Theater Konstanz für Zuhause

Da die ZuschauerInnen derzeit nicht ins Theater gehen können, kommt das Theater Konstanz jetzt direkt zu seinen Zuschau­erIn­nen nach Hause – oder zumindest auf den heimischen Bildschirm. Das Theater stellt ab sofort Mitschnitte von Inszenierungen ins Internet und zeigt dort auch Schau­spielerin­nen und Schauspieler, die aus ihren Lieblingsbüchern lesen. Ab Dienstag ist dann zusätzlich ein Wohnzimmerkonzert des Jungen Theaters im Internet zu erleben, das am letzten Freitag aufgezeichnet wurde.

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Ab sofort bietet das Theater Konstanz einen besonderen Service an: Theater für Zuhause. Dabei handelt es sich um Mitschnitte von Inszenierungen. Den Anfang macht „Junge Hunde“ nach dem gleichnamigen Roman von Christoph Nix in der Inszenierung von Oliver Vorwerk. Dabei handelt es sich um eine Aufzeichnung vom 22. September 2019. Das Werk spielt im Jahr 1968, in dem „ein weiterer sinnloser, brutaler Krieg die Welt schockiert: Der Vietnamkrieg. Es beginnt zu rumoren. Die Jugend erwacht. Sie schließt sich zusammen und verändert die Welt. Aber in der ländlichen Gegend, in der der 15-jährige Menz aufwächst, kommt zunächst wenig an von den Revolutionen in den Zentren. Dabei hat Menz so viele Fragen: Haben die gleichen Züge, die ihn in die Schule der nächsten Kleinstadt bringen, auch Juden nach Auschwitz deportiert? Warum sind in der Schule noch immer Lehrer, die begeistert bei den Nazis mitgemacht haben? Warum erzählt einem niemand vom Kommunismus?“

Abwechslung für jede/n

Ebenfalls ab sofort können Menschen ab 18 Jahren auch Harald Schröpfer zuhören. Er liest aus „Gymnasium der Wollust – Ein erotisches Kaleidoskop der Weltliteratur mit Texten von Schlegel bis Schnitzler, Bürger, Baudelaire und Rilke“.

Außerdem interpretiert Dan Glazer „Psyche“ von Hugo von Hofmannsthal (1874-1929), ein sprachmächtiges Poem des späten 19. Jahrhunderts, als sich Fin de Siècle und die Morgenröte der Moderne für ein paar Jahre begegneten. Eine ungewöhnliche Gelegenheit, sich einmal wieder auf ein ausgefalleneres Gedicht einzulassen, das seinen HörerInnen viel abverlangt, aber gerade in der derzeitigen Situation auch einiges an verschütteten Empfindungen und Ahndungen in ihnen weckt. Wie gesagt: Lauscher weit auf, denn auch wer Hofmannsthal nicht zu seinen Lieblingsdichtern zählt, darf hier eine eindrucksvolle Interpretation auf sich wirken lassen.

In den nächsten Tagen sollen dann Lesungen von Sarah Siri Lee König („Weiße Nächte“ von Fjodor Dostojewksi), Odo Jergitsch („Wie ich es sehe“ von Peter Altenberg) und Antonia Jungwirth („Ein Hungerkünstler“ von Franz Kafka) ins Netz gestellt werden.

Mucke gibt’s auch

Ab Dienstag ist dann die Aufzeichnung des Wohnzimmerkonzertes des Jungen Theaters Konstanz auf der Theater-Homepage zu finden, das bereits am letzten Freitag, 20. März 2020, ab 20 Uhr live auf Instagram verfolgt werden konnte. Instagramkanal @jungestheaterkonstanz (Achtung, der Livestream funktioniert leider nicht im Browser, sondern nur in der App!)

MM/Harald Borges (Bilder: Theater Konstanz)


www.theaterkonstanz.de