Meine Smartwatch, mein Auto, mein Haus: Konsum und das Streben nach mehr dominieren die deutsche Gesellschaft. Niko Paech forderte schon 2012 eine radikale Abkehr von diesem Weg. Er warnte vor den falschen Versprechen grünen Wachstums und prognostizierte, dass trotz aller Klimagipfel und nachhaltigen Produkte die Zerstörung der Umwelt weiter voranschreiten würde. Und er behielt Recht.
Sein legendäres Manifest prägte die Debatte über das Wachstumsdogma. Nun liegt es in einer komplett aktualisierten Auflage vor. Paechs Gedanken sind heute aktueller denn je: Er zeigt, wie eine Postwachstumsökonomie zu einer ökologisch verantwortbaren, resilienten und sozial gerechten Lebensweise führen kann. In einer erschöpften Welt bietet Paech eine Vision der Genügsamkeit, die nicht Verzicht, sondern Befreiung bedeutet.
Der Ausweg liegt für Paech in einer Ökonomie der Suffizienz (Genügsamkeit) und Subsistenz (Selbstversorgung). Konkret fordert er den zielgerichteten Rückbau industrieller Strukturen zugunsten regionaler Wirtschaftskreisläufe, die Verkürzung der Erwerbsarbeit auf 20 Stunden pro Woche und die Wiederaneignung von Reparaturkompetenzen. Dies bedeute keinen Verzicht, sondern Befreiung aus dem Hamsterrad des Konsums: „Möglichst viel Fremdversorgungsballast abzuwerfen, der bedürftig und beherrschbar macht, befreit von Angst vor einer zusehends unsicheren Zukunft“.
Eine grundlegende Kritik an den herrschenden Dogmen und ein unbequemer Weckruf. Er sagt: „Der Wandel kommt – by design or by disaster„.
Eintritt 7 Euro. Eine Kooperationsveranstaltung der vhs, der Stadt Konstanz, der Brauchbarschaft Konstanz und der Reihe „Energievisionen“. Der Eintritt beträgt 7 Euro – und ist jetzt noch buchbar (Kursnr. 261-10072).
Astoriasaal (Zugang über die vhs)
Katzgasse 7
78462 Konstanz
