Sumaya Farhat Naser Grafik

Palästina/Israel: Trotz Gewalt und Unrecht den Frieden suchen

8 Kommentare

Sumaya Farhat Naser Grafik

Die Situation in Palästina und Israel ist katastrophal und bedrohlich wie nie zuvor. Wie schaffen es Menschen, bei so viel Gewalt, Angst und Perspektivlosigkeit zu überleben? Darüber informiert und diskutiert am Donnerstag die palästinensische Aktivistin Sumaya Farhat-Naser.

In ihrem Vortrag geht die in Palästina geborene und in Hamburg promovierte Buchautorin und Menschenrechtsaktivistin Sumaya Farhat-Naser der Frage nach, was Menschen trotz erlebter Ungerechtigkeit dazu bewegt, sich für den Frieden einzusetzen – und vermittelt dabei Einblick in die Lebenssituation, in die Kultur und Traditionen.

„Perspektive und Hoffnung werden nicht zuletzt durch Bildung von Frauen und Jugendlichen geschaffen“, so Farhat-Naser. Sie lehrt an Schulen und vor allem in Frauengruppen gewaltfreie Kommunikation und hat viele Publikationen veröffentlicht, darunter ein „Lesebuch für Palästina“.

Von 1997 bis 2001 war sie Leiterin des palästinensischen Jerusalem Center for Women, das sich gemeinsam mit der israelischen Gruppierung Bat Shalom für den Frieden engagiert: mit einer „Vision eines Friedens, der auf den Bedürfnissen, Rechten, Werten und der Geschichte sowohl des israelischen als auch des palästinensischen Volkes beruht.“

Für ihre Friedens- und Menschenrechtsarbeit wurde Farhat-Naser vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte, dem Versöhnungspreis Mount Zion Award in Jerusalem, dem Augsburger Friedenspreis, und dem AMOS-Preis für Zivilcourage in Religion, Kirchen und Gesellschaft.

Sie ist bekannt für ihre klaren Meinungsäußerungen gegenüber den Medien und setzt sich seit Jahrzehnten für Dialog und Gewaltverzicht bei der Lösung des Nahostkonflikts ein: „Friedensarbeit ist viel schwerer als Krieg.“

Sumaya Farhat-Naser referiert am Donnerstag, 11. April, 18:30 Uhr im Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1. Der Eintritt ist frei. Zur Veranstaltung laden ein: Friedensinitiative Konstanz, Friedensregion Bodensee e.V., Pax Christi Ravensburg, Café Mondial, Terre des Femmes e.V. Konstanz/Region Bodenseekreis, Linke Liste Konstanz, Die Linke Konstanz, Weltladen Konstanz, Aktionsbündnis Rettet Gaza und der Bildungsverein seemoz e.v.

Text: Maik Schluroff, Bild: Farhat-Naser

8 Kommentare

  1. Eckhard Grempels

    // am:

    EVA-MARIA STEIGER, dass Sie die Karten mit groben Irreführungen, die man in Teilen Fälschungen nennen muss, auch noch verteidigen, wundert mich gar nicht. Dass Sie allen Ernstes wie Farhat-Naser von 75 Jahren Besatzungspolitik „der“ israelischen Regierung schreiben, obwohl Gaza ganz lange von Ägypten und die Westbank ebenso lange von Jordanien sogar annektiert (sic) war, und Sie das bis 1969 jordanische Staatsgebiet zu einem palästinensichen erklären, wundert mich auch nicht. Das passt alles herrlich zusammen.
    Kleiner Tipp: Lesen Sie mal genau die Artikel 19/20 der pal. Nationalcharta durch oder, wenn Ihnen das zu viel ist, schauen Sie sich die Embleme aller pal. Organisationen an (PLO, Fatah (Abbas), PFLP, …) an: Überall wird die Einstaatlösung, also die Vernichtung Israels gefordert.

  2. Janosch Tillmann

    // am:

    @EVA-MARIA STEIGER,

    waren Sie bei besagtem Vortrag vor Ort oder können Sie sich einfach nicht vorstellen, dass sich Frau Farhat-Naser so geäußert hat?

  3. Eva-Maria Steiger, Pfrin. iR. seit 4 Jahren in Offenburg, zuvor 35 Jahre in Konstanz

    // am:

    Mit großer Verwunderung habe ich Ihren Leserbrief gelesen. Ich war damals als Pfarrerin in der badischen Landeskirche bei dem Schulbesuch in der Geschwister-Scholl-Schule zusammen mit dem Kollegen Herrn Freudenberger verantwortlich für die zwei Schul-Vorträge. Seit 30 Jahren kenne ich die Friedenspädagogin aus Palästina persönlich und habe in den ganzen Jahren ihre Vorträge in Konstanz und Umgebung begleitet und auch ihre Bücher gelesen.

    Dr. Sumaya Farhat-Naser ist eine der leider wenigen Menschen in Israel und Palästina, die seit Jahrzehnten mit Israelinnen und Palästinenserinnen gemeinsam an Verständigung und gewaltfreiem Miteinander arbeitete, bis die israelischen Behörden dies unmöglich machten. Dieser Frau „Einseitigkeit, Geschichtsvergessenheit und Empathielosigkeit“ vorzuwerfen, empfinde ich als absurd und verleumderisch.

    Sie ist nicht zufällig mit vielen Friedenspreisen ausgezeichnet und mehrfach im Deutschlandfunk interviewt worden. Ihre Vorträge sind in keiner Weise antisemitisch, hetzerisch oder friedlos und unwahr. Ihre Kartenbilder z.B. zeigen die Entwicklung der Besatzungspolitik der israelischen Regierung in den letzten 75 Jahren, der systematischen Verkleinerung der palästinensischen Gebiete durch Vertreibung, durch entsprechende gesetzliche Verordnungen und die zunehmende Siedlungspolitik.

    Seit über 20 Jahren macht Frau Farhat Naser Frauenarbeit und Kinderarbeit in Palästina. Auch in Deutschland leitet sie Seminare zum gewaltfreien Umgang mit den eigenen Gefühlen und einem menschlichen Umgang miteinander, zum Beispiel jedes Jahr in Schulen in Augsburg oder an der Universität in Tübingen. Ich kenne keinen Menschen, der sich so authentisch und kompromisslos für Verständigung und Frieden einsetzt wie diese tapfere Frau.

  4. Maik Schluroff

    // am:

    @Minia Joneck
    Zu der Veranstaltung wurde öffentlich eingeladen, sowohl auf seemoz als auch im Südkurier.
    Es kann also keine Rede davon sein, dass bestimmte Organisationen nicht eingeladen wurden.
    Was an diesen Einladungen „undemokratisch“ sein soll, erschließt sich mir nicht.

  5. Eckhard Grempels

    // am:

    Ich stimme MINIA JONECK zu. Auch bei uns an der Geschwister-Scholl-Schule war der Vortrag ziemlich lang. So vermieden es Frau Sumaya Farhat-Naser, dass angemessene Zeit für kritische Nachfragen oder eine abschließende Diskussion blieb, die sie ganz offensicht bis heute gar nicht erst einplant. Wir kritisierten trotzdem an ein paar Stellen und wie ja schon in unserem Leserbrief beschrieben, würgte sie Kritik unfreundlich ab und ging gar nicht oder kaum auf sie ein. Dass die Veranstalter bei so etwas mitmachen, macht sie mir nicht gerade sympatisch.

  6. Minia Joneck

    // am:

    Die Veranstaltung hätte mir sehr viel besser gefallen, wäre der Vortrag erheblich kürzer und dafür Zeit für Diskussion eingeplant gewesen.
    Organisationen von denen man vermuten konnte, dass sie die Aussagen von Frau Naser kritisch hinterfragen würden, wurden wohlweislich gar nicht erst eingeladen.
    Schon vom Ansatz her undemokratisch.

  7. Konrad Liebscher

    // am:

    Ein fundamentales Problem im nahen Osten ist eine „Kultur der Gewalt“ bereits innerhalb der meisten Länder, die bereits in den Familien beginnt, weil etwa die Prügelstrafe in der Kindererziehung und die Gewalt gegen Frauen nicht gesetzlich verboten sind. Der Friedensforscher Franz Jedlicka hat dazu einge Artikel geschrieben und eine „Culture of Violence Scale“ entwickelt.

  8. Eckhard Grempels – Hans-Peter Büttner – Heinz Freudenberger

    // am:

    Mit Entsetzen haben wir den Hinweis auf die Veranstaltung mit Sumaya Farhat-Naser gelesen. Vor ein paar Jahren trat sie schon einmal an der Geschwister-Scholl-Schule vor Oberstufenschülern und -schülerinnen auf, weil sie von einer evangelischen Organisation der Fachschaft Religion angetragen wurde. Zum Glück wurden Kollegen hellhörig, u.a. ein Religionslehrer. Wir – 3 Lehrer und ein Schulsozialarbeiter – waren also auch bei ihrem Vortrag, der vor Einseitigkeit, Geschichtsvergessenheit und Empathielosigkeit gegen Israelis nur so triefte: Kein Hinweis auf die 3 Kriege mit dem Ziel Israel zu vernichten und Massaker zu begehen. Beim Thema „böse Mauer“ gab es natürlich keinen Hinweis auf den Grund für den Mauerbau: Intifada-Selbstmordattentäter (ca. 150 während der 2. Intifada), die sich in Bussen, an Bushaltestellen und in Cafés zu den 72 Jungfrauen ins Paradies beförderten und Hunderte Männer, Frauen, Jugendliche, Kinder in die Hölle. Als Sahnehäubchen präsentierte sie uns dann noch eine Serie von gefälschten Landkarten, die unter antisemitischen Israelhassern weitverbreitet ist und in den sozialen Medien herumgereicht wird, in denen 95% der Betrachter keine Ahnung von der Wahrheit haben oder haben wollen. Gerne sind wir bereit, die üblen geographisch-politischen Fälschungen und Verdrehungen Interessierten zu dokumentieren. Hier geht das ja nicht. Beispielsweise zeigte eine Karte Gaza und die Westbank als Land „Palästina“, das es nie gab, obwohl Gaza bis 1967 von Ägypten besetzt war und die Westbank bis 1967 sogar von 𝐉𝐨𝐫𝐝𝐚𝐧𝐢𝐞𝐧 𝐚𝐧𝐧𝐞𝐤𝐭𝐢𝐞𝐫𝐭𝐞𝐬 𝐒𝐭𝐚𝐚𝐭𝐬𝐠𝐞𝐛𝐢𝐞𝐭 𝐰𝐚𝐫. Passend dazu zeigte die nächste Karte diese Gebiete dann ab 1967 als israelisches Staatsgebiet, nicht als von Israel besetzte Gebiete.
    Sprach man die Dame auf die Bedeutung der Kriege, den Grund für den Mauerbau und ihre absurden Karten an, war ganz schnell vorbei mit freundlich: Ihre Stimmung kippte!

    Eckhard Grempels – Hans-Peter Büttner – Heinz Freudenberger

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