Bürgerbüro konstanz laube © pit wuhrer

Personalmangel im Bürgerbüro

Von Ralph-Raymond Braun
Bürgerbüro konstanz laube © pit wuhrer

„Temporär eingeschränkte Servicezeiten ab Mitte Februar aufgrund von Personalausfall“, warnt die Website des Konstanzer Bürgerbüros. „Die Erreichbarkeit der Telefonhotline ist ab sofort auf wochentäglich 7.30 bis 12.30 Uhr reduziert“, heißt es da. Und: „Terminangebot ab März eingeschränkt“ sowie „Terminwartezeiten von vier bis sechs Wochen.“ Was ist das los?

„Wir bedauern die notwendigen Einschränkungen sehr und sind uns bewusst, dass dies für unsere Bürger:innen eine Belastung bedeutet“, schreibt Amtsleiterin Bettina Parschat im Konstanzer Amtsblatt. Es fehlt an Personal. Dazu erfährt seemoz von der Stadt: „Bis Dezember 2025 waren alle Planstellen besetzt – seit Januar 2026 musste das Team mehrere Abgänge verkraften. Aktuell sind [von den 21 vollzeitäquivalenten Planstellen (VZÄ)] 4,5 VZÄ unbesetzt, hinzu kommen mehrmonatige Krankheitsausfälle im Umfang von 2,0 VZÄ mit unabsehbarem Ende.“

Dem Bürgerbüro fehlt also fast ein Drittel der für einen Normalbetrieb notwendigen Mitarbeiter:innen. Und das, wo doch demnächst mit der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auf Petershausen einige hundert, wenn nicht tausend neue Anwohnerparkausweise ausgestellt werden müssen.

Doch Abhilfe sei in Sicht, tröstete die Stadt vergangenen Montag: „Das Stellenbesetzungsverfahren läuft aktuell, diese Woche finden an zwei Tagen Vorstellungsgespräche statt.“

Übertriebene Haushaltssperre?

Tatsächlich war in Amtsblatt 2026/3 vom 7. Februar die Stelle „Verwaltungsfachangestellte/r für das Bürgerbüro, befristet Teil-/Vollzeit“ ausgeschrieben. Doch warum so spät? Die im Januar ausgeschiedenen Mitarbeiter:innen werden ja nicht von heute auf morgen den Bettel hingeworfen haben. Sicher gab es da Kündigungsfristen oder absehbaren Ruhestand.

So bleibt die Vermutung, der Personalnotstand im Bürgerbüro und die damit verbundenen Einschränkungen im Service für die Bürger:innen hingen irgendwie auch mit der Haushaltssperre und der vom Gemeinderat der Verwaltung auferlegten „globalen Minderausgabe“ zusammen. Während von September bis Jahresende 2025 die geltende Haushaltssperre Stellenbesetzungen nur in absoluten Ausnahmefällen erlaubte, sieht die globale Minderausgabe pauschale Kürzungen der Personalausgaben in 2026 vor – und das ungeachtet der üblichen Lohnsteigerungen.

Hier hätte das Bürgerbüro, wenn es ein paar Stellen zwei Monate unbesetzt lässt, seine Quote gut erfüllt. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt?

Foto: Pit Wuhrer

Ein Kommentar

  1. Peter Krause

    // am:

    Es hat doch eine gewisse Logik: Wenn die Stadt ein (größeres) Haushaltsdefizit hat, dann kann weniger Geld ausgegeben werden. Dies hat zwangsläufig zur Folge, dass Leistungen und Angebote gekürzt werden müssen.
    Gleiches erleben wir doch z.Zt. anderenorts auch.
    Aber man könnte natürlich versuchen, anstatt eine pauschale Minderausgabe für alle Bereiche zu verordnen, gezielt Bereiche zu identifizieren, die ggf. als „weniger wichtig“ angesehen werden, bei denen die Ausgaben reduziert werden könnten. Dann hätte man aber das Problem, im politischen Streit die Bereiche benennen zu müssen – ist aber auch nicht so einfach, da sicher jede eine andere Idee haben dürfte.

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