Bei Andreas Jung hat es nicht gleich „Klick“ gemacht

(hr) Andreas Jung, CDU-MdB und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, war bei der Fasnachtssause in Berlin mit dabei und voll im Schunkelmodus beim Hermann-Lied. Mittlerweile aber ist Jung klar geworden, dass er das wohl lieber hätte bleiben lassen sollen. Auch ihn haben wir angefragt, seine Stellungnahme liest sich so:

Die Narrengesellschaft Hegau-Bodensee bezeichnet die Aufnahme zweier Lieder von Willi Hermann in das Programm des Fasnachtsabends der Landesvertretung Baden-Württemberg am vergangenen Donnerstag in Berlin als schweren Fehler und kündigt an, dass künftig generell keine Lieder von Willi Hermann mehr in ihrem Programm vorkommen.

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Ich begrüße diese Erklärung ausdrücklich und halte die Entscheidung aufgrund der Vergangenheit von Willi Hermann als aktivem Nationalsozialisten und Antisemiten für richtig und konsequent.

An der Veranstaltung am Donnerstag Abend habe ich als Gast im Publikum teilgenommen. Mir war im Vorfeld nicht bekannt, dass Lieder von Willi Hermann im Programm vorgesehen waren – und ich bedaure, dass es bei mir nicht gleich „Klick“ gemacht hat als es so weit war. Mir ist der Umstand erst am Freitag durch einen entsprechenden Hinweis bewußt geworden.

Vor der Veranstaltung in der Landesvertretung abends waren am Donnerstag Nachmittag die Narren der Narrengesellschaft Hegau-Bodensee bei mir zu Gast zu einem Gespräch im Bundestag. In aller Klarheit und Deutlichkeit habe ich dort meine Position zu den aktuellen politischen Fragen verdeutlicht: Die CDU ist die Volkspartei der Mitte mit dem C. Unsere Grundlage sind christliche Werte. In der AfD dagegen ist Raum für Nationalismus und Antisemitismus. Das zeigen Beispiele wie Björn Höcke in Thüringen und Dr. Wolfgang Gedeon in unserer Region. Deshalb bekämpfen wir die AfD politisch und es kann für uns keinerlei Zusammenarbeit mit ihr geben.

Es ist daher inakzeptabel, dass die CDU-Landtagsabgeordneten in Thüringen einen Kandidaten der FDP gewählt haben, obwohl klar war, dass er nur mit den Stimmen der AfD gewählt werden konnte. Das war ein Tiefschlag und Tiefpunkt unserer Parteigeschichte. So etwas darf nie wieder vorkommen! In Baden-Württemberg haben wir in den 90er-Jahren zu den Republikanern eine klare Brandmauer gezogen und sie so letztlich auch mit Erfolg bekämpft. Dieselbe klare Kante muss jetzt gelten!

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Jung

(Foto: www.andreas-jung.info)

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