Ambros im BoFo: „Hier drin ist das hoffnungslos …“

Vergangenen Samstag gastierte der österreichische Liedermacher Wolfgang Ambros im Haus am Seerhein. Rund 400 Besucher lauschten dem Musiker, der seit rund 40 Jahren auf der Bühne steht und längst Kultstatus hat. Wolfgang Ambros lieferte nach Aussagen seiner Fans ein starkes Konzert ab, was er allerdings über den Auftrittsort zu sagen hatte, werden die BoFo-Macher inklusive Oberbürgermeister Uli Burchardt nicht gern gehört haben.

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Man fühlte sich bei Ambros‘ Bemerkungen über das Bodenseeforum fast an einen seiner größten Hits erinnert: „Die Wahrheit ist so weiss wie Schnee“. Der Barde stand im Laufe seiner langen Karriere schon auf mehreren tausend Bühnen und nur ganz selten äußern sich Musiker*innen öffentlich über ihren jeweiligen Auftrittsort. Ambros, privat ein äußerst verträglicher Zeitgenosse, konnte sich allerdings folgende Bemerkungen nicht verkneifen. Hier einige davon, notiert von Ohrenzeugen:

(Fast schon entschuldigend, als er einen Schluck aus seinem Weinglas nahm): „Ich hätte es auch lieber, wenn bei Euch im Saal Marketenderinnen herum gingen, aber das erlaubt das BoFo-Management nicht, denn hier herrscht ein sehr strenges Regime (…)“

„Die Pause in der Mitte ist nicht unsere Idee, wir spielen normalerweise durch, aber das Catering draußen will auch was verdienen, also geht’s halt raus und kauft´s denen was ab (…)“

„Ich hab‘ am Anfang gedacht, hier drin ist das hoffnungslos, aber Ihr habt es rausgerissen, seid ein tolles Publikum.“

„Wenn ich nochmal in so was gesteckt werde, dann kann ich sagen: Ihr hättet erst einmal das in Konstanz sehen müssen.“

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„Und wenn ich wieder einmal komme, dann habt Ihr ja vielleicht was Besseres.“

Soweit einige Bemerkungen des Künstlers, die bei den BoFo-Verantwortlichen hinter den Kulissen zu hellem Entsetzen geführt haben sollen.

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Ebenso entsetzt werden morgen die Mitglieder des Betriebsausschusses Bodenseeforum sein, wenn ihnen die Zahlen für den vorläufigen Jahresabschluss 2018 vorgelegt werden. Erneut will man einen Betriebskostenzuschuss über 1,741 Millionen Euro absegnen lassen. Mit den Abschreibungen in Höhe von 966.000 Euro ergibt das die Gesamtsumme von 2,707 Millionen Euro. Fazit: Nach der Ausrufung des Klimanotstandes steht nun die Ausrufung des Erkenntnisnotstandes an.

H. Reile (Text & Foto)