
… fragten Susanne Trunk-Dietrich und zwei Mitstreiterinnen von Terre des Femmes in der Einwohner:innenfragestunde der letzten Gemeinderatssitzung den Konstanzer Oberbürgermeister. Und überreichten Uli Burchardt dazu einen großformatigen Stadtplan, auf dem Frauen jene Stellen markiert hatten, an denen sie sich spätabends besonders unsicher fühlen.
Mit der Begründung, auch in Konstanz habe es in letzter Zeit vermehrt Übergriffe gegenüber Frauen und diversen Menschen gegeben, hatten FGL&Grüne bereits im Sommer 2024 beantragt, „analog zu anderen Städten in Deutschland, Gutscheine für Frauen und weiblich gelesene Menschen für Taxifahrten in der Nacht bereitzustellen“ und dafür ein Budget von jährlich 50.000 Euro zu bewilligen.
Die Verwaltung antwortete wohlwollend, aber hinhaltend. Die Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum gerade in den Abend- und Nachtstunden sei ein wichtiges Ziel und tangiere die Bereiche Chancengleichheit, öffentliche Sicherheit und Stadtentwicklung. Doch man brauche etwas Zeit, um einen Vorschlag für die konkrete Umsetzung auszuarbeiten.

Im Oktober 2025 kam dieser Vorschlag dann auf den Tisch. Nach Art von Radio Eriwan führte die Verwaltung in ihrer Vorlage aus: Im Prinzip sei die Forderung von FGL&Grüne nach einem Frauennachttaxi überzeugend und sachlich begründet. Man schlage ein Gutscheinsystem für Fahrten zwischen 23 und 5 Uhr vor, maximal zwei bis drei (fälschungssichere!) Gutscheine pro Frau und Jahr, auszugeben und abzurechnen von der städtischen Chancengleichheitsstelle. Der Wert eines Gutscheins soll bei fünf Euro liegen. „Dies kann im Einzelfall ein Anreiz sein, „ein Taxi zu nehmen anstatt einen angstbesetzten Heimweg zu Fuß anzutreten oder gar ganz auf Mobilität zu verzichten“.
Bei den Radio-Eriwan-Antworten folgt auf das „im Prinzip ja“ dann jedoch immer ein „aber“. Das städtische Aber in Sachen Frauennachttaxi: Die Sache würde mindestens 30.000 bis 50.000 Euro im Jahr kosten. Und dafür habe man aktuell kein Geld. Verschieben wir es also auf die Haushaltsberatungen für 2027/28.
Dem mochte der Gemeinderat indes so nicht folgen. Und beschloss stattdessen einen vom Jungen Forum vorgeschlagenen Kompromiss: Sobald die Haushaltssperre aufgehoben ist – so geschehen auf Ende 2025 –, werden in einer 12-monatigen Pilotphase 10.000 Euro für Rabattgutscheine zum Frauennachttaxi bereitgestellt. Am 1. April oder 1. Mai, so Uli Burchardts Antwort auf die Eingangsfrage, soll es losgehen.
Unbeantwortet blieb ein Statement von Rebecca Teichmann. Sie hatte in der Einwohner:innenfragestunde beklagt, fünf Euro pro Gutschein seien zu wenig. Doch ein Statement ist keine Frage. Und nur die werden in der Fragestunde beantwortet.


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