Den Boden unter den Füßen verloren

Der St. Galler Schriftsteller Christoph Keller ist erster Gast der diesjährigen „Konstanzer Literaturgespräche“. Etliche Jahre lebte der heute 57-Jährige in New York, wo er auch seine Frau kennenlernte, die amerikanische Lyrikerin Jan Heller Levi. Im vergangenen Jahr kehrte Keller dem „Neuen Kontinent“ den Rücken – was auch mit dem derzeitigen Präsidenten zu tun hat, den beide kritisch beurteilen. …weiterlesen »

Völkische Landnahme

Ökologie und Rechtsradikalismus – geht das zusammen? Durchaus, weiß die Journalistin Andrea Röpke zu berichten, die sich seit langem mit dem Milieu völkischer SiedlerIn­nen beschäftigt, die sich in dünn besiedelten Gegenden niederlassen. Sie können dort nicht nur ihren Blut-und-Boden-Phantasien freien Lauf lassen, sondern oft auch schleichend Einfluss auf Dorfgemeinschaften gewinnen. Die beunruhigenden Ergebnisse ihrer Recherchen hat Röpke zusammen mit Co-Autor Andreas Speit in einem Buch ver­öffentlicht, das sie am 17. Februar in Konstanz bei einer Veranstaltung der Stolperstein-Initiative vorstellen wird. …weiterlesen »

Geflüchtete: Geduldet, um zu bleiben?!

Die Refugee Law Clinic Konstanz e.V. ist ein Projekt angehender Juristen von der Universität Konstanz. Sie haben sich zusammengeschlossen, um geflüchteten Menschen regelmäßig im Café Mondial die Rechtsberatung anzubieten, die diese in ihren bürokratisch aufwendigen Asylverfahren bitter nötig haben. Am Mittwoch, dem 12. Februar, veranstaltet der Verein eine Podiumsdiskussion an der Universität, bei der Fachleute über die aktuelle Gesetzeslage diskutieren und Fragen aus dem Publikum beantworten. …weiterlesen »

Willi Hermann: Vom NS-Schergen zum Fasnachtsstar

Im Laufe des Jahres 2018 erforschte der Konstanzer Stadtarchivar Jürgen Klöckler die Biografie des 1907 in Stockach geborenen Willi Hermann (Bild). Hermann, der nach Kriegsende in Konstanz lebte und arbeitete, hatte seit den 50er Jahren eine Vielzahl von Liedern, vor allem für die Konstanzer Fasnacht und die Narrengesellschaft „Niederburg“, verfasst. Ein Vortrag in der vhs beschäftigt sich mit Hermanns NS- und Nachkriegskarriere. …weiterlesen »

„Nacht und Nebel“ – Die Mörder sind unter uns oder: Der Film, mit dem alles anfing

Als Beitrag zum bitter notwendigen Gedenken an die Befreiung von Überlebenden des KZ Auschwitz vor 75 Jahren laden verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen der Region zusammen mit der VHS zu dieser Veranstaltung ein, auch seemoz ist dabei. Vorgestellt und gezeigt wird das Dokumentarstück „Nacht und Nebel“, 1955 der erste, mehrfach preisgekrönte Film über das Nazi-Vernichtungslager.

Donnerstag, 30. Januar, Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal, 19.30 Uhr. …weiterlesen »

Kein Blick nach vorn ohne den Blick zurück

Über die Berechtigung von Gedenktagen lässt sich meist streiten, ersticken doch formelhafte Rituale oft die guten Erinnerungsabsichten. Außer jeder Frage steht im ersten Jahr des neuen Jahrzehnts indes die Verpflichtung, jene Geschehnisse ins öffentliche Bewusstsein zu rufen, die vor 75 Jahren einem der düstersten Abschnitte der Menschheitsgeschichte ein Ende setzten. Der Blick zurück auf das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung vom deutschen Faschismus muss dabei einem klaren Ziel dienen: Taugliche Konzepte zu entwickeln, die dem Wiederaufleben der braunen Ideologie in Wort und Tat ein Ende setzen. Nicht zuletzt deshalb hat der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar in diesem Jahr 2020 besonderes Gewicht. In Konstanz gibt es dazu zwei Veranstaltungen, denen viel Zuspruch zu wünschen ist. …weiterlesen »

Werner Heyde, alias „Dr. Sawade“

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus wird kommenden Montag im ZfP Reichenau Martin Krupinski, Leiter der Abteilung für Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Würzburg, ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte beleuchten. Es geht um den ehemaligen Psychiatrie-Professor Werner Heyde, einen der Haupttäter der massenhaften Morde an Kranken während der NS-Zeit. …weiterlesen »

Wohnzimmerkonzerte im Jungen Theater Konstanz

Das Junge Theater Konstanz startet eine neue Reihe, die insbesondere die Musikbegeisterten in und um Konstanz in die Spiegelhalle locken wird: Junge Bands aus der Region treten im Foyer in einer entspannten Wohnzimmer­atmosphäre auf und spielen dort die Musik, die sie am liebsten mögen: Ihre eigene, egal ob als Band oder solo. Die Reihe startet am Samstag, und MusikerInnen sind herzlich eingeladen, sich für einen Auftritt bei einem der nächsten Abende zu bewerben. …weiterlesen »

Gailingen erinnert an NS-Verbrechen

Vor 75 Jahren wurden die KZs, in denen Millionen Menschen durch die deutschen Faschisten ermordet wurden, befreit. Das Jüdische Museum Gailingen organisiert im Rahmen einer bundesweiten Initiative eine Gedenkfeier, bei der das Bürgerhaus Gailingen, das ehemalige jüdische Schul- und Gemeindehaus, und die zwei Stelen am Synagogenplatz farbig beleuchtet werden. Menschen aus der gesamten Region sind eingeladen, an dieser Gedenkfeier für die Opfer der Nationalsozialisten teilzunehmen. …weiterlesen »

Der Rebell Franz Michel Felder – eine Lesung im Gottlieber Bodmanhaus

Er hatte keinen einfachen Start ins Leben. Doch den halb blinden Bauernbuben aus dem Bregenzerwald trieb die Neugier an, und bald brachte Franz Michel Felder Käsebarone und Kirchenmänner gegen sich auf. Nun ehrt das Bodmanhaus in Gottlieben den vor 170 Jahren geborenen Schriftsteller und Sozialreformer mit einer Lesung. …weiterlesen »

Die Macht der Gefühle in Singen

Emotionen machen Geschichte: In einer gemeinsamen Ausstellung zeigen die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die vhs Landkreis Konstanz e.V. den Einfluss von Gefühlen auf Politik und Gesellschaft. „Die Macht der Gefühle“ illustriert, wie Angst, Hoffnung, Liebe oder Wut in den vergangenen 100 Jahren geschichtliche Ereignisse geprägt haben. Die Ausstellung ist vom 24. Januar bis zum 30. April in Singen zu sehen. …weiterlesen »

Mobilität: Vollbremsung, damit wir weiterkommen

Vorgestellt haben wir sein Werk auf unserer Seite schon. Jetzt ist der Autor selbst zu Gast in Konstanz. Auf Einladung von seemoz e. V. und der Volkshochschule liest Klaus Gietinger am 24. Januar im Astoria-Saal aus seinem Buch, das Wege in eine Zukunft der Mobilität aufzeigen will, in der wir ohne Auto weiterkommen. …weiterlesen »

Neujahrsempfänge von Grünen und Linken

Alles soll besser werden: Zu den Ritualen am Beginn eines neuen Jahres gehören gute Vorsätze, die sich nach dem Silvester-Kater so manch eine oder einer vornimmt. Seit langem hat sich eingebürgert, dass auch politische Parteien den Anlass nutzen, um das Publikum auf ihre guten Absichten einzustimmen, mit denen sie im vorausliegenden Jahr für Besserung sorgen wollen. In Konstanz bitten in den nächsten Tagen sowohl die Linkspartei als auch die Grünen zum Neujahrsempfang. Beide Gruppierungen warten dabei mit ParlamentarierInnen auf. …weiterlesen »

Tage der Vielfalt im Café Mondial

In Kooperation mit verschiedenen Referen­tIn­nen, KünstlerInnen und Gruppen veranstaltet die Café Mondial-Hochschulgruppe vom 13. bis 26. Januar 2020 an verschiedenen Ver­an­staltungsorten der Stadt zum zweiten Mal die „Tage der Vielfalt“. Neben musikalischen Darbietungen und einer Party präsentieren sich etwa der Flüchtlingsrat sowie die Initiative „Exit“ mit Veranstaltungen gegen rechts. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich der geschlechtlichen Selbstbestimmung. …weiterlesen »

Probleme mit dem Alter?

Wenn ja, dann wäre es angebracht, sich kommenden Sonntag zu einer Matinee ins Literaturhaus Thurgau nach Gottlieben zu begeben. Der Publizist und Philosoph Ludwig Hasler präsentiert dort sein neuestes Werk „Für ein Alter, das noch was vorhat“. Gute medizinische Versorgung und Ernährung führen dazu, dass wir alt werden. Schön. Und jetzt? Das fragen sich viele Alte und werden hektisch, denn eigentlich wollten sie nur alt werden, nicht alt sein. …weiterlesen »

Eine etwas andere Weihnachtslesung

„Hier ruht der letzte Jude des Dorfes“, steht auf dem Grabstein von Dr. Nathan Wolf (siehe nebenstehendes Bild), der in Wangen auf der Höri Ende Dezember 1970 im Alter von 88 Jahren gestorben ist. Nathan Wolf war Arzt in Wangen, wurde 1938 von den Nationalsozialisten ins KZ Dachau verschleppt, emigrierte später in die Schweiz und kehrte 1945 nach Wangen zurück. Mit dem Text „Weißes Blut“ von Gerd Zahner, wird im Theater Zeller Kultur an das Schicksal von Nathan Wolf und die Geschichte seiner Familie erinnert. …weiterlesen »

Antifeminismus im Internet

100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts ist der Antifeminismus noch immer lebendig. Seit einigen Jahren haben antifeministische Anfeindungen in Deutschland erneut Konjunktur: Mit der AfD hat gar eine offen antifeministische Partei den Weg in die Parlamente gefunden. Außerdem erweist sich das Internet als ideales Werkzeug, um gezielt, unkompliziert und anonym zu hetzen. Zum Thema „Antifeminismus im Internet“ gibt es am Donnerstag einen vom Konstanzer „Offenen antifaschistischen Treffen“ (OAT) organisierten Vortrag im Café Mondial. …weiterlesen »