Grüne: Mehr Lohn und Personal in der Pflege

Es ist noch nicht lange her, da wurde bundesweit geklatscht und Beifall gezollt für die Pflegekräfte zwischen Flensburg und Konstanz. Gut gemeinte Gesten jedoch ändern nichts daran, dass deren Arbeit weiterhin schlecht bezahlt wird und das Personal längst am Limit schuftet. Das muss sich schleunigst ändern, meint auch Sebastian Lederer, Grüner Bundestagskandidat im Wahlkreis Konstanz. Hier seine Presseerklärung im Wortlaut.

„Die Corona-Krise hat es mit Nachdruck gezeigt: Gut bezahlte und gut ausgestattete Pflege ist ein zentraler Eckpfeiler für ein stabiles, leistungsfähiges Gesundheitssystem. So standen beim Grünen Tisch in der Seekuhbar die durch die Pandemie deutlich gewordenen Schwächen, aber auch Verbesserungen für Pflegekräfte im Mittelpunkt der Diskussion. „Viele Beschäftigte in medizinischen Berufen arbeiten zu oft an ihrer Belastungsgrenze oder darüber hinaus“, kritisierte Bundestagskandidat Sebastian Lederer (Bündnis90/Die Grünen). „Das müssen wir verändern – mit Anerkennung in Form von besserem Lohn, mehr Personal und mehr Zeit für Pflegebedürftige.“

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Aus der oft prekären Alltagspraxis berichteten Hannes Hänssler vom Betriebsrat am Klinikum Konstanz, Thomas Weisz von der Gewerkschaft Ver.di sowie Pflege-Azubi Noel Matausch. Schon beim Berufsstart fehlen offenbar Anreize für langfristige Beschäftigungsverhältnisse in der Pflege. „Nach der Ausbildung üben Pflegefachkräfte im Schnitt nur 7,5 Jahre ihren erlernten Beruf aus“, erklärte Noel Matausch. „Etwa 70 Prozent allein meines Jahrgangs haben nicht vor, nach der Ausbildung in die Anstellung überzugehen.“

Thomas Weisz kritisierte insbesondere die Profitorientierung in der Krankenhausfinanzierung. „Krankheit funktioniert nicht nach den Regeln der Marktwirtschaft.“ Ähnlich wie Hannes Hänssler plädierte er dafür, das System der Fallpauschalen abzuschaffen und stattdessen über Bedarfsrechnungen zu ermitteln, wie viele Personen wie oft behandelt werden müssen.

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„Wir müssen Arbeitsbedingungen schaffen, unter denen viele Menschen – ganz neu, weiter oder wieder – gerne in der Pflege arbeiten“, betonte Sebastian Lederer. Eine 35-Stunden-Woche in der Pflege bei vollem Lohnausgleich sei hierfür ein geeignetes Instrument. Auch für die – von seiner Partei schon lang geforderte – solidarisch finanzierte Bürger*innenversicherung, in die auch Beamt*innen, Selbständige, Unternehmer*innen und Abgeordnete einzahlen, will er sich in der kommenden Wahlperiode stark machen. Damit könnten angesichts auch künftig hoher Kosten im Gesundheitswesen die finanziellen Lasten gerechter verteilt werden.“

Medienmitteilung von Bündnis 90/Grüne (Bild: Homepage Sebastian Lederer)