Auflösung: Wer wars? (27)

Am letzten Freitag fragten wir nach der französischen Schriftstellerin, Sozialistin und Frauenrechtlerin Flora Tristan (1803–1844). Der Titel ihres Buches über die Arbeits- und Lebensbedingungen der ArbeiterInnen in England lautet „Im Dickicht von London“. In ihrem Buch „Meine Reise nach Peru – Fahrten einer Paria“ schildert sie ihre Erlebnisse als alleinreisende Frau und die Lage des einfachen Volkes in Südamerika nach dem Ende der spanischen Herrschaft. Die Biografie „Aufruhr einer Paria“ von Gerhard Leo (1990) und der Roman „Das Paradies ist anderswo“ des peruanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa (2004) erzählen vom beeindruckenden Leben der Schriftstellerin und Gewerkschafterin Flora Tristan (Vargas Llosa schildert zudem das Treiben ihres Enkels Paul Gauguin). brm

Kurswechsel bei den Grünen?

Geben die Grünen alte Positionen auf, für die sie vor Jahren noch auf die Straßen gegangen sind? Knicken sie in wesentlichen Fragen ein? Das fragen sich immer mehr freihandelskritische Initiativen und Verbände. Knackpunkt ist das EU-Kanada-Handelsabkommen CETA, das zwar unterzeichnet, aber noch nicht von allen EU-Parlamenten ratifiziert wurde. Bisher lehnten die Grünen den Vertrag rundweg ab, doch das scheint sich zu ändern. Jedenfalls weigerten sich die baden-württembergischen Grünen, einen Appell gegen CETA entgegen zu nehmen; auch im Entwurf des Programms für die Bundestagswahl schlagen die Grünen neue Töne an. …weiterlesen »

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (27)

Die Sendungsbewusste

„Seitdem ich das englische Proletariat kenne, ist die Sklaverei in meinen Augen nicht mehr das schlimmste Unglück, was dem Menschen widerfahren kann“, hielt die französische Schriftstellerin 1839 fest. Während ihre Untersuchungen über die Zustände in britischen Fabriken, Bordellen, Zuchthäusern und Elendsvierteln in England totgeschwiegen wurden, stießen sie in Frankreich auf breites Interesse. Bereits zuvor hatte die 1803 in Paris geborene Tochter eines peruanischen Adligen von sich reden gemacht: Nach einer (betrüblichen) Reise zu ihren reichen lateinamerikanischen Verwandten – nach dem frühen Tod des Vaters war die Familie verarmt – , hatte sie einen Bericht veröffentlicht, in dem sie unter anderem die Lebensbedingungen der Sklaven, Dienstbotinnen und Tagelöhner beschrieb. Und zwar so eindrücklich, dass das Buch in Peru verboten und die Autorin symbolisch verbrannt wurde. …weiterlesen »

Konstanz: Gemeinsam ein Zeichen für Inklusion

Der Beauftragte und der Beirat für Menschen mit Behinderung richten jetzt eine Fotoaktion für Barrierefreiheit aus. Unter dem Motto „Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“ stehen dabei anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung die größten Teilhabe-Barrieren im Alltag im Fokus. Dazu gehören neben physischen Hindernissen auch rechtliche Lücken wie bei der Barrierefreiheit im privaten Sektor, etwa in Cafés, beim Einkaufen oder bei der Wohnungssuche. …weiterlesen »

Eltern gegen Testpflicht für Kinder in Kitas

Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie haben viele Menschen die Nase gestrichen voll von den pandemiebedingten Einschränkungen, und gesellschaftliche Gruppen beginnen, Druck auf die Politik auszuüben. Jetzt melden sich GesamtelternbeirätInnen aus dem Landkreis Konstanz zu Wort und sprechen sich gegen eine Corona-Testpflicht für Kinder in Kitas aus, die ihrer Meinung nach das Kindeswohl bedroht. Außerdem sprechen sie sich deutlich gegen eine Ungleichbehandlung von Kindern und Erwachsenen aus. …weiterlesen »

Linke-Kandidatin Röth zum Mietendeckel-Urteil: „Dann halt bundesweit“

Als Rückschlag für den Kampf um bezahlbaren Wohnraum und das Grundrecht auf Wohnen bezeichnete Sibylle Röth, Bundestagskandidatin der Linken im Wahlkreis Konstanz, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Berliner Mietendeckel. Noch sei indes nichts verloren: Dürfe der Deckel nicht von den Ländern eingeführt werden, müsse der Kampf auf Bundesebene weitergehen: „Wir brauchen Gesetze, die ein würdiges Leben mit bezahlbaren Mieten garantieren – der Markt wird das nicht regeln“, ist Röth überzeugt. …weiterlesen »

Erzählt Eure Geschichte

Der Sprachendienst Konstanz ist vielen LeserInnen ein Begriff, und viele KonstanzerInnen haben in der Wallgutstr. 3 selbst schon Arabisch, Englisch, Spanisch oder einen anderen Fremdsprachenkurs besucht, während so manche ZuwandererInnen dort Deutsch gelernt haben, einige privat, andere mit staatlicher Unterstützung in Integrations­kursen. Der Sprachendienst sucht jetzt für ein internationales Projekt Menschen, die über ihre Fluchterfahrungen vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute berichten. …weiterlesen »

Rent the seemoz-Dog

(hr) Seit dem Wochenende gilt im Landkreis Konstanz zwischen 21 Uhr und 5 Uhr eine nächtliche Ausgangssperre. Das mag kaum jemand verstehen, denn vor allem an der frischen Luft ist eine Ansteckung, wenn man Abstand einhält, sehr unwahrscheinlich. Vor die Türe darf man zu nachschlafender Zeit aber, wenn man beispielsweise einen Hund hat. Da über das örtliche Tierheim keine mehr zu haben sind, bietet seemoz seinen Redaktionspudel „Blacky“ an (siehe Bild). Sein Vorteil: Er ist zwar steinalt, aber seine tierärztlich attestierte Darm- und Blasenschwäche setzt voraus, dass man ihn rund alle drei Stunden zur Entleerung ins Freie führen muss. Wer Interesse hat, darf sich gerne bei uns melden: info@seemoz.de. Leihgebühr pro Tag/Nacht: 1,50 Euro.

Vonovia: Neuer Ärger um Trinkwasserfilter

Am heutigen Freitag geht die Haupt­ver­samm­lung des Immobilienkonzerns Vonovia über die Bühne. Für die AktionärInnen, die sich corona-bedingt virtuell treffen, gibt es gleich doppelten Grund zur Freude. Mit Genugtuung dürfte einerseits die Entscheidung des Bundes­ver­fassungs­gerichts zur Kenntnis genommen werden, den Berliner Mietendeckel zu kippen. Vor allem aber können sich die Aktien­besitzerInnen über eine um rund 8 Prozent höhere Dividende die Hände reiben. Die Zeche dafür zahlen MieterInnen etwa in der Schwaketenstraße, die sich mit schäbigsten Abrechnungstricks herumschlagen müssen. …weiterlesen »

Mieterbund: Mietwucher bestrafen, Mieten bremsen

„Solange die Mieten schneller als Löhne und Gehälter wachsen, ist die Politik zum Handeln gefordert“, erklärt der Vorsitzende des Deutschen Mieterbunds Bodensee, Herbert Weber. Das Bundesverfassungsgericht habe mit seiner Entscheidung zum Berliner Mietendeckel klar gemacht, wo dabei die Zuständigkeiten liegen: Verantwortlich für ein soziales Mietrecht sei eindeutig der Bundestag. …weiterlesen »

Besseressen im nunmehr preisgekrönten Voglhaus

Das Konstanzer Voglhaus erfreut sich nicht nur bei Einheimischen und Touris größter Beliebtheit. Trotz pandemischer Beschränkungen kann das Restaurant-Café in der Konstanzer Provinz auf seine Lauf- und Mitnahmekundschaft zählen – und errang kürzlich den zweiten Platz beim WeltverbEsserer-Wettbewerb 2021. Fazit: Öko-Gastronomie lohnt sich, findet über die Grenzen der Provinz hinaus Anerkennung und bietet vor Ort eine willkommene Abwechslung zum kulinarischen Angebot in der Region. …weiterlesen »

„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen“

Den 8. Mai zum Feiertag machen: Das ist Ziel einer Kampagne, die die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano bereits vor einem Jahr angestoßen hatte. Nach Halle und Hanau ist das Anliegen, die Bedeutung des Jahrestags der Befreiung vom Nazi-Faschismus stärker ins öffentliche Bewußtsein zu rücken, dringlicher denn je. Die Konstanzer Kreisvereinigung der VVN-BdA möchte der Kampagne vor Ort mehr Unterstützung verschaffen. Den Auftakt macht eine Online-Veranstaltung mit der Bundesvorsitzenden der antifaschistischen Organisation. …weiterlesen »

Omas gegen rechts machen mobil

Erschreckend schnell ist der Skandal um das freundliche Geleit der Ordnungskräfte für unmaskierte Corona-Leugner am Wochenende in Stuttgart aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt worden. Gar nicht erst ins öffentliche Bewusstsein drang hingegen, dass die Polizei durchaus rustikal vorgehen kann – gegen Gegendemonstranten nämlich, obwohl die sich an die Corona-Vorgaben hielten. Die „Omas gegen rechts“ wollen das nicht auf sich sitzen lassen und haben dem Ministerpräsidenten geschrieben. …weiterlesen »

Wir können auch anders

Alltagsrassismus, Racial Profiling, rechte Gewalt – nur einige der Probleme und Bedrohungen, mit denen MigrantInnen hierzulande zu kämpfen haben. Doch zunehmend mehr Betroffene sind nicht mehr bereit, sich in die Opferrolle zu fügen. Gemeinsam wollen sie rechtem Zeitgeist, Nazi-Terror und Behördenversagen die Stirn bieten. Auch in Konstanz ist deshalb seit einiger Zeit eine Gruppe der Migrantifa aktiv. …weiterlesen »

Von den Kohlmeisen lernen, heißt siegen lernen

Wir alle wissen mit dem Dichter: Trinkt die Meise, baut sie Scheiße – und legt ihr Ei am Nest vorbei. Sooo viel mehr ist über diese possierlichen Tierchen scheint’s nicht bekannt, weshalb sich Forschende der Uni und des Max-Planck-Instituts diese süßen Fratze jetzt einmal näher vorgenommen haben. Ihre Ergebnisse verblüffen, denn ganz offensichtlich beobachtet das Federvieh uns Menschen schon lange ganz genau und hat sich gesellschaftlich einiges von uns abgeschaut. Oder war’s umgekehrt? …weiterlesen »

Neues Trimester an der vhs

Das neue Programm der vhs Konstanz von April bis Juni steht in den Startlöchern. Und wie es gerade so Usus ist, ist alles online, denn der aktuelle Corona-Fahrplan lässt wohl bis auf Weiteres keine Präsenzveranstaltungen zu. Das ist natürlich schade, aber zugleich eine hervorragende Möglichkeit, sich endlich einmal auf thematisch ansprechende Vorträge und Kurse einzulassen („das wollte ich doch schon immer mal wissen!“), zu denen mensch sonst nicht eigens hingefahren wäre. …weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (26)

Am vergangenen Freitag fragten wir nach dem Schweizer Pazifisten Max Daetwyler (1886–1976). Der gelernte Textilkaufmann und ehemalige Geschäftsführer des Berner „Ratskellers“ saß für seine Friedensaktionen immer wieder im Gefängnis und kassierte unzählige Geldbußen, die er jeweils langsam und in Raten abstotterte. Zu „Dättis“ Friedensprojekten gehörten die Gründung der Vereinigten Staaten von Europa nach Schweizer Vorbild und eine internationale Kriegsächtungskonferenz (zu der er die Regierungschefs der Welt persönlich einlud und um Anmeldung beim Bundesrat bat). Ein detailliertes Bild seines unermüdlichen Einsatzes zeichnet Stephan Bosch in „Max Daetwyler. Der Friedensapostel“, Rüffer & Rub, Zürich 2007. brm