Unverschämtheiten am Laubenhof

(red) Auf dem ehemaligen Vincentius-Gelände werden von der LBBW weiterhin Wohnungen zum Kauf angeboten, deren Quadrat­meter­preis bei fast 8000 Euro liegt! Überwiegend Anleger aus süddeutschen Metropolen kaufen sich ein. Bis vergangene Woche war dort noch nebenstehende Tafel zu bestaunen, die bei Anwohnern auf Kritik stieß. Nun wurde die rüde Anmache entfernt. Man habe, so war zu hören, einen „Imageschaden“ für das Wohn­projekt vermeiden wollen. Wohl eher gilt an Ort und Stelle: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“. (Foto: privat)

Mehr Bürger:innenbeteiligung in Konstanz

Die Initiative „Konstanzer Bürger:innenkonzil“ will einen „echten“ Bürger:innenrat mit Mitspracherechten bei zentralen Themen etablieren. Der Wunsch nach mehr Bürger:innenbeteiligung und einer am Gemeinwohl orientierten Politik vereint die engagierten Konzilsmitglieder unterschiedlichen Alters und verschiedener Hintergründe. Für das Beteiligungsvorhaben erhält das Gremium nun 3550 Euro im Rahmen des „Bürgerbudgets“ der Stadt Konstanz, das auch von einem sogenannten BürgerInnenrat vergeben wird. …weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (17)

Am vergangenen Freitag fragten wir nach dem mexikanischen Revolutionsführer Emiliano Zapata (1879–1919). Das politische Programm der Zapatistas war der 1911 formulierte „Plan von Ayala“, in dem unter anderem freie Wahlen, die Umsetzung der Bodenreform und autonome Gemeinde­verwaltungen auf basisdemokratischer Grundlage gefordert wurden. Seinen Guerillakampf gegen die drei auf Porfirio Díaz folgenden Präsidenten – zwei von ihnen stammten aus den Reihen der Aufständischen –, führte er hauptsächlich im südlichen Bundesstaat Morelos. Erst in den Zwanzigerjahren kam das Land wieder zur Ruhe. …weiterlesen »

Nie wieder verirrt in und um Konstanz

Es sind oft kleine Maßnahmen, die den Alltag ein wenig bequemer machen – etwa eine verständliche Ausschilderung der Radwege, so dass verzweifelte Fahrradtouristen nicht mehr vor dem Arbeitsamt mitten auf dem Radweg herumlungern und verdutzte Einheimische verzweifelt nach dem Weg zur Reichenau fragen müssen. In Konstanz wird jetzt die einheitliche Beschilderung der Radwege abgeschlossen und außerdem die Radfahrt zwischen der Fähre in Egg und Wallhausen und umgekehrt bequemer gestaltet. …weiterlesen »

Linksunten-Razzia in Freiburg war rechtswidrig

Unerwünschten Besuch bekam vor drei Jahren ein autonomes Zentrum in Freiburg. Auf Anordnung des Bundesinnenministeriums durchsuchten Ordnungskräfte die Räum­lich­keiten des KTS in der Basler Straße. Die Razzia richtete sich gegen die linke Nachrichtenseite Indymedia linksunten, die das Ministerium zuvor verboten hatte. Die Durchsuchung war rechtswidrig, urteilte jetzt der Verwaltungs­gerichtshof Baden-Württemberg. …weiterlesen »

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (17)

Der viel besungene Zureiter

Er wollte Wasser, Boden und Wald. Nicht für sich, denn er hatte sein Auskommen als Pferdehändler. Aber die vielen besitzlosen Bauern des Dorfes, dem er vorstand, litten unter dem Landhunger der Zuckerrohrpflanzer. Und nicht nur sie. Im ganzen Bundesstaat Morelos waren die Bauern in Aufruhr, seit Don Porfirio Díaz, der bereits zwei Jahrzehnte regierende Staatspräsident, die mexikanische Wirtschaft auf Export trimmte. …weiterlesen »

„Bitte zeigen Sie für die Kultur klare Perspektiven auf“

Post für die Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten aus Konstanz: Neun StadträtInnen haben einen Brief an Angela Merkel und Winfried Kretschmann geschrieben, in dem sie sich für die Belange von kulturellen Einrichtungen und KünstlerInnen einsetzen. Die Mitglieder im städtischen Kultur­ausschuss appellieren, bei den Beratungen über die weiteren Corona-Maßnahmen den Kulturbetrieb neu zu bewerten und den Betroffenen klare Perspektiven aufzuzeigen. …weiterlesen »

Litzelstetten: „Ortsmitte“ völlig neu verstehen …

Oft ist von lebenswerten Innenstädten, Städten für Menschen und klimagerechtem Städtebau die Rede, von den Dörfern und Vororten hört man/frau hingegen wenig. Klar, „unser Dorf soll schöner werden“ war früher in aller Munde, und der „Idiotismus des Landlebens“ wurde vor allem von städtischen Intellektuellen beklagt. Wie aber sieht es in unseren Vororten aus? Betonwüsten neben der Mehrzweckhalle oder gewachsener Ortskern? Aktive Bürgergemeinschaft oder bezahlbare Notlösung für Eigenheimbesitzer? …weiterlesen »

Tarifkonflikt beim DRK: Rauchzeichen aus Radolfzell

Rettungskräfte aus dem Landkreis Konstanz entfachten gestern Nachmittag vor der Zeller DRK-Rettungswache mutwillig ein Feuer. Gezündelt haben die beim Deutschen Roten Kreuz angestellten Beschäftigten nicht etwa aus pyromanischer Neigung. Mit dem Flammensignal wollten sie, unterstützt von ihrer Gewerkschaft, den Dienstherren Feuer unter dem Hintern machen, ihre verantwortungsvolle Arbeit endlich besser zu honorieren. …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (27): Der Stuttgarter Deportationsbahnhof

Ende November 1941 begann die Deportation von Jüdinnen und Juden aus ganz Württemberg und Hohenzollern. Am 1. Dezember 1941 verließ der erste Zug mit über 1000 Männern, Frauen und Kindern den Stuttgarter Nordbahnhof in Richtung Riga; sie waren vorher im Sammellager auf dem Gelände der Reichsgartenschau auf dem Killesberg zusammengetrieben worden. Für fast alle war es eine Reise in den Tod. Weitere Deportationen folgten: Mehr als 2500 Menschen jüdischer Herkunft und über 250 Sinti und Roma wurden vom Nordbahnhof in die Konzentrationslager Iżbica, Auschwitz und Theresienstadt transportiert. …weiterlesen »

Was wird aus der „Fontainebleau“?

Nach rund 50 Jahren, also beinahe einem Menschenalter, hat das Fährschiff „Fontaine­bleau“ ausgedient. Aber es zählt doch noch nicht ganz zum alten Eisen, sondern könnte noch ein zweites Leben als Kulturstätte, Restaurant oder ähnliches antreten. Die Stadtwerke haben dazu erste Überlegungen angestellt und plädieren für Gastronomie mit Veranstaltungsfläche. Es werden aber auch Stimmen laut, die das Schiff zu einem Kulturzentrum umgestalten und auf diese Weise erhalten und weiter nutzen wollen. …weiterlesen »

Gemeinderat in der zweiten Welle

Seit der ersten November-Woche ist die nunmehr 6. Corona-Verordnung in Kraft, mit der die Landesregierung die zweite Pandemie-Welle eindämmen will. Anlass für das Konstanzer Rathaus, den Gemeinderat am letzten Freitag zu einer Sondersitzung zusammenzutrommeln. Auf der kurzen Tagesordnung hauptsächlich Informationen über daraus resultierende Einschränkungen bei städtischen Behörden, für einige Einrichtungen wollte sich die Verwaltung die geplanten Maßnahmen von den RätInnen absegnen lassen. Zudem gab es einen Bericht zur Corona-Lage am Klinikum. …weiterlesen »

Drei Musketiere

Am 30.10. vor dem Amtsgericht Stuttgart: Hannes Rockenbauch, Tom Adler und Luigi Pantisano

Drei Stuttgarter Stadträte haben einen Hausfrieden gebrochen. Ganze 42 Minuten lang. Vor einer Woche standen sie deshalb vor Gericht. Unter ihnen einer, der in Konstanz spätestens seit dem 18. Oktober ziemlich prominent ist. Dazu ein anderer, der in Stuttgart auf seinen Spuren wandelt. …weiterlesen »

Diskriminierung, Geschlechtsangleichung und Justiz

Am internationalen Transgendergedenktag am 20. November erzählen vier transsexuelle Frauen von sich und ihrem Leben. Sie berichten, dass viele transsexuelle Menschen weltweit noch immer ermordet werden und warum es auch in Deutschland immer noch schwer ist, sich zu outen und den eigenen Weg zu gehen. Sie erklären, warum das Trans­sexuellengesetz abgeschafft gehört und wieso Selbst­bestimmung in Deutschland immer noch ein Fremdwort ist. Was also muss besser werden, und wie lässt sich das erreichen? …weiterlesen »

Symposium zur „Gemeinwohl-Region Bodensee“

Die Gemeinwohl-Ökonomie: Ein Wirtschafts­modell mit Zukunft! Unter diesem Motto veranstalten die GWÖ-Regionalgruppen in der Bodenseeregion (Konstanz, Bodensee-Oberschwaben, Überlingen, Lindau, Vorarlberg, Winterthur, St. Gallen) ein erstes länderübergreifendes, virtuelles Symposium. Am 13. November 2020 wird von 10.00 bis 13.00 Uhr unter anderem der Frage nachgegangen, ob eine Alternative zur scheinbaren Alternativlosigkeit unseres Wirtschaftsmodells existiert. …weiterlesen »

Erinnerung an die Opfer

Der November ist nicht nur der Monat der Reichspogromnacht 1938, sondern seit langem auch dem immer wichtiger werdenden Gedenken an sämtliche Opfer des Nationalsozialismus gewidmet. Aus diesem Anlass gibt es in Konstanz am 9. November wieder eine Reinigungsaktion und Mahnwache an den Stolpersteinen in der gesamten Stadt unter dem Motto „Den Toten ehrendes Gedenken und Mahnung für heute!“. Teilnehmen können alle interessierten Menschen nach einer vorherigen Anmeldung per Mail. …weiterlesen »

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Konstanz so weitermacht wie bisher“

Warum er sich als Sieger des OB-Wahlkampfs in Konstanz fühlt, erläutert Luigi Pantisano im seemoz-Interview. Der dem Amtsinhaber knapp unterlegene linke Kandidat spricht darin über das Besondere seiner sozial-ökologischen Kampagne und die Bedeutung von Basisteilhabe und außerparlamentarischen Bewegungen. Er kommentiert zudem Querschüsse nicht nur aus bürgerlich-konservativer Ecke und mediale Ausrutscher der Tageszeitung. Seine Kandidatur, davon ist Pantisano überzeugt, habe die Chancen für einen Kurswechsel auf zentralen Politikfeldern wie Klimaschutz oder Wohnen verbessert. …weiterlesen »