Zimmerbühne: Sie spielen wieder

Nach einer Zwangspause von rund sieben Monaten öffnet nun auch die kleine aber feine Zimmerbühne in der Konstanzer Niederburg wieder ihre Türen. „Ohne die vielen und großzügigen Spenden“, so Theaterchefin Gela Homburger, „wäre das nicht möglich gewesen“. Ab Ende Juni wird „Boheme in Kustenz“, eine szenische Lesung mit Musik, dort aufgeführt. Worum es dabei geht, erfahren Sie hier. Vorschlag: Karten rechtzeitig sichern, denn die Platzzahl ist begrenzt.

Im Jahre 1929 erschien der „komische Roman“ „Bohème in Kustenz“ von Eduard Reinacher. Reinacher zeichnet hier die Konstanzer Zeit des Dichters und Verlegers Rudolf Adrian Dietrich von Ende 1919 bis Frühjahr 1921 nach. Der vor dem Hunger in Dresden geflohene Dietrich (im Roman heißt er „Koloman“ ) meinte, in der damals mittelalterlich wirkenden, provinziell verschlafenen Stadt eine Mission als Dichter, Verleger, Zeitschriften- herausgeber, Dramaturg, Tanz-Regisseur und Kritiker erfüllen zu müssen.

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Seine großkotzige, überhebliche Art machte ihn zum Gespött „der Leute“. Der Roman zeichnet ein schönes Spannungsfeld zwischen spießigem Konstanzer Bürgertum und exaltiertem, arrogantem Künstlertum – was durchaus Bezüge bis in die Gegenwart hat.

Gela Homburger, Bernd Wengert und Notker Homburger bringen diesen Roman als szenische Lesung auf die Bühne und singen unbekannte und bekannte Lieder der Jahre 1919 bis 1921. Zudem werfen sie einen Blick auf den kulturellen Untergrund der Stadt vor 100 Jahren (Quellen: Konstanzer Nachrichten, Konstanzer Zeitung, Stadtarchiv KN ), wobei die Themen: Vergnügungssucht, Wohnungsnot, Invasion der Schweizer u.a. erschreckend aktuell sind.

Zu der Zeit, als in Deutschland das Wort Valuta wichtig zu werden begann, lebte in Kustenz am See der Dichter und Maler Koloman, von den Literaturkundigen der Stadt der Gotiker genannt. Dieser Koloman bildete, ohne sich weiter dagegen zu wehren, den Spott der Kustenzer, die er seinerseits wieder verlachte …“ – so beginnt Eduard Reinachers komischer Roman „Bohème in Kustenz“, der Werken und Wirken des Dichters Rudolf Adrian Dietrich in Konstanz beleuchtet.

MM/hr (Bild: Helmut Bär)

Wann? 24., 26. und 29.6. 2021, 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr. Wo? Zimmerbühne, St. Johanngasse 2. Eintrittspreis: 15 Euro

Hinweise für BesucherInnen: Bei den Reservierungen bitte alle Namen, Adressen und Telefonnummern angeben. Jede Reservierung wird bestätigt und die Sitzplätze namentlich zugeordnet. Gemäß aktuell gültiger Corona-Verordnung müssen alle einen tagesaktuellen negativen Corona-Test oder Nachweis über eine vollständige Impfung (14 Tage nach zweiter Impfung) oder Genesung nachweisen. Auch Mund- und Nasenschutz nicht vergessen. Eintrittsgeld bitte passend in einem namentlich beschrifteten Umschlag bereithalten. Es gibt keine Abendkasse mit Wechselgeld. „Sitzinseln“ mit bis zu 10 Personen aus maximal drei Haushalten können angeboten werden. Dazwischen gilt die Abstandsregel von 1,50 Meter.
Reservierung: per Email: angelika.homburger@googlemail.com, oder telefonisch: 07531/91 72 63

Weitere Infos zur Zimmerbühne: www.zimmerbuehne.de, www.notkerhomburger.de