Konziljubiläum: Wie man Gelder versenkt

Die bevorstehenden Feierlichkeiten zum Konziljubiläum ab 2014 scheinen manchen schon weit im Vorfeld völlig die Realität zu vernebeln. Bis zu 10 Millionen Euro sollen investiert werden, allein fünf Millionen davon will die Stadt Konstanz tragen. Aber bislang weiß so richtig niemand, wer die Kosten für den immer umfangreicher werdenden Wunschkatalog konkret und im einzelnen übernehmen wird. Doch das ficht die Ideengeber nicht an. Sie machen munter weiter. …weiterlesen »

Alles über „das blutrote schwäbische Meer“

„Wir sind der Ansicht, dass das Bild der EADS Deutschland GmbH/Cassidian in der breiten Öffentlichkeit in der Bodenseeregion keiner Korrektur bedarf“. Schreiben EADS-Standortleiter Jens Nielsen und Vorstandsmitglied Yvonne Eisele als Begründung für ihre Absage an einer Diskussion über die Rüstungsindustrie am Bodensee, die heute am Stadttheater Konstanz stattfindet. Auch andere Industrie-Vertreter sagten ab. Scheuen sie die Diskussion mit dem Rüstungsgegner Jürgen Grässlin? …weiterlesen »

Anschlag auf die Atemwege der Anwohner

Die Konstanzer Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ fordert angesichts neuer Luft-Messergebnisse eine Umkehr in der Konstanzer Verkehrspolitik. Denn die Feinstaub-Werte in Konstanz sind die höchsten der Region, höher noch als die im Ballungsraum Zürich. Gerade noch rechtzeitig zur neuerlicher Verzögerungstaktik der Stadtverwaltung – ein Masterplan Mobilität soll erst in zwei Jahren präsentiert werden – sollte „die Verkehrsplanung dringend der aktuellen Lage angepasst werden“. …weiterlesen »

Der Professor mit der Schokopistole

Man könnte herzhaft lachen über diesen Scherz, wenn nicht eine treudeutsche Amtsrichterin mitspielte. Darsteller in diesem Spektakel: Ein Professor aus Berlin, attac-Aktivisten aus Lindau, eine Richterin vom Bodensee und eine Reporterin aus Lindau. Vorwurf: Aufruf zum Banküberfall mit Schokoladenpistolen. Schauplatz dereinst: Die Deutsche Bank in Ravensburg. Schauplatz demnächst: Das Amtsgericht Lindau …weiterlesen »

Wie sich ein Personalrat paralysiert…

Joachim Heydgen

…und wie sich ein Oberbürgermeister als Gewerkschaftsfeind outet. So geschehen im Klinikum Konstanz, das sich immer tiefer in personelle Streitigkeiten verstrickt statt sich für die kommenden, schweren Aufgaben (GmbH-Gründung, Kreisfusion) zu rüsten. Und die Stadtverwaltung, allen voran Oberbürgermeister Horst Frank, schüttet reichlich Öl ins Feuer. Leidtragende sind einmal mehr der Personalrat und die Beschäftigten. …weiterlesen »

Stadtgeflüster: Aussichten für 2012 können besser nicht sein

Man habe, so OB Horst Frank im Rückblick auf 2011, „Politik mit Augenmaß“ betrieben. Angesichts diverser Baustellen (Müller-Esch, vhs), die viel Geld kosteten und das Image der Stadt Konstanz nachhaltig beschädigten, ist diese Aussage doch recht mutig. Sie klingt wie ganz lautes Pfeifen in einem arg dunklen Forst. Der noch schattiger wird, wenn Takeda in Bälde den Standort Konstanz skelettiert. Doch spätestens ab 2014 trifft sich ja die Welt in Konstanz und dann brechen güldene Zeiten an. …weiterlesen »

„Bodan-Areal im Sinne aller Kressbronner nutzen“

Die Damen machen Nägel mit Köpfen: Knapp einen Monat nach ihrem ersten öffentlichen Auftritt (seemoz berichtete) haben Sigrid Merz und Ulrike Wunn in Kressbronn den Verein „Bürgerufer Bodan Kressbronn“ gegründet. Zweck der Aktion: Ein „lebendiges Seeufer“ schaffen mit einer Mischung von Wohnen, Kultur, Geschäften und Natur. So könnte aus dem abgewrackten Werftgelände tatsächlich ein neuer Stadtteil für jung und alt entstehen – ohne Chancen für Spekulanten. …weiterlesen »

„Die Mainau war bislang an einer Aufarbeitung nicht interessiert“

A. Moser

Nach Kriegsende wurden einstige KZ-Häftlinge zur Erholung auf der Mainau untergebracht. Daran wollte die Mainau-Grafenfamilie Bernadotte bisher nicht erinnern. Unter dem wachsenden Druck verschiedener Persönlichkeiten nicht nur aus Konstanz – erst gestern hat z.B. Prof. Alfred Grosser den „Offenen Brief“ unterschrieben – und dem Engagement des Konstanzer Historikers Dr. Arnulf Moser scheint sich das nun zu ändern. Der Druck auf die Mainau-Familie nimmt zu. Ein Gespräch mit Arnulf Moser. …weiterlesen »

Auf Zeitzeugen-Suche in Oberschwaben

20120102-234526.jpgmemoria21 heißt das Projekt. Wissenschaftler der PH Weingarten, aber auch aus Polen und sonstwo in Deutschland, tragen seit einem Jahr Zeugnisse von Zeitzeugen aus KZ- Außenlagern und Außenkommandos der Region Oberschwaben zusammen und stellen sie ins Netz. Die Datenbank soll später dem Schulunterricht nützen, dient aber jetzt schon dem „webbasierten Austausch über den Themenbereich Holocaust“ – eine Fundgrube für Heimatgeschichte. Höchste Zeit: Denn bald gibt es keine Zeitzeugen mehr. …weiterlesen »

Strafanzeige: Wer hat die S21-Unterstützer bezahlt?

20120102-234307.jpgIm Vorfeld der Volksabstimmung vom 27.11.11 haben zahlreiche Bürgermeister und Landräte als Amtsträger, aber auch ganze Gebietskörperschaften, massiv für die Ablehnung des Ausstiegsgesetzes zu Stuttgart 21 geworben und hierfür Mittel aus öffentlichen Haushalten und Ressourcen aus der Verwaltung zum Einsatz gebracht. Auch die Landräte rund um den Bodensee waren munter dabei. Woher kam das Geld? Will Die Linke wissen und hat jetzt Strafanzeige gestellt. …weiterlesen »

„Konstanzer Appell“ und andere Friedensaktivitäten

Von der Friedensinitiative Bruchsal über hunderte Einzelunterzeichner bis zum AStA der Uni Konstanz reicht die Liste derer, die den „Konstanzer Appell“ unterstützen. Initiiert von der Friedens-Initiative Konstanz (FI) ruft die im vergangenen Dezember gestartete Aktion zur Einhaltung oder Erstellung von Zivilklauseln an Universitäten auf. Eine gerade in Konstanz dringend nötige Aktion. Denn hier umgarnt die Rüstungsindustrie erfolgreich nicht nur die Hochschulen, sondern schon die Schulen. …weiterlesen »

Insel Mainau: Die Unterschriftenaktion geht weiter

Vor rund einer Woche ging an die gräfliche Mainaufamilie ein Offener Brief, der sich dafür einsetzt, nun endlich an die 33 französischen KZ-Insassen zu erinnern, die im Frühsommer 1945 auf der Insel Mainau gestorben sind (seemoz berichtete mehrmals). Mittlerweile haben etwa 100 Personen, darunter auch viele seemoz-LeserInnen, diesen Brief unterzeichnet. Sie alle wollen, dass mit einer Gedenktafel auf der Insel Mainau namentlich an die Opfer des verbrecherischen NS-Systems erinnert wird. Hier geht es direkt auf die Seite, auf der weiterhin unterschrieben werden kann (link)

Die schnelle Antwort der Bernadottes

Der Offene Brief, der die gräfliche Familie auffordert, doch endlich mit einer Gedenktafel an die im Frühjahr 1945 auf der Mainau verstorbenen KZ-Häftlinge zu erinnern, findet immer mehr Unterzeichner. Umgehend haben nun Gräfin Bettina und Graf Björn geantwortet. Hier der Text im Wortlaut, der gestern einigen Unterzeichnern des Offenen Briefes zuging. …weiterlesen »

Warum ein Förderkreis für seemoz?

Recherchejournalismus ist ein hartes Geschäft. Und er kostet Geld, viel Geld. Geschichten auf den Grund gehen, unbequeme Fragen aufwerfen, Informationen einholen, Fakten sammeln, nachhaken – all das braucht Zeit und Geduld. Und natürlich Leute, die den Aufwand nicht scheuen und unabhängig genug sind, auch heiße Eisen anzupacken.. Die meisten Zeitungsverlage verzichten mittlerweile auf harte Recherchen – weil sie (besonders im lokalen Bereich) ihre Anzeigenkunden schonen. Und weil sie die profitmindernden Kosten nicht tragen wollen.

Linke Zeitungen wiederum können sich die Ausgaben für einen investigativen Journalismus kaum leisten. Und so sind sie auf die Unterstützung ihrer LeserInnen angewiesen. Die US-amerikanische Wochenschrift The Nation zum Beispiel hat schon vor langem den Förderkreis Nation Associates gegründet. Die Schweizer Wochenzeitung WOZ, mit der seemoz kooperiert, wäre ohne ihren Förderverein ProWOZ  schon drei Jahre nach ihrer Gründung eingegangen. Auch die Tageszeitungen taz und Junge Welt gäbe es ohne die Genossenschaften ihrer LeserInnen nicht mehr. Dabei haben diese Zeitungen durch den Verkauf ihrer Printausgaben immerhin Einnahmen, mit denen sie zumindest die Löhne und den Druck zahlen können.

Nicht so seemoz. Hier decken die spärlichen Einkünften durch die Bannerwerbung kaum die gröbsten Kosten (wie Telefonate oder den Unterhalt des Webauftritts). Von Aufwandsentschädigung keine Spur. Auf Dauer aber kann ein der Aufklärung verpflichtetes Online-Magazin so nicht überleben. Schon der nächste Crash eines altersschwachen Computers gefährdet das Projekt.

Möglicherweise wird der seemoz-Förderkreis nicht so viel Geld mobilisieren können, dass die seemoz-Macher ein Auskommen haben. Wahrscheinlich wird ihre kritische Berichterstattung auch künftig von ihrem Engagement und ihrer sachkundigen Gratisarbeit abhängen. Aber zumindest das 200-mal-5-Ziel (200 LeserInnen zahlen 5 Euro im Monat) müsste ja erreichbar sein. Und vielleicht hin und wieder ein Zusatzbeitrag, der aufwendige Recherchen mitfinanziert. Oder aussergewöhnliche Betriebskosten ausgleichen hilft.

Wer ist der Förderkreis?

Der seemoz-Förderkreis ist eine private Initiative. Er handelt unabhängig von der seemoz-Redaktion und mischt sich in die redaktionellen und inhaltlichen Belange der Online-Publikation nicht ein. Ihm gehören derzeit an: Sabine Bade, Roland Didra und Pit Wuhrer.

Hoffnung auf Tarifvertrag beim ‚Südkurier‘?

Nachdem der Tarifkonflikt beim „Schwarzwälder Boten“ in Oberndorf gestern beendet wurde, keimt auch bei den Beschäftigten im ‚Südkurier‘ die Hoffnung auf einen neuen Tarifvertrag wieder auf. Zur Erinnerung: Seit über einem Jahr verweigert Geschäftsführer Rainer Wiesner den Redakteuren und Angestellten einen Haustarifvertrag. Nach dem Erfolg in Oberndorf könnte sich das Blatt wenden. Denn die Parallelen beider Auseinandersetzungen sind überdeutlich. …weiterlesen »

Wider die Verdrängung bei Gemeinderat und Bürgermeistern

Ganz schnell vergessen, nie wieder darüber reden: Mit dieser Taktik versuchen die Stadt-Verantwortlichen, den Skandal um Müller-Esch unter den Teppich zu kehren. Als ginge es allein um eine Chefarzt-Kündigung. Es geht vielmehr um soziale Kompetenz, es geht um Rufschädigung des Betroffenen wie der Stadt, es geht um Geldverschwendung. Und es geht um die Verantwortungslosigkeit von Bürgermeistern und Gemeinderäten. …weiterlesen »