Ravensburg: Ausgrenzung und Verfolgung. Ravensburger Sinti im Nationalsozialismus

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Datum/Zeit
Date(s) – 02.06.2021 – 30.01.2022
Ganztägig

Veranstaltungsort
Museum Humpis-Quartier

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Über diese Ausstellung haben wir auf Seemoz hier berichtet

Die erste Ausstellung des Museums über die Zeit des Nationalsozialismus stellt insbesondere die Geschichte und das Schicksal der Ravensburger Sinti in den Mittelpunkt. Sie thematisiert dabei nicht nur die sich kontinuierlich steigernde Ausgrenzung dieser Minderheit, sondern zeigt auch auf, wie der Großteil der Bevölkerung, der zur nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ zählte, in relativer Normalität weiterleben und von der Verfolgung anderer profitieren konnte.

Die Stadt Ravensburg ergriff bereits 1936 die Initiative zum Bau eines Zwangslagers für die einheimischen Sinti, noch bevor reichsweite Erlasse und Verordnungen zu deren „Festsetzung“ aufforderten. Sie wurden von der örtlichen Polizei erkennungsdienstlich erfasst und durch pseudowissenschaftliche Untersuchungen der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ klassifiziert.

Am 2. November 1936 wurde vom Ravensburger Gemeinderat der Bau des Zwangslagers in die Wege geleitet, welches 1937 im Ummenwinkel fertiggestellt wurde und in das etwa 100 Sinti eingewiesen wurden. Überwacht und durch Verbote schikaniert, mussten sie Zwangsarbeit im städtischen Forst- und Bauamt und bei Unternehmen in der Region leisten. 1943 wurden 34 Männer, Frauen und Kinder ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, 28 wurden dort oder in anderen Lagern ermordet.

Weitere Informationen: https://www.museum-humpis-quartier.de/mhq/museumswelten/Ausstellung_Ausgrenzung_Verfolgung.php

2. Juni 2021 bis 30. Januar 2022
Di.-So. 11-18 Uhr
Am 24., 25. und 31. Dezember bleibt das Museum geschlossen.

Museum Humpis-Quartier
Marktstraße 45
88212 Ravensburg

Telefon: +49-751-82820
Telefax: +49-751-82822
E-Mail: museum-humpis-quartier(at)ravensburg.de

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