Baugruppen suchen Dialog mit Kommunalpolitik

Vier lokale Gruppierungen, die sich auf unterschiedliche Weise mit gemein­schaft­li­chem Bauen in Konstanz beschäftigen, haben am 8. Mai StadträtInnen und solche, die es werden wollen, zu einer Podiumsdiskussion ins Konzil gebeten. Sie sollen den veran­stal­ten­den Baugruppen und dem Publikum Rede und Antwort stehen, wie es ihre Fraktionen mit dem Thema Gemeinschaftliches Wohnen halten.

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„Wie kann gemeinschaftliches Wohnen in Konstanz in gelebter Nachbarschaft, sozial ausgewogen und ressourcenschonend gelingen?“ lautet die grundsätzliche Frage, der die vier Konstanzer Baugruppen bei der Podiumsdiskussion nachgehen wollen. Wissen wollen sie aber auch ganz konkret, wo bauwillige Baugruppen, für die die Stadt eigens „Kriterien der Grundstücksvergabe“ entwickelt habe, überhaupt in Frage kommende Grundstücke finden können, und: „Wie schnell sind sie verfügbar und was kann die Politik des Gemeinderats dafür tun?“

Die Gemeinderatswahl steht vor der Tür, zu merken nicht zuletzt an der Konjunktur für Podiumsdiskussionen, bei denen Interessensgruppen unterschiedlichster Art von den Kandidierenden wissen wollen, wie sie es mit ihrem jeweiligen Anliegen halten – für Außenstehende manchmal nicht sonderlich spannend. Die Veranstaltung am kommenden Mittwoch indes befasst sich nur auf den ersten Blick mit einem solchen Spezialgebiet.

Denn über das unmittelbare Anliegen der einladenden Baugruppen hinaus berührt die Veranstaltung eine Grundsatzfrage: Will man sich, angesichts des Mangels bezahlbarer Unterkünfte, rasant steigender Mieten und ökologischer Defizite, in der Wohnungspolitik weiter an den Primat des Marktes klammern oder rückt das Gemeinwohl ins Zentrum? Non-Profit-Projekte wie etwa Baugruppen könnten in diesem Fall zur sinnvollen Ergänzung des öffentlichen Sozialwohnungsbaus werden.

MM/jüg (Bild: WohnWerkstadt Leben & Teilen Konstanz)


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Termin: Mittwoch, 8. Mai; Ort: Speichersaal des Konzils; Beginn: 19.30 Uhr.