
Rechtsradikale und völkisch-nazistische Aktivist:innen und deren Gefolgschaft gibt es nicht nur in Sachsen-Anhalt und Umgebung. Auch hierzulande steigen manche Extremisten auf, wie das Bündnis Konstanz für Demokratie herausgefunden hat: Beispielsweise Tim Demuth, der einst die Konstanzer AfD-Kreistagsfraktion beraten hat und im Landesvorstand der Jungen Alternative saß.
Tim Demuth ist in Konstanz kein Unbekannter: Er stammt aus dem Landkreis Esslingen und beriet bis Ende 2024 die AfD-Kreistagsfraktion im Landkreis Konstanz. Dann machte die Verbindungsperson zur Identitären Bewegung und anderen rechtsextremen Vorfeldorganisationen der AfD im Südwesten mit einem Geheimtreffen in Kloten seiner Karriere innerhalb der Partei ein vorläufiges Ende. Die Verbindungen zur extremen Rechten nützten ihm jedoch mehr, als sie ihm schadeten. Das sieht man jetzt an seinem Aufstieg in der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“.
Nach Recherchen von Correctiv gab es Mitte Dezember 2024 im schweizerischen Kloten ein Geheimtreffen nach dem Vorbild einer Versammlung in Potsdam rund ein Jahr zuvor. Thema auch hier: massenhafte „Remigration“. Als Gastgeber fungierte die Junge Tat, eine Organisation, die gemäß Schweizer Behörden rechtsradikal und gewaltbereit ist. Sechs ihrer Mitglieder stehen seit Anfang September 2026 wegen zahlreicher Straftaten in Zürich vor Gericht. Ebenfalls vor Ort waren Politiker:innen der AfD gemeinsam mit Mitgliedern der in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Bewegung.
Nach Informationen des Recherchenetzwerks moderierte Tim Demuth auf dem Geheimtreffen in Kloten. Danach tauchte er als öffentliche Person bei der AfD ab. Die Wochenzeitung kontext berichtete im Februar 2025 über den Verbleib von Tim Demuth: „Bilder zeigen ihn auf einer Wanderung mit der Identitären Bewegung, wie er mit seinen Fingern das White-Power-Symbol formt. Aktuell tritt er als Kameramann in extrem rechten Kreisen auf.“
Die JA Baden-Württemberg löste sich zusammen mit der Bundesorganisation Ende März 2025 offiziell auf. Jetzt ist Demuth als führender Funktionär der neuen GD wieder im Geschäft bei der AfD. Nach der Wahl zum stellvertretenden Landesvorsitzenden in Baden-Württemberg im Juni 2026 wurde er vor wenigen Tagen auch in den Bundesvorstand der Jugendorganisation gewählt.
Offiziell kommuniziert die AfD einen Unvereinbarkeitsbeschluss zur Identitären Bewegung und anderen rechtsextremen Organisationen.
Jürgen Weber vom Rechercheteam des Bündnisses „Konstanz für Demokratie“ kommentiert dies so: „Der Identitäre Dominik Böhler musste während des Landtagswahlkampfes im Dezember 2025 noch als neu gewählter Sprecher im AfD-Kreisvorstand Konstanz wieder zurücktreten, weil der Landesvorstand den Kreisverband bei der Wahl des Rechtsextremen zurückpfiff. Nach den Wahlen scheint die AfD-Landes- und Bundesspitze die führende Rolle des rechtsextremen Tim Demuth in der GD nicht zu interessieren.“
Text: Pressemitteilung des Bündnisses Konstanz für Demokratie – klare Kante gegen rechts
Foto: Das Bild zeigt Tim Demuth (Mitte) 2024 im Großen Sitzungssaal des Landratsamts Konstanz. © Konstanz für Demokratie


Schreiben Sie einen Kommentar