Seeperle c stadtwerke konstanz

Fraktion FGL & Grüne kritisiert Wasserbus

Aus der Redaktion
Seeperle c stadtwerke konstanz

Anlässlich der Inbetriebnahme des Wasserbusses betont die Gemeinderatsfraktion FGL & Grüne in einer aktuellen Pressemitteilung, dass sie dieses Zuschussprojekt weiterhin kritisch sieht. Seit letztem Samstag pendelt die „Seeperle“, ein Schiff mit Verbrennungsmotor der Personenschifffahrt „Giess & Giess“, zwischen dem Bodenseeforum und dem Hafen Konstanz.

Ende Mai soll das sogenannte Asisi-Panorama eröffnet werden, dann kann der auch bei anderen Gemeinderatsfraktionen umstrittene Wasserbus nicht nur samstags, sondern auch freitags und sonntags genutzt werden. Hier die aktuelle PM von FGL & Grünen:

„In den letzten Jahren wurden die Preise für Bustickets immer teurer und der Fahrplan aus Kostengründen ausgedünnt – und jetzt soll plötzlich Geld da sein für ein neues Angebot, das einen hohen Zuschuss der Stadt braucht und überwiegend Touristen zugutekommt? Das passt nicht zusammen“, erklärt Stadtrat Samuel Hofer.

Gerade vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltslage sieht die grüne Fraktion den Zuschussbedarf kritisch. Die Verwaltung kalkuliere mit einem Defizit zwischen 35.000 und 310.000 Euro. „Das kann sich die Stadt aktuell schlicht nicht leisten, das Geld wird in anderen Bereichen deutlich dringender gebraucht“, so Samuel Hofer.

Unzureichende Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln

Mit einem 40-Minuten-Takt nur am Wochenende sei die Verbindung zudem weniger zuverlässig als die Busverbindung in die Innenstadt. Zwar orientiere sich der Fahrtpreis an den Buspreisen. Das Deutschlandticket gelte auf dem Wasserbus jedoch nicht, wie auch das Tagesticket für den Bus nicht im Wasserbus oder umgekehrt – damit sei das neue Angebot nicht in bestehende Tarife integriert.

Nachhaltig oder klimafreundlich sei der Wasserbus in dieser Form auch nicht. „Während samstags auch E-Busse ungenutzt im Depot stehen, wird der Wasserbus als Verbrenner und mit höherem Energiebedarf unterwegs sein“, erläutert Stadtrat Niklas Becker. Das passe weder zu den städtischen Klimazielen noch zur aktuellen Energiekrise.

Die FGL & Grüne Fraktion sieht jedoch in dem beschlossenen Bürger:innen-Rat eine Chance, die Entscheidung für oder gegen einen Wasserbus auf eine breitere demokratische Basis zu stellen. Ein Bürger:innenrat aus zufällig gelosten Konstanzerinnen und Konstanzern soll nach der einjährigen Probephase tagen und dann auf Grundlage der tatsächlichen Nutzerzahlen, aber auch mit Blick auf die Haushaltslage, eine fundierte Empfehlung aussprechen. Die Entscheidung für einen Bürger:innen-Rat hatte die FGL & Grüne Fraktion beantragt.

Bild: Seeperle (Personenschifffahrt Giess), © Stadtwerke Konstanz

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