Stürmische Zeiten in der Wessenberg Galerie

Ohne die Zeitschrift „Der Sturm“ hätte es der Expressionismus in Deutschland schwer gehabt. Ob in der darstellenden Kunst, in der Literatur oder der Musik – ohne die Zeitschrift und die gleichnamige Galerie hätte die Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts kein Forum gehabt. An diese stürmischen Zeiten, an diese stürmischen Künstler erinnert die städtische Wessenberg Galerie Konstanz in einer Schau, die am 8. September beginnt und bis Ende November zu sehen sein wird …weiterlesen »

SS-Mann Stein: Vom Brandstifter zum Biedermann

Als in der Nacht zum 10.November 1938 die Konstanzer Synagoge brannte, trat SS-Oberführer Walter Stein erstmals ins Licht der Öffentlichkeit: Der Verantwortliche für diese Schandtat machte später Karriere im NS-Unrechtsstaat – vornehmlich als Polizeichef im besetzten Polen, wo er nach Kriegsende auch zur Rechenschaft gezogen wurde. Ganz anders in Deutschland: Hierzulande kaum behelligt, starb Stein 1985 in Garmisch-Partenkirchen. Robert Schmidt hat diese typisch deutsche Geschichte jetzt aufgearbeitet. …weiterlesen »

Ein StEP zu mehr Chancengleichheit für Studi-Eltern

Die Universität Konstanz führt einen Studierenden-Elternpass (StEP) ein. Von den geschätzt 160 Eltern unter den 10 600 Studierenden haben 100 das neue Angebot angenommen. Wie Christiane Harmsen von der Koordinierungsstelle „Familiengerechte Hochschule“ erhoffen sich diese jungen Eltern, Studium und Familie besser vereinbaren zu können. Und die Uni gibt sich alle Mühe, solche Studi-Eltern zu unterstützen. …weiterlesen »

Der Star ist eine Ziege

Foto: Ilja Mess

Victor Hugos „Der Glöckner von Notre-Dame“ feierte Premiere am Konstanzer Münsterplatz. Volle Ränge in einer schwülen Sommernacht, in der das mittelalterliche Freilicht-Spektakel die Besucher begeisterte und zu Beifallsstürmen hinriss. Eine grandiose Aufführung nach fast 100 Proben, in denen es die rund 120 Mitwirkenden geschafft haben, zu einer Einheit zu werden. Absolut sehenswert, was das Team um Theaterchef Christof Nix bot. Und noch den ganzen Juli über bieten wird. …weiterlesen »

Eine wahrhaft linke Kommunalpolitik

Eine Umverteilung von oben nach unten, eine massive Besteuerung des Reichtums, ein Ausbau des Sozialstaats – all das, was die Linke in der heutigen Krise fordert, hat es schon einmal gegeben: Im Roten Wien der Jahre 1919 bis 1934, dessen bauliche und soziale Hinterlassenschaften noch heute das Stadtbild mitprägen. WoZ- Autor Pit Wuhrer hat sich unlängst auf Spurensuche begeben und berichtet über seine Eindrücke …weiterlesen »

Gehn wir mal ins Museum

Wann waren Sie das letzte Mal im Museum? Eben. Und dann wußten Sie nicht, wohin? Abhilfe schafft da ein Büchlein, das nicht nur Touristen den richtigen Weg weist. Zwischen Weltkultur, Weinreben und Wassersport – so die Eigenwerbung – präsentiert ein aktueller Wegweiser attraktive Museen der Bodensee-Region. Kunst, Natur, Technik, aber auch Burgen und Schlösser sind im Programm. Damit Sie beim nächsten Ausflug nicht im Regen stehen. …weiterlesen »

Perspektivwandel in der Faschismusforschung

Ein neues Fachjournal „Fascism“ dokumentiert aktuelle Faschismusforschung in ihrer Breite. Denn nach Meinung Konstanzer Wissenschaftler zeichnet sich in der aktuellen Geschichtswissenschaft ein Perspektivwechsel in der Faschismusforschung Europas ab. Die neue Zeitschrift „Fascism. Journal of Comparative Fascist Studies“, an der auch ein Konstanzer Historiker maßgeblich beteiligt ist, trägt dem Rechnung. …weiterlesen »

Buch-Premiere: Piemont, Berlusconi und wir

Am nächsten Donnerstag, 24. Mai, 19.30, stellen Sabine Bade und Wolfram Mikuteit in der Volkshochschule ihr neues Buch vor. Die Konstanzer Autoren präsentieren „Partisanenpfade im Piemont“, verlegt vom Konstanzer Verlag Querwege, und erzählen vorab im seemoz-Gespräch über Geschichten und Geschichte im Piemont, über grandiose Wanderwege und über den Widerstandsgeist der Piemonteser, der bis heute anhält. Alles das zu erleben fünf Autostunden vom Bodensee entfernt. …weiterlesen »

„Konstanz wird laut“

Großartig. Selten habe ich auf einer Bühne so viel Begeisterung, so viel Leidenschaft erlebt wie bei der Premiere von „Konstanz Identity“. Selten aber auch so viel Reflexion, verpackt in schmissige Texte und Tänze. Was 48 Jugendliche von 13 bis 21 Jahren da als Revuetheater auf die Bühne zaubern, ist Agitprop und Kunst, ist mutig und verwegen: Standing Ovations des ausverkauften Hauses …weiterlesen »

Bild und Wulff – Ziemlich beste Partner

mkorsakov/Flickr/cc-by-nc-sa

Unter dem Titel „Bild und Wulff- Ziemlich beste Partner“ veröffentlicht die Otto-Brenner-Stiftung eine Studie, die ein Stück aktueller deutscher Zeitgeschichte aufarbeitet, ausleuchtet und neu deutet. Die übliche Darstellung der Mailbox-Affäre als Angriff auf die Pressefreiheit sei oberflächlich und irreführend, kritisieren die Autoren Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz. Auf der Basis von 1528 Meldungen des Online-Archivs von „bild.de“ kommen die Autoren zu einem anderen Befund. …weiterlesen »

Ein Buch als Manifest, gespickt mit Plattitüden

Die Enttäuschung von Cora Stephan über Angela Merkel muss sehr groß sein, so ermüdend oft wiederholt sie in ihrem „schonungslosen Essay“, so die Verlagswerbung: wie total wirklich richtig echt enttäuscht sie sei. Der Publizistin Cora Stephan war die Enttäuschung ein Buch wert. Für unseren Rezensenten Wolfgang Storz eher nicht. Und gerade deshalb schreibt er darüber. Denn es gibt auch Bücher, vor denen gewarnt werden muss. …weiterlesen »

Lieber FAZ als taz?

Der Berliner „Tageszeitung“ (taz) geht es gut. Ihr Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärte unlängst, die Zeitung erwirtschafte jährlich 300 000 Euro Überschuss und habe 11 Millionen Euro Rücklagen angehäuft. Ein einigermaßen überraschendes Ergebnis, wenn man weiß, wie viele Printmedien heute ums Überleben kämpfen und dass es konzernunabhängige Zeitungen dabei besonders schwer haben. …weiterlesen »

Eilmeldung: Fasnachtskonzerte ohne Tobias Engelsing

Wahrscheinlich war er es leid, als skrupelloser Abzocker zu gelten: Dr. T. Engelsing stellt seine Autoren-, Bühnen- und Regietätigkeit für die Philharmonie ein. In einer „persönlichen Erklärung“ begründet er seinen Rücktritt vom Fasnachtskonzert. …weiterlesen »

Das lange Leben einer Lüge

Heute vor 75 Jahren, am 26. April 1937, bombte Hitlers Legion Condor das baskische Städtchen Gernika in Schutt und Asche. Gernika wurde zum frühen Symbol faschistischer Kriegsführung, aber auch der Macht der Propaganda, die bis in die Gegenwart hinein wirkt. Wahrscheinlich wäre dieser gemeine Überfall längst vergessen, wenn nicht Pablo Picassos Bild (unser Foto zeigt eine Nachbildung in Gernika) seit Jahrzehnten daran erinnerte. …weiterlesen »

Mutter Courage am Kongo

Foto: Ilja Mess

„Ruiniert“ heißt das Stück, das am vergangenen Freitag am Konstanzer Stadttheater Premiere hatte. Und ruiniert ist das Land, in dem das Stück spielt, ruiniert die Moral, von der das Stück handelt, ruiniert auch die Menschen, von dem das Stück der New Yorkerin Lynn Nottage erzählt. Und ein wenig ruiniert ist auch die Dramaturgie des Dramas, über das sich nicht zu berichten lohnte, wenn nicht außergewöhnliche Schauspielerinnen mitmachen würden. …weiterlesen »