agieren dazu in der Lage sind, auch nicht die Linke. Und nein ich will daher nicht unser Grundgesetz oder gar die Demokratie abschaffen, ganz im Gegenteil. Ich würde mir wünschen wir würden für alle Parteien den gleichen Maßstab anwenden und wie es von anderen in diesem Forum bereits formuliert wurde wieder alle an einen Tisch sitzen auf dass die besseren Argumente sich durchsetzen. Davon sind wir m.E. aber sehr sehr weit entfernt.

  9. Michael Maier

    // am:

    Lieber Herr Höpfinger,

    viele Menschen wollten, auch aus den Erfahrungen des Dritten Reichs, als mündige Bürger nicht an diesem medizinischen Experiment teilnehmen. Befürworter sagen nun wahlweise der Zwang war richtig, oder es habe keinen Zwang gegeben. Manch einer sagt heute noch, es sei kein Experiment gewesen.

    Apropos „wandelnder Seuchenherd“ – ist diese Wortwahl Ihr Ernst? Geht das nicht ziemlich in Richtung „Brunnenvergifter“? Zumal Pfizer vor der EU Kommission eingestanden hat, dass die Therapie nie auf Ansteckung getestet wurde. Heute ist es doch wohl Konsens, dass “ Geimpfte“ das Virus genauso übertragen haben. Da sie aber keinen sozialen Einschränkungen unterlagen, konnten sie es viel ungehinderter auf andere übertragen. Womöglich wäre die Aussage „Pandemie der Geimpften“ damals näher an der Wirklichkeit gewesen.

    Ich bleibe dabei, der Gehorsam gegenüber der Obrigkeit war, ist und bleibt die größte Gefahr für die Demokratie. Egal welche Parteien die Regierung dieses Landes bilden oder bilden könnten. Hannah Arendt und viele andere Zeitzeugen verschiedener autoritärer Regime haben uns oft davor gewarnt.

  10. Norbert Höpfinger

    // am:

    @Michael Maier: Mir geht das ewige Gekreine der „verfolgten Unschuld“ maßlos auf den Geist. Wer 2020 als Impfgegner und/oder Verschwörungstheoretiker darauf bestanden hat als wandelnder Seuchenherd seine Mitmenschen zu gefährden, verstieß gegen alle Werte, die im Grundgesetz verankert sind. Und wer das auch heute nicht einsehen will, dem kann ich nur raten was schon Walter Lübcke geraten hat: „Ich würde sagen, es lohnt sich, in unserem Land zu leben. Da muss man für Werte eintreten. Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist.“

  11. Wolfgang Daub

    // am:

    @Maier: Völlig richtig auf den Punkt gebracht! Aber mich wundert das schon lange nicht mehr, denn seit rund 20 Jahren dokumentiert die Vergleichsstudie „PISA“ den Bildungsnotstand hierzulande, ohne dass sich irgendwo etwas gebessert hat! Absicht oder „nur“ keine Ahnung?

  12. Michael Maier

    // am:

    Ohne irgendeinen der genannten Protagonisten in Schutz nehmen zu wollen, wo sind sie 2020 gewesen, die selbsternannten Demokraten? Wo war die Empörung als man eine Minderheit den Blinddarm der Gesellschaft nannte? Ich hoffe es wundert sich niemand, dass diese Menschen für das was hier für Demokratie gehalten wird nun nicht mehr auf die Strasse gehen. Wahrscheinlich denkt man in dieser Blase ohnehin, dass jeder Kritiker ein AFD Wähler ist.

    Wo war die Empörung dieser Demokraten als von der äh Laien ohne zur Wahl zu stehen Kommissionspräsidentin wurde? Nebenbei, ist Herr Sonneborn eigentlich auch ein Nazi? Wo war die Empörung dieser Demokraten als ein Parteifunktionär Präsident in Karlsruhe wurde?

    Nicht der Ungehorsam gegenüber den Regierenden war und ist das Problem. Es war, ist und wird immer der Gehorsam sein der uns alle aus der Demokratie hinaus führt.

    Als die Regierung Euch aufforderte zu Hause zu bleiben habt ihr gefolgt. Wenn Sie Euch jetzt auffordern auf die Strasse zu gehen folgt ihr wieder. Wenn sie Euch an die Waffen fordern für die gerechte Sache, folgt ihr dann auch wieder und gebt ihnen Eure Söhne?

  13. Gertrud Hofmann

    // am:

    An dieser Stelle möchte ich Ignazio Silone, der 1969 den „Jerusalempreis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft“ erhalten hat, zitieren:

    „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“

    Bei Hannah Arendt kann man nachlesen (oder im fulminanten Interview mit Günter Gaus nachschauen), wie das funktioniert und wie besonders die akademischen Kreise in totalitären Zeiten bereitwillig auf der jeweiligen Regierungslinie balancieren.

    Möge im schonungslosen argumentativen Austausch das bessere Argument gewinnen, und hören wir auf, einander ad personam zu diskreditieren, um sich mit den Argumenten der jeweils anderen Seite in der Substanz nicht auseinandersetzen zu müssen.
    „Audiatur et altera pars“ gilt.

    Streiten wir an runden Tischen um das bessere Argument.

    Wann hätte je wahrer Widerstand auf der Regierungslinie balanciert?

    Wie kommt Deutungshoheit zustande? Wem nützt sie?

  14. Daniel Müller

    // am:

    Es wäre ein guter Artikel alle Behauptungen und Aussagen gegenüber der AfD mit Quellen zu belegen, ihrem Wahlprogramm und Aussagen. Damit man das schwarz auf weiß hat.

  15. Bruno Matzer

    // am:

    Ich empfehle einen Blick in folgenden Wikipedia-Beitrag:
    Und erlaube mir die Frage, wer von den aktuell Protestierenden hat eine der in dieser Liste auftauchenden Parteien gewählt oder wählt sie noch?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_t%C3%A4tig_waren

    Und wer glaubt, dass in den etablierten Parteien absolut keine Personen mit Nazi- oder anderem menschenfeindlichem Gedankengut sind? Also wirklich keine. Wer?

  16. Klaus Schwarzmann

    // am:

    Die ganzen Vorzeigedemokraten im Land zeigen mehr und mehr ihr wahres Gesicht, ebenso wie die ach so ehrenhafte Presse. Nichts als Diffamierungen und Vorverurteilungen. Alle die sich hier so ehrenhaft hervortun möchten, haben vor drei Jahren ohne mit der Wimper zu zucken Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit mit Füßen getreten und tun es nach wie vor.
    Ja, setzt euch gemeinsam mit dem Feind an eine Tisch und diskutiert sachlich über Inhalte. Das Problem ist nur, dass weder CDU, noch SPD, noch Grüne, noch FDP für viele Menschen noch attraktive Inhalte zu bieten haben. Sonst würden nicht mehr und mehr zur AfD abwandern. Und Lösungen haben sie auch nicht (nicht dass die AfD die haben muss).
    Übrigens: Am 22. Juni 1933 verbot die NS-Regierung der SPD jede politische Tätigkeit und erklärt sie zur staatsfeindlichen Partei.
    Irgendwie fühle ich mich mehr und mehr im falschen Film.
    Und noch eine Empfehlung, passt sehr gut zu den Protesten:
    https://taz.de/Petition-zur-Verwirkung-von-Grundrechten/!5983032/
    Und jetzt bin ich gespannt, ob mein Beitrag veröffentlicht wird.
    Klaus S., Konstanz
    (…)

  17. Paul Busse

    // am:

    Nicht nur die AfD, auch die Bauern selbst fordern die Abschaffung der Subventionswirtschaft; sie ist diskriminierend und eben nicht wertschätzend. Das Wirtschaftssystem, das auf Druck der USA zum „Sturz“ Erhards führte und ab 1967 unter gleichem Namen „Soziale Marktwirtschaft“ aber dem Wesen beraubt als Mogelpackung weitergeführt und nach 1990 zum Raubkapitalismus weiterentwickelt wurde. Der Redakteur erspart sich sachliche Recherche, ergeht sich indes in systemgewünschte Hetze. Schade.

  18. Christina Herbert-Fischer

    // am:

    Dann hoffen wir mal, dass die demokratischen Parteien Farbe bekennen, auch wenn die Anfrage von den Linken kommt. Für eine starke und werthafte Demokratie sind alle gefordert.

  19. Holger Reile

    // am:

    @Jana Schneider

    Heute hat die Linke Liste Konstanz (LLK) erstmal alle Konstanzer Gemeinderatsfraktionen angefragt, ob sie bei einer Kundgebung gegen die in Teilen faschistische AfD dabei wären.

  20. Gunder Haschker

    // am:

    Es wird nun langsam Zeit, nicht nur über die AfD zu reden und zu protestieren, sondern sie in direkter Diskussion zu stellen. Alles andere treibt ihr nur weitere Wähler zu. Wovor hat man Angst?

  21. Jana Schneider

    // am:

    Ja! Warum nicht auch in Konstanz?!?
    Gibt es geplante Demos?
    Und wenn Nein, wieso nicht???

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