
Der Kulturfonds der Stadt Konstanz vergibt jährlich Gelder an kulturelle Projekte freier Kulturschaffender in Konstanz und Kreuzlingen. 2026 sind 50.500 Euro für neun Vorhaben zugesagt, die Themenpalette ist bunt.
Der Kulturfonds ist für etliche Kulturschaffende eine wichtige Unterstützung ihrer Arbeit und ermöglicht auch Projekte, die allein finanziell womöglich gar nicht zu stemmen wären, obwohl es in der freien Szene oft nur um vergleichbar geringe Summen geht. Er fördert Jahr für Jahr freie Kulturprojekte, die sich, so die Stadt, „durch künstlerische Qualität und gesellschaftliche Relevanz auszeichnen“.
Die Jury besteht aus VertreterInnen des Gemeinderats, der Leitung des Kulturamtes, der Intendanz des Theaters Konstanz sowie einem wechselnden Mitglied der freien Kultur-Szene. Die Fördermittel stehen Laien ebenso offen wie semiprofessionellen und professionellen KünstlerInnen.
Hier eine Übersicht über die aktuelle Förderung.
Stadtgeschichte und Erinnerungskultur
Mit dem Audiowalk „Der schwarze Schwan – What happened to Martin Katschker?“ erkunden Marie Pooth und Liliana Bosch ein dunkles Kapitel der Konstanzer Nachkriegsgeschichte, den sogenannten „Gammlermord“. Ihr begehbares Hörspiel führt das Publikum an reale Schauplätze in Konstanz und Kreuzlingen und setzt sich mit Ausgrenzung, Gewalt und Erinnerung auseinander.
Musik und Film
Der Komponist Jonathan Chazan kann seine Konzertreihe „Out of the Ordinary“ mit einer neuen Ausgabe fortsetzen. Die Reihe präsentiert zeitgenössische Musik in außergewöhnlichen Formaten: Unter dem Motto „Zeitgenössische Kunst – Ende oder Neubeginn?“ sind in St. Johann internationale KünstlerInnen zu erleben.
Der Musiker Lukas Engelmann realisiert mit „Die wandernde Sonne“ eine sechsteilige World-Music-Konzertreihe im K9, die internationale und lokale MusikerInnen zusammenbringt.
Ein weiteres gefördertes Musikprojekt widmet sich dem Jazz: Filmemacher Hubert Greiner porträtiert in einer Dokumentation das Leben und Wirken des Konstanzer Jazzmusikers Bernd Konrad, der seit Jahrzehnten eine prägende Figur der deutschen Musiklandschaft ist. Der Film versteht sich als Hommage und kulturhistorisches Dokument zugleich.
Kunst und Fotografie
Der Fotograf Florian Schwarz erhält eine Förderung für seine geplante Buchpublikation, die Migration und Bewegung an den Außengrenzen Europas behandelt. Seine dokumentarisch-künstlerische Arbeit gibt Menschen in Transit- und Fluchtsituationen eine Stimme. Das Projekt wird 2026 in Buchform sowie in einer Ausstellung im Turm zur Katz präsentiert.
Das Kollektiv Korpa aus fünf internationalen Künstlerinnen gestaltet mit „Mothering The Future“ eine interaktive Ausstellung in Konstanz. In Performances, Workshops und künstlerischen Aktionen wird „Sorge“ als gesellschaftliche wie politische Praxis neu gedacht – feministisch, solidarisch und ermutigend.
Theater und Tanz
Das neue Ensemble Off-Theater-Konstanz erhält eine Förderung für seine erste Produktion „Brüder – Eine musikalische Dramödie mit zwei Urnen“. Das Stück verbindet Humor, Musik und Tiefgang und nimmt zugleich kulturpolitisch wichtige Fragen in den Blick: Wie können professionelle freie KünstlerInnen in Konstanz langfristig Arbeits- und Auftrittsmöglichkeiten finden? Die Produktion soll der Auftakt zu einer jährlichen Theaterreihe werden.
Auch der Autor und Theatermacher Jeremias Heppeler wird gefördert: Er entwickelt mit „Das Labyrinth der isomorphen Schatten“ ein experimentelles Zwei-Personen-Stück über Klimakrise, künstliche Intelligenz und die psychischen Belastungen unserer Zeit. Das Werk will gesellschaftliche Diskurse auf die Bühne bringen – inhaltlich anspruchsvoll und zugleich zugänglich.
Mit dem Tanztheaterprojekt „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ von Davina Wölfle-Obitz wird ein weiteres Bühnenformat unterstützt, das gesellschaftliche Themen aus tänzerisch-performativer Perspektive aufgreift und junge Menschen anspricht.
Weitere Informationen zu den Förderkriterien und zur Antragstellung gibt es unter: http://www.konstanz.de/kulturamt.


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