Das fliegende „ Frauenzimmer“

Einer der wohl ältesten Menschheitsträume schien 1783 in Erfüllung zu gehen. Zwei Franzosen hoben mit dem Heißluftballon der Gebrüder Montgolfier ab und schwebten davon. Das war der Startschuss für eine europaweite Ballon-Euphorie. Wo immer ein Flug anstand, strömten die Menschenmassen, um dem Spektakel beizuwohnen. Vor rund 200 Jahren, genauer am 16.April 1811, war es Wilhelmine Reichard, die als erste deutsche Frau mit einem Ballon abhob. …weiterlesen »

Krisen-Notstand im Sommerloch: Ein Nachruf

Hallo Ihr Krisen-Junkies im Lande! Die Lage an der Krisenfront ist angespannt. Warum? Im Sommerloch drohen uns regelmäßig die Krisenszenarien auszugehen. Nicht wirklich mangels Masse, sondern weil die Menschen drauß` im Lande urlaubsreif sind, und sich einfach eine Auszeit von dem üblichen Krisengedöns nehmen wollen. …weiterlesen »

Mit 16 im Bürgerkrieg

20110810-225923.jpgIn Genf starb Eolo Morenzoni (1920-2011), einer der jüngsten Interbrigadisten aus der Schweiz.
«Ich habe ein rebellisches Herz», sagte Eolo Morenzoni über sich, der schon als Minderjähriger gegen Franco gekämpft hatte. Zeitlebens blieb der wohl am meisten interviewte „Spanienfahrer“ seinen politischen Überzeugungen treu. In seiner Wahlheimat, im liberalen und weltoffenen Genf, wurde der Tessiner kurz vor seinem Tod noch ausgezeichnet. …weiterlesen »

„Weg mit dem Korsett“

So ein Slogan der aufkommenden Frauenbewegung gegen Ende des 19.Jahrhunderts. Die Ärztin und Frauenrechtlerin Hope Bridges Adams Lehmann (1855 – 1916), deren Name jahrzehntelang vergessen war, schloss sich dieser Forderung an. Erst kürzlich wurde die Verfilmung von Hope Lehmanns Geschichte – mit Heike Makatsch in der Hauptrolle – auf arte gezeigt. Schon 2002 hatte die Wissenschaftlerin Marita Krauss Vorarbeit geleistet und eine hervorragende Biographie über diese außergewöhnliche Frau vorgelegt. …weiterlesen »

Alles fing mit einem Espresso auf der Piazza Grande an

Es war vor knapp fünf Jahren, als Jürgen Weber auf dem Marktplatz von Locarno einen Espresso schlürfte und ins Grübeln kam. Seitdem hat der Konstanzer Autor und Verleger sein Leben verändert. Sein spontaner Entschluss damals: „Ich arbeite künftig dort, wo ich hinter meinem Laptop die Augen gegen das Sonnenlicht zukneifen muss.“ Seitdem sprudeln die Einfälle, seitdem organisiert er neben seinem alltäglichen Job muntere Kulturveranstaltungen an ungewöhnlichen Orten, schreibt an ungewöhnlichen Orten und verlegt Bücher über ungewöhnliche Menschen. Und bleibt dabei doch immer der politische, im Zweifel linke Jürgen Weber. …weiterlesen »

Wie ein Abgeordneter sein Mandat versilbert

Peer Steinbrück (2008)

In Mannheim waren sie stolz auf den Gastredner. „Peer Steinbrück tritt nicht überall auf“, bemerkte die Stadtmarketing Mannheim GmbH – was heißen soll: Der ehemalige Finanzminister weiß Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Diesen fürstlich entlohnten Auftritt des Abgeordneten Steinbrück nimmt www.abgeordnetenwatch de zum Beispiel, um über die Abzocke unter Abgeordneten zu berichten. Wir dokumentieren den Report der überparteilichen, unabhängigen Internet-Plattform …weiterlesen »

Walter Kern (90), der letzte Trotzkist

Walter Kern

Affoltern am Albis, ein unscheinbarer Wohnblock. Im Treppenhaus prangt ein Ausstellungsplakat von Käthe Kollwitz. Hier wohnt Walter Kern mit seiner Gattin Rossana in einer einfachen Wohnung. Trotz seiner 90 Jahre wirkt Kern aussergewöhnlich vital. Im Zweiten Weltkrieg wurde Walter Kern zum Trotzkisten. Heute ist er 90 Jahre alt und blieb seinem Credo treu. Bilanz eines engagierten Lebens. …weiterlesen »

Der Gewerkschaftsfeind aus dem Ruhrpott

Zusammen mit seinem Bruder Karl übernahm Theo Albrecht (1922-2010) gleich nach dem 2. Weltkrieg den Laden der Mutter – und revolutionierte durch Discountmärkte den deutschen Einzelhandel. Oft auf Kosten der Beschäftigten. Über den Tod des Aldi-Gründers wurde viel, meist Positives, geschrieben – seine Rolle als Gewerkschaftsfeind wurde dabei unterschlagen. seemoz bessert nach …weiterlesen »

Der sanfte Leibhaftige

Fritz Teufel (1943 – 2010), Anarchist, Kommunarde und Velofahrer aus Schwaben. In dem mit Revolutionären nicht gerade reichlich gesegneten Deutschland war er einer der wenigen, die sich unerschrocken und mit viel Witz der Obrigkeit widersetzten – und einer der noch wenigeren, die nie klein beigaben, keinen verrieten und auch nicht die Seiten wechselten. …weiterlesen »

Warum Mister Weill aus New York nach Konstanz kam

Geoffrey Weill in Konstanz

Eigens aus New York kam Geoffrey Weill an den Bodensee, um seinen Großonkel zu ehren: Hugo Weill ist eines von 24 Nazi-Opfern, für die am 14.7. Stolpersteine in der Konstanzer Innenstadt verlegt wurden. Mehr noch: Hugo Weill ist Vetter von Kurt Weill, dem wohl berühmtesten deutschen Komponisten während der Weimarer Republik. …weiterlesen »

Hanf-Gandhi oder Krimineller?

Wer ist Bernard Rappaz ? Der Walliser Staatsanwalt beschrieb ihn während des Prozesses als geldgierigen Hanfproduzenten und grössten Drogenhändler der Schweiz. Für seine Fans und Freunde ist er ein idealistischer Hanf-Gandhi, den sie mit Solidaritätsfasten unterstützen. …weiterlesen »